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Der Kren schmeckt und ist nützlich: Seine Enzyme werden in der Diagnostik und in der Abwasserreinigung eingesetzt.
 
Leben 28. Februar 2015

Scharfe Enzyme mit Mehrwert

Ein neues biotechnologisches Verfahren der TU Graz soll die Produktion von Kren-Peroxidasen erleichtern.

In Österreich ist das Wurzelgemüse ein fixer Bestandteil der heimischen Küche. Aber auch die Industrie hat den Kren jenseits der Kulinarik als extrem brauchbar entdeckt. Denn seine Enzyme sind aus der Diagnostik oder der Abwasserreinigung nicht mehr wegzudenken.

Der Kren schmeckt nicht nur, sondern ist darüber hinaus im industriellen Einsatz sehr nützlich. Besonders die sogenannten Kren-Peroxidasen haben sich als wichtig erwiesen. Diese Enzyme sind essenziell für zahlreiche Reaktionen im Leben der Krenpflanze. Florian Krainer, MSc, vom Institut für Molekulare Biotechnologie der TU Graz weiß um die vielen Vorteile der Kren-Enzyme: „Sie spielen in der Diagnostik eine entscheidende Rolle, beispielsweise um nachzuweisen, ob sich nach einer Impfung die wichtigen Antikörper gebildet haben und wie lange die Impfung noch wirkt. Man kann das Enzym aber auch in der Abwasserreinigung einsetzen, um Hormone oder andere problematische Verunreinigungen aus dem Wasser herauszubekommen“.

Zur Enzym-Gewinnung wurden bisher die Krenwurzeln selbst herangezogen. Das erfordert unzählige Tonnen des Wurzelgemüses, um zu den gewünschten Enzymmengen zu kommen. „Das steht im Widerspruch zum Nutzen des Krens als Nahrungsmittel und zur Nutzung von landwirtschaftlichen Flächen zur Nahrungsmittelproduktion. Außerdem unterliegen die Pflanzen und damit auch ihre Enzyme natürlich bedingten Schwankungen“, erläutert Krainer.

Um die Herstellung großer Enzymmengen in hoher Qualität möglich zu machen, setzt nun das Institut für Molekulare Biotechnologie mit dem Austrian Center of Industrial Biotechnology (Acib) in Graz auf die Biotechnologie und die Enzymproduktion mit der Hefeart Pichia pastoris. Die Grazer Forscher haben schon 28 natürliche Kren-Peroxidasen entdeckt und erste Schritte für eine biotechnologische Herstellung der Enzyme gesetzt. Zwei Patente sind dazu schon angemeldet. Um die Produktion von Kren-Enzymen zur Marktreife zu bringen, wurde um eine Prototypenförderung im Rahmen des PRIZE-Programms des Wissenschafts-, Forschungs- und Wirtschaftsministeriums (BMWFW) und der Austria Wirtschaftsservice GmbH angesucht – und das erfolgreich: Das Projekt wird mit 100.000,– Euro gefördert. Die Prototypenentwicklung startet im Sommer 2015 und läuft mindestens ein Jahr.

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