zur Navigation zum Inhalt
© Don Bayley iStock
 
Leben 12. November 2014

App warnt vor Sexualstraftätern

Eine Software liefert Adresse, Alter, Bild von verurteilten Personen sowie Detailinfos zum Tathergang.

Die App „AlertID“* soll das traute Familienglück amerikanischer Familien beschützen, indem sie nicht nur über Kriminaltaten im eigenen Wohnbezirk informiert, sondern gleich auch die Wohnorte von Sexualstraftätern preisgibt. Die Software ist dabei verbunden mit dem Sexualstraftäter-Register des jeweiligen US-Bundesstaates.

Was hierzulande allein schon aus datenschutzrechtlichen Bestimmungen unmöglich erscheint, ist in den USA Standard. Mit der Applikation erhalten die Nutzer Zugang zu Namen, Alter, Hautfarbe, Foto und Adresse der registrierten, rechtskräftig verurteilten Personen. Auch das Alter des Opfers des jeweiligen Kriminellen sowie den Zeitpunkt der Straftat können die App-User einsehen.

Gerade zu den alljährlichen Volksbräuchen wie etwa zu Halloween, wenn die Kinder von Haus zu Haus wandern, sind viele Eltern darüber besorgt, dass niemand weiß, wer sich hinter der Tür verbirgt. „Unsere App deckt heute bereits 85 Prozent aller US-Postadressen ab“, schreiben die Entwickler auf ihrer Homepage. Dabei integriert die App via CAD Tausende von Daten der lokalen Exekutivorgane.

Aber auch Wetterwarnungen vom National Weather Service (http://weather.gov) und Informationen von der Community, Freunden oder Nachbarn werden berücksichtigt. „Indem man vor krimineller Gefahr gewarnt und mit präventiver Information versorgt wird, können Familien Entscheidungen darüber treffen, wo sie leben möchten und was sie machen sollen“, so die Programmierer der App.

Steigendes Interesse

Bislang hat die App rund 192 Millionen Sicherheitswarnungen versendet. Die Nutzerzahl ist im Jahr 2013 um 600 Prozent gestiegen. Auch England soll bereits von der App bedient werden. Ob andere Länder mit stärkeren Datenschutzbestimmungen hinzukommen, ist fraglich. „Jemanden, der für sein Verbrechen bereits gesühnt hat, noch immer als Verbrecher darzustellen, ist total absurd“, unterstreicht Dr. Hans Zeger von Arge Daten – Österreichische Gesellschaft für Datenschutz.

* http://alertid.com

Zu diesem Thema wurden noch keine Kommentare abgegeben.

Mehr zum Thema

<< Seite 1 >>

Medizin heute

Aktuelle Printausgaben