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Der Barrierefreiheit der öffentlichen Verkehrsmittel stellen die Studierenden ein gutes Zeugnis aus.
 
Leben 2. Februar 2015

Graz anders erfahren

Der "Rollstuhl-Tag".

37 Studierende der Studiengänge „Energie-, Verkehrs,- und Umweltmanagement" und „Ergotherapie" waren am 29. Jänner 2015 einen Tag lang mit dem Rollstuhl in Graz unterwegs. Ein besonders gutes Zeugnis stellen sie den Holding Graz Linien aus.   

„Durch dieses Kooperationsprojekt konnten angehende VerkehrsplanerInnen die Nutzung des öffentlichen Raums und von Verkehrsmittel hautnah aus der Nutzerperspektive von Menschen im Rollstuhl erleben. Zukünftige ErgotherapeutInnen haben einen Einblick in die technische Machbarkeit von Barrierefreiheit erhalten. Nachhaltigkeit erfordert verschiedene Blickwinkel und dies kann durch solche Projekte erreicht werden", erklärt Gabriele Schwarze die Ziele des Rollstuhl-Tages am 29. Jänner 2015 in Graz.

Insgesamt 74 Aufgaben haben sich die Lehrenden der Studiengänge „Energie-, Verkehrs,- und Umweltmanagement" und „Ergotherapie" für die Studierenden ausgedacht. Von Andritz nach Seiersberg, von der Innenstadt bis zum Center West: Das Team – bestehend aus jeweils einem Studierenden von „Energie-, Verkehrs-, und Umweltmanagement als Rollstuhlfahrer und einem oder zwei BetreuerInnen von „Ergotherapie" – musste sich bei starkem Schneefall beweisen. Zu den Aufgaben zählte natürlich, auf die Barrierefreiheit im Straßenverkehr so wie in verschiedenen Gebäuden zu achten, aber auch die Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft der Mitmenschen zu beobachten. Ein besonders gutes Zeugnis erhielten die Bus- und Bimfahrer der Holding Graz Linien: Sie unterstützten die Rollstuhlfahrer und die Betreuer, waren freundlich und hilfsbereit. Nur der eine oder andere wunderte sich, warum ausgerechnet an diesem Tag so viele Rollstuhlfahrer unterwegs waren.

Die Gehsteige der Stadt Graz kamen hingegen nicht so gut weg: Zu schief, zu eng, zu abfallend war das Urteil der Studierenden. Und auch die Randsteine wären zu hoch und alleine mit einem Rollstuhl fast nicht zu überwinden.

Zur Abschlussbesprechung des Tages kam auch Jutta Manninger von den Holding Graz Linien (HGL), um sich wertvolles Feedback zu holen: „Die Rückmeldungen der Studierenden sind sehr wertvoll für uns. Dadurch erhalten wir Rückmeldung zu unserer Servicequalität und haben die Chance, uns weiter zu verbessern."

Organisiert wurde der Rollstuhl-Tag von Martijn Kiers, Brigitte Loder-Fink und Hans-Georg Frantz. Für Hans-Georg Frantz steht diese Selbsterfahrung der Studierenden als Inhalt der Ausbildung im Vordergrund: „Die Erfahrungen bei der Nutzung des öffentlichen Verkehrs, der baulichen Gestaltung von Straßen und Gehsteigen sowie von Einrichtungen des täglichen Bedarfs fließen in die Ausbildung der zukünftigen Stadt- und VerkehrsplanerInnen sowie der ErgotherapeutInnen ein und sind dabei sogar ein wichtiges Element für die Gestaltung der Nutzbarkeit", so der Lehrende von „Energie-, Verkehrs-, und Umweltmanagement" in Kapfenberg.

„Die übergreifende Zusammenarbeit der Studiengänge ‚Ergotherapie' und ‚Energie-, Verkehrs- und Umweltmanagement' an diesem Tag führte bei den Studierenden zu einem wechselseitigen Lernen, bei dem das Zusammenführen von gesundheitswissenschaftlichem und technischem Know-how im Mittelpunkt stand", erklärt Brigitte Loder-Fink, Lehrende im Studiengang Ergotherapie in Bad Gleichenberg. Für die Studierende Celina Stanonik war es, trotz der klirrenden Kälte, ein guter Tag: „Es war für mich eine wertvolle Erfahrung, Situationen im öffentlichen Verkehr aus der Sicht eines Rollstuhlfahrers zu erleben und die Schwierigkeiten zu erfahren, die Menschen im Rollstuhl tagtäglich bewältigen müssen."
Auch die Interdisziplinarität der FH JOANNEUM wurde durch dieses Projekt wieder gefördert. Die Studierende Sara Amschl nahm die Zusammenarbeit mit Studierenden aus Kapfenberg sehr positiv wahr: „Sehr informativ war für mich, unterschiedliche Blickwinkel zu dem Thema ‚Barrierefreiheit und Verkehr' aufgezeigt zu bekommen und dieses Thema gemeinsam mit den Studierenden aus Kapfenberg zu bearbeiten."

„Es war eine sehr interessante Erfahrung. Wir wissen nun, wie anstrengend es sein kann mit dem Rollstuhl alleine unterwegs zu sein", bemerkt Jenny Weidenauser, Studierende von „Energie-, Verkehrs-, und Umweltmanagement". Auch im nächsten Jahr soll wieder ein Rollstuhl-Tag stattfinden.

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