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© Patek Philippe, Breitling, Omega (4)

Breitling: Chronoliner

Breitling: B55 Connected

 
Leben 20. April 2015

Flug-Zeit

Fliegeruhren faszinieren nicht nur Piloten. Auf der Baselworld wurden die neuesten Modelle präsentiert.

Die Geschichte der Fliegeruhren reicht bis in die Tage der Flugpioniere zurück. Seither hat sich technisch wie auch stilistisch viel getan: Renommierte Uhrenhersteller definieren dieses Thema immer wieder neu.

Ihre Ursprünge liegen am Beginn des 20. Jahrhunderts in einer Zeit, da das Tragen einer hochwertigen Taschenuhr als Ausdruck des persönlichen Prestiges galt. Dies erwies sich aber für Flugpioniere und Automobilisten als äußerst unpraktisch. Der Brasilianer Alberto Santos Dumont, Sohn des brasilianischen Kaffeekönigs Henrique Dumont und zudem Flugpionier, gilt als Mitinitiator der ersten Fliegeruhr: Den begeisterten Flieger störte die unpraktische und umständliche Handhabung von Taschenuhren während des Fluges. Louis Cartier, mit dem er befreundet war, wusste Rat und Hilfe. Daraus entstand die Santos Dumont, die erste Uhr welche die Bezeichnung „Fliegeruhr“ tatsächlich verdient. Seither haben speziell Armbanduhren eine wesentlich funktionalere Rolle in der Aviatik gespielt, wie etwa die von der Schweizer Uhrenfirma Longines für Charles Lindbergh entwickelte Stundenwinkeluhr, die bei der Atlantiküberquerung wertvolle Dienste leistete.

Unentbehrliche Hilfsmittel

Für den zivilen Flugverkehr und die Luftwaffe waren präzise Uhren seit Ende der 1920er Jahre von erheblicher Bedeutung. Auch Patek Philippe gehörte zum Kreis jener Manufakturen die – wenn auch in überschaubarem Maß – hochwertige Fliegeruhren herstellten. Namhafte Schweizer Uhrenfirmen wie etwa Breitling, Heuer, Lemania, IWC Schaffhausen und Zenith, aber auch deutsche Unternehmen wie A. Lange & Söhne, Askania, Hanhart, Laco sowie Tutima lieferten einerseits die hochpräzisen Zeitmesser als Dreizeigeruhren mit schwarzem Zifferblatt und Leuchtindexen sowie belastbare, ganggenaue Chronographen, die eine klare und deutliche Ablesbarkeit erlaubten. In der zivilen Luftfahrt spielte jedoch schon bald ein ganz bestimmtes Modell eine entscheidende Rolle: Der Breitling Navitimer definierte mit dem Beginn der Transatlantikflüge das Thema „Fliegeruhr“ neu. Bis heute gehört dieser formschöne Chronograph mit seiner Tachymeterskala zu den Klassikern auf diesem Gebiet. Technisch kamen in den 1950er Jahren wichtige Eigenschaften hinzu: durch die weitverbreitete Incabloc-Stoßsicherung waren die Uhrwerke generell nun besser gegen Stoß gesichert. Und eine weitere Modifikation war zudem unerlässlich. Um nämlich Störungen durch Magnetfelder weitgehend auszuschließen, haben seither viele Fliegeruhren einen Weicheisenkäfig.

Neu für Flieger

Im Rahmen der diesjährigen Baselworld wurden auf dem Sektor „Fliegeruhren“ einige überraschende Neuheiten vorgestellt. Den Anfang macht dabei Patek Philippe: Das renommierte Genfer Uhrenunternehmen feierte im vergangenen Jahr sein 175-jähriges Jubiläum und wartet nun mit einer wahrhaft faszinierenden Neuheit in 18Kt Weißgold auf. Das Modell Calatrava Pilot Travel Time Ref. 5524G erinnert stilistisch an die 1930er Jahre und an zwei Stundenwinkel-Navigationsuhren, die sich im Bestand des Patek Philippe Museums befinden. Das neue Modell verfügt über eine GMT-Anzeige, die sich mittels der Schraubdrücker bei acht und zehn Uhr auf Wunsch rasch vor- oder zurück stellen lässt. Markant hebt sich auf dem blauen Zifferblatt das Zeigerdatum ab. Für präzise Funktion sorgt das hauseigene Automatikkaliber 324 S C FUS mit der patentierten Spiromax-Unruhspirale, die unempfindlich gegen den Einfluss von Magnetfeldern ist.

Breitling legt mit dem Chronoliner, der sich stilistisch unverkennbar an Vorläufermodellen der 1950er- und 1960er Jahren orientiert, einen ebenso markanten wie funktionstüchtigen Chronographen vor. Mit der breiten Lünette aus kratzfester Hightech-Keramik und den weiß kontrastierenden Ziffern sorgt dieses Modell schon rein optisch für Aufsehen. Das Ablesen der zweiten Zeitzone erfolgt mittels eines Zeigers, dessen rote Spitze auf die 24-Stunden-Skala der Drehlünette weist. Mit 46mm besitzt dieses Modell eine durchaus markante Größe, das zeitlose Erscheinungsbild wird durch das Milanaise-Armband deutlich unterstrichen. Im Inneren tickt das Chronometer (COSC) zertifizierte Breitling Automatik-Kaliber 24.

Innovation und Mut

Ein weiteres neues Modell verdeutlicht, dass die Zukunft im Hause Breitling schon begonnen hat, nämlich die B55 Connected. Sie ermöglicht den zuverlässigen Datentransfer und die präzise Daten-Abstimmung zwischen der Uhr am Handgelenk und dem Smartphone. Bestimmte Funktionen wie etwa Zeiteinstellung, Zeitzone, Alarm oder Nachtmodus können so über das größere Display des Telefons eingestellt werden. Im Gegenzug lassen sich verschiedene Messergebnisse wie etwa ein elektronischer Tachometer, sowie ein „Countdown/Countup“-System und eine speziell auf die Aeronautik ausgerichtete „Chrono Flight“-Funktion für Flugzeiten sowie Abflug- und Landezeiten speichern.

Zu guter Letzt sei noch eine „Fliegeruhr“ vorgestellt, die an eine NASA Mission erinnert, welche fast um ein Haar tragisch gescheitert wäre. Die Omega Speedmaster Apollo 13 Silver Snoopy Award ist eine Hommage an die Kühnheit der Besatzung der siebten bemannten Mondlande-Mission: Ein perfektes Zusammenspiel von Teamarbeit, Courage und Reaktionsschnelligkeit brachte die Crew bestehend aus Commander Jim Lovell, Command Module Pilot Jack Swigert und Lunar Module Pilot Fred Haise nach unerwarteten technischen Schwierigkeiten aus einer Höhe von 200.000 Meilen sicher zur Landung im Pazifischen Ozean. Im Inneren der Omega Speedmaster Apollo 13 Silver Snoopy Award versieht das Omega Handaufzugskaliber 1861 seinen Dienst, das auch in jener legendären Speedmaster eingesetzt war, die den Flug zum Mond und zurück begleitete. Inmitten des Totalisators bei 9 Uhr ist das NASA-Maskottchen „Snoopy“, die von „Peanuts“-Erfinder Charles M. Shultz geschaffene Comicfigur, zu sehen. Das Zifferblatt der auf 1970 Stück limitierten Uhr ziert das Motto „Failure is not an option“. Was im Übrigen für alle Fliegeruhren gilt.

Thomas Kahler, Ärzte Woche 17/2015

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