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© (3) Robert Zielasco
© (3) Robert Zielasco © (3) Robert Zielasco
 
Leben 5. Dezember 2014

Der Nachvollzug der Schöpfung

Aus der kraftvollen Bildwelt des Robert Zielasco.

Der Strich ist ebenso unverkennbar wie die Farbgebung, die eher Stimmung und Energie als optische Wahrheit vermittelt. So treten dem Betrachter Figuren als Potenzial gegenüber, mit all ihren Möglichkeiten des Wirkens und Werdens. Robert Zielasco zeigt sich hier als zutiefst optimistischer und humanistischer Schöpfer: nichts Destruktives, nichts Aggressives, nichts Ersterbendes ist hier zu finden – und damit trotz aller Wildheit auch nichts Endzeitmäßiges.

Wie schon in seinen früheren Bildern, die sehr stark von seinen Aufenthalten in Asien, im Dschungel und in der Wildnis geprägt waren, gibt es bei Zielasco viel Spontanes, das sich in die Intention des Malers einfügt. Die Richtung ist klar, der Weg dorthin kann auf verschiedene Weise erfolgen und nimmt auch die Entscheidung und Führung des Augenblicks auf, um das innere Wesen zu vermitteln. Der Prozess gewinnt eine spezielle Qualität. Das Mischen der Farben, die Wahl des Arbeitsgerätes – Pinsel oder Spachtel – und die Erwägung des Formats sind Mittel, die Achtsamkeit der Betrachter zu erwecken, um die es Zielasco geht.

1948 in Wien geboren, studierte Robert Zielasco an der Akademie der bildenden Künste in Wien bei Prof. Walter Eckert. Von den abstrakten Ausdrucksformen, die Zielasco über lange Zeit bevorzugte, bewegt sich das Bildmotiv nun mehr der menschlichen Form zu. „Kunst macht lebendig, ist wie Atem, ist ein Organismus. Ist nicht Luxus, sondern eine Notwendigkeit, die innere Realitäten sichtbar macht und freisetzt [...] Kunst ist Oberfläche und Tiefe – ich greife solange zu den Farben, bis das Unerwartete eintrifft“, so der Künstler.

Die Bilder sprechen für sich selbst

Die Werke von Robert Zielasco brauchen keine Titel, sie sprechen für sich selbst. Die Entwicklung zum Menschen und zum Menschenbild war für ihn offensichtlich eine Notwendigkeit. In der Ausstellung im Kunstraum Dr. David werden Persönlichkeiten gezeigt, die bei aller Abstraktion eindeutig sind: Männer und Frauen, ge- und entspannte Posen. Manche erinnern an den griechischen Ares, manche an die „big nudes“ von Helmut Newton in handfester Körperlichkeit, wie bei Rubens und den italienischen Barockmalern.

Robert Zielascos neue Ausstellung „Figur – Abstraktion“ wurde am 10. Dezember 2014 vom Kunsthistoriker Dr. Wolfgang Hilger eröffnet und ist bis Ende Februar zu sehen.

http://bit.ly/Kunstraum_David

Harald David, Ärzte Woche 50/2014

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