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Leben 21. August 2014

Bass verleiht Machtgefühle

Musik hören hat einen Effekt auf die Stimmung – je nachdem welches Genre von Musik man gerade hört.

Basslastige Musik stärkt das Selbstbewusstsein. In diesem Zusammenhang interessiert sich eine amerikanische Forschungsgruppe für die Auswirkung von Musik assoziiertem Machtgefühl im Zusammenhang mit wirtschaftsrelevanten Situationen.

Musik kann Menschen ein Gefühl von Macht geben. Aber nicht alle Lieder haben das Potenzial, diesen Effekt auszulösen. Eine Gruppe von Wissenschaftlern der Kellogg School of Management at Northwestern University hat unter der Leitung von Dennis Hsu herausgefunden, dass der Bass in der Song-Melodie ein Schlüsselelement für vermitteltes Machtgefühl ist. Die Forscher untersuchen zudem, wie Musik Privat- und Berufsleben positiv beeinflussen kann.

In der Tiefe liegt die Macht

„Musik ist ein Weg, sich zu entspannen, sich zu motivieren oder auch seine Aggressionen abzubauen. Sie erhöht die Aufmerksamkeit und kann unsere Leistungsfähigkeit regulieren. Bei hochkonzentrierten Arbeiten kann Musik jedoch auch eine Ablenkung darstellen“, so Musiktherapie-Expertin und Neuropsychologin Dr. Heike Argstatter vom Deutschen Zentrum für Musiktherapieforschung in Heidelberg, Deutschland.

Hsus Team untersuchte, wie Musik dem Zuhörer mehr Machtgefühl verleihen kann. 31 verschiedene Lieder aus unterschiedlichen Genres wurden zunächst auf ihren „Macht-Gehalt“ eingestuft. Songs, die einem ein besonders Machtgefühl verleihen, sind etwa „We Will Rock You“ von Queen oder „Get Ready for This“ von 2 Unlimited.

Die Lieder, welche laut den Teilnehmern das meiste Gefühl an Macht vermitteln, haben eines gemeinsam – einen hohen BassPegel. Probanden, die während des Experiments Heavy-Bass-Musik hörten, fühlten sich mächtiger als jene, die der Low-Bass-Musik lauschten. Man hat beobachtet, dass ein hoher Bass-Pegel in unterschiedlichen Kulturen mit Dominanz und Selbstvertrauen assoziiert wird. Das beweist auch die äußerst tiefe Stimme von James Earl Jones als Darth Vader in „Star Wars“. Der Einfluss des Bass-Pegels unterstützt zudem die „Ansteckungshypothese“. Wenn Menschen gewisse Musikkomponenten hören, die Macht ausdrücken, beginnen sie, dieses Gefühl zu imitieren.

Mit mehr Bass zu mehr Erfolg

Hsu möchte nun seine Forschung weiter vertieft und herausfinden, wie dieses – von Musik ausgelöste Machtgefühl – Jobleistung, Vorstellungsgespräche, Marketing-Kampagnen und auch soziale Wahrnehmungen beeinflussen kann. „Je nachdem, was man anstrebt zu erreichen, muss man auch die Musik danach auswählen. Für körperliche Tätigkeiten, wo Leistung gefordert ist, bieten sich energiegeladene Lieder an. Ist geistige Leistung gefordert, empfiehlt sich ein entspannendes und ruhiges Genre“, unterstreicht Argstatter abschließend.

 

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