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Schweißperlen übermitteln Gefühle.
 
Leben 20. April 2015

Freudenschweiß ist ansteckend

Positiver Gemütszustand hat eine  chemische Komponente, die auf Menschen übertragen wird.

Menschen können durch Schweiß Gefühle kommunizieren, wie z. B. Freude. Das haben Forscher der Universität Utrecht feststellen können. Im Schweiß befinden sich chemische Komponenten, deren Zusammensetzung anscheinend je nach erlebter Emotion anders ist. Bei Angst und Ekel ist bereits bekannt, dass andere Menschen den Schweißgeruch richtig entschlüsseln, Forschung zu positiven Emotionen fehlte jedoch bisher.

Viel häufiger als bei Freude kommt es bei Schmerz oder Stress zu erhöhter Schweißproduktion. Außerdem gibt es viele zugrunde liegende hormonelle Störungen, die zu verstärktem Schwitzen führen können.

Ob nun auch Freude durch Schweiß von Menschen wahrgenommen werden kann, prüfte der Psychologe Gün Semin in einer Studie. Um dem Schweiß eine emotionale Komponente zu verleihen, sahen die männlichen Probanden ein Video, das einen bestimmten Gefühlszustand auslösen sollte (Angst, Freude, neutral). Danach wurden ihre impliziten Emotionen mit einem Test gemessen, bei dem sie angeben mussten, wie angenehm oder unangenehm chinesische Symbole ihnen erschienen. Bei diesem Test zeigte sich, dass sie tatsächlich in die angestrebte Gefühlslage versetzt worden waren.

Der während der Prozedur aufgefangene Schweiß wurde anschließend Frauen als Riechprobe zur Verfügung gestellt. Frauen, die den Angstschweiß vorgelegt bekamen, zeigten höhere Aktivität des mittleren Stirnmuskels, ein Muskel, der mit ängstlichen Gesichtsausdrücken in Verbindung steht. Jene Frauen, die den Freudenschweiß rochen, zeigten hingegen muskuläre Aktivität wie sie beim Duchenne-Lächeln, dem echten Lächeln, bei dem auch die Augen mitlachen, auftritt.

Mit Freude durchtränken

„Das ist ein Anzeichen dafür, dass jemand, der glücklich ist, andere in seiner Umgebung ebenfalls mit Freude durchtränken kann. Gewissermaßen ist Freudenschweiß so wie Lächeln – er ist ansteckend“, so Semin. Prof. Dr. Anton Luger, Leiter der Abteilung für Endokrinologie & Stoffwechsel an der Universitätsklinik für Innere Medizin III, MedUni Wien, ergänzt: „Es gibt viele Dinge, die wir nicht wirklich wahrnehmen können, sich aber trotzdem ereignen, wie etwa bei manchen Hunden, die Unterzuckerung bei ihren Besitzern registrieren. Und auch beim Menschen kann Wahrnehmung auf optischer Ebene unterbewusst erfolgen: So kann z. B. durch das Hinzufügen eines nicht bewusst wahrnehmbaren Bildes in einem Film die Lust auf bestimmte Getränke oder Speisen gesteigert werden“.

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