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Erste Prototypen des Spielroboters werden derzeit getestet.
 
Leben 11. Mai 2015

Spielroboter für autistische Kinder

Lustig aussehende Puppen können auf verschiedene Weise kommunizieren und körperlich interagieren.

Mailänder Techniker haben einen speziell für autistische Kinder entworfenen Roboter entwickelt. Mithilfe des „Kinect-Robot Interaction for Gaming“ – Krog – soll auch die multimediale Kommunikation von geistig und körperlich Behinderten gefördert werden.

Menschen mit Autismus haben Wahrnehmungsprobleme. Es fällt ihnen schwer, die verschiedenen Wahrnehmungskanäle zu kombinieren und diese zu einem ganzheitlichen Bild zu verarbeiten. Die Erkrankung wird von der Weltgesundheitsorganisation zu den „tiefgreifenden Entwicklungsstörungen“ gerechnet, die alle Lebensbereiche betreffen. Das im Mailänder Polytechnikum entwickelte Programm für soziales Engagement „Polisocial“ hat daher als Ziel, die Anwendung neuer Roboter- und Multimedialtechniken zu etablieren, um Kindern mit intellektuellen und motorischen Problemen zu helfen.

Fullbody-Interaktionen

Dabei setzt der Roboter Krog vor allem auf spielerische Formen und verpackt darin edukative und therapeutische Maßnahmen. „Was wir anstreben, ist eine weitgehende Integration der Roboter in die auf Großbildschirmen angezeigten Fullbody-Interaktionen“, erklärt Projektleiter Andrea Bonarini. Die Roboter sind als lustig aussehende Puppen verkleidet, die sich bewegen, leuchten und sogar sprechen können. „Indem sie sich als Spielgefährten anbieten, können sie mit den Kindern auf verschiedene Weise kommunizieren und auch körperlich interagieren“, so Bonarini. Die Animationen, Bilder und Töne laden die Kinder zum Spielen ein. Dabei können diese auch über Bewegungen und Gesten mit dem Bildschirm interagieren. Eltern und Therapeuten können über das Schaltpult zudem individuell abgestimmte Programme selbst konfigurieren und abrufen.

Erste Prototypen erfolgreich

Die ersten, mit vorerst fünf verschiedenen Programmen ausgestatteten Prototypen der Krogs werden derzeit in drei Instituten in Mailand und Umgebung getestet. An dem Programm haben bisher 22 an verschiedenen geistigen Behinderungen leidende Kinder teilgenommen.

Die Zahl der autistisch veranlagten Kinder und Jugendlichen wird europaweit auf fünf Millionen geschätzt. Allein in den vergangenen zehn Jahren ist eine Zunahme um 70 Prozent zu verzeichnen.

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