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© TongRo Image Stock / Thinkstock
Bei vielen Männern bleibt das Präservativ beim One-Night-Stand in der Hosentasche.
 
Leben 3. Dezember 2014

Riskantes Sexualverhalten

Ein One-Night-Stand ohne Kondom ist für viele vorstellbar.

Eine Studie bescheinigt den Österreichern Mut zum Risiko. Offensichtlich ist es noch nicht gelungen, die Notwendigkeit von Kondomen im Bewusstsein der Bevölkerung ganz zu verankern.

63 Prozent der Österreicher assoziieren die Rote Schleife mit dem Thema AIDS – so eines der Ergebnisse der repräsentativen Studie „HIV und AIDS in Österreich“ von Marketagent.com, die anlässlich des Welt-Aids-Tags am 1. Dezember vorgestellt wurde. Die Studie wurde als Online-Befragung durchgeführt. „Ein wesentlicher Vorteil der Online-Marktforschung besteht unter anderem darin, dass über tabuisierte Themen sehr offen geantwortet wird, im Gegensatz zur klassischen Marktforschung“, erklärt Mag. Thomas Schwabl, CEO von Marketagent.com zum Studiendesign.

In der Bevölkerungsmehrheit ist HIV/AIDS nicht präsent

„Gedanken über HIV/AIDS“ machen sich nur 37,6 Prozent der Österreicher, während das Thema bei 61,6 Prozent „weniger bis überhaupt nicht präsent“ ist. Beinahe zwei Drittel (63,7 %) fühlen sich zum Thema HIV und AIDS (Ansteckungsverlauf, Verlauf der Erkrankung Behandlungsmöglichkeiten, usw.) gut informiert. Im Gegenzug fühlen sich 36,3 Prozent mittelmäßig bis überhaupt nicht informiert. Vier von zehn Österreichern schätzen die Gefahr einer HIV-/AIDS-Infektion in Österreich als gering ein. Je niedriger die Bildung, desto größer wird die Gefahr einer HIV-/AIDS-Infektion gewertet. Männer tendieren öfters dazu, die Gefahr einer HIV-/AIDS-Infektion als geringer einzustufen als Frauen.

Erschreckende Zahlen

Sex mit einem neuen Partner ohne Kondom können sich 21,6 Prozent der Österreicher vorstellen; bei den Männern sind es 32,2 Prozent, bei den Frauen elf Prozent. Ungeschützter Geschlechtsverkehr ist für 7,5 Prozent der Österreicher sogar bei einem One-Night-Stand vorstellbar (bei den Männern 13,2 %, bei den Frauen sind es nur 1,8 %).

„Die repräsentative Studie zeigt, dass für signifikante Teile der Bevölkerung ein sehr risikoreiches Sexualverhalten noch immer vorstellbar ist“, so Schwabl. „Offensichtlich ist es durch Kommunikationsmaßnahmen und Events nicht gelungen, bei den Österreichern die Notwendigkeit von Kondomen hundertprozentig zu verankern.“

87 Prozent der Österreicher wissen, „dass HIV/AIDS wohl behandelt werden kann, aber eine Heilung nicht möglich ist“. Mit steigender Bildung nimmt auch das Wissen um die Behandlungsmöglichkeiten zu. 3,6 Prozent sind der falschen Meinung, „dass AIDS mittlerweile vollständig heilbar ist“ und 4,2 Prozent sagen, dass „AIDS weder behandelt noch geheilt werden kann“. Vier von zehn Österreichern haben schon einmal einen HIV-/AIDS-Test gemacht. Auch in diesem Fall ist die Gruppe der höher Gebildeten überproportional vertreten.

Bei der Fragestellung, wie sich die Anzahl der HIV-Neuinfektionen weltweit entwickelt, geben 62,6Prozent der Befragten an, dass sie steigend ist. 43,9 Prozent der Österreicher sind der Meinung, dass die Anzahl der HIV-Neuinfektionen in Österreich gleichbleibend ist und 31,8 Prozent glauben, dass die Anzahl der Neuinfektionen geringer wird.

Quelle: Presseinformation von Marketagent.com zum Welt-Aids-Tag

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