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Leben 7. August 2014

Nur jedes 5. Kind bewegt sich genug

OÖGKK steuert gegen.

Zu wenig Bewegung macht unsere Kinder krank. Die OÖGKK fordert daher seit Jahren mehr öffentliche Bewegungsförderung für Kinder. Im Rahmen der eigenen Möglichkeiten bietet die OÖGKK bereits ein dichtes Programm zur Gesundheitsförderung und Prävention für Kinder im Volksschulalter.

Nur ein Fünftel der elf bis 15-jährigen Schulkinder erfüllt die Bewegungsempfehlungen zur Förderung der Gesundheit. Dies zeigt eine Auswertung mehrerer österreichischer Studien durch den Fonds Gesundes Österreich (FGÖ). Empfohlen sind täglich 60 Minuten körperliche Aktivitäten mittlerer bis hoher Intensität. OÖGKK-Direktorin Mag. Dr. Andrea Wesenauer: "Körperliche Inaktivität verursacht in hohem Ausmaß spätere Erkrankungen wie Herzinfarkte, Schlaganfall, Diabetes oder Krebs. Umso mehr gibt die steigende Zahl übergewichtiger Kinder Anlass zu handeln." OÖGKK-Obmann Albert Maringer ortet das Problem in einem größeren gesellschaftlichen Rahmen: "Bewegung fördert bei Kindern ein gesundes Wachstum, aber vor allem deren soziale Entwicklung. Gesunde Kinder sind daher nicht nur Sache der Gesundheitspolitik. Vielmehr müssen alle Politikfelder im Staat an diesem Ziel Interesse haben und daran mitarbeiten."

Forderungen der OÖGKK

Angelehnt an die "Toronto-Charta für Bewegung" stellt die OÖGKK sieben gesellschaftspolitische Forderungen für ein "bewegungsfreundlicheres" Österreich:

1. Umfassende Schulprogramme: Schulen müssen die Möglichkeiten bekommen, ihren Kindern Bewegungsmöglichkeiten zu geben - auch abseits der Turnstunden.

2. Zufußgehen fördern: Der motorisierten Fortbewegung wird viel öffentlicher Raum gewidmet. Mehr Fuß- und Radwege - ergänzt durch einen gut getak-teten öffentlichen Nahverkehr - wären städteplanerische Möglichkeiten, die das Zufußgehen wieder attraktiver machen.

3. Freizeitaktivitäten ermöglichen: Eine gesunde Stadtplanung schafft eine Infrastruktur, die einen sozial gerechten und sicheren Zugang zu Freizeit-aktivitäten ermöglicht. Öffentliche Spiel- und Sportplätze sollten in der Stadt von morgen noch mehr Raum bekommen.

4. Bewegung in der medizinische Grundversorgung: Ärzte und Therapeuten sollten ermuntert werden, ihre Patienten stärker zu Bewegung zu animieren. Als Vorarbeit muss der Stellenwert der Bewegung öffentlich gestärkt werden (siehe Punkt 5).

5. Öffentlichkeitsarbeit: Massenmedien setzen schon heute Programmschwerpunkte auf Bewegungsthemen. Diese sind auszubauen und auch kindgerecht zu adaptieren (Kampagnen für Kids).

6. Gemeindeprogramme: Umfassende Gemeindeprogramme zur bevölkerungsweiten Bewegungsförderung sind erfolgreicher als Einzelaktionen. Eine Herausforderung für die Zukunft ist der kindgerechte Zuschnitt der vielfach schon bestehenden Programme.

7. Sportprogramme für alle: Sport begeistert die Massen -jedenfalls vor dem Fernseher. Damit auch jeder Bürger - vom Kind bis zum Senior - "seinen" Sport aktiv entdecken und ausüben kann, sind enge Kooperationen zwischen Profiverbänden und Breitensport-Organisationen nötig.

Angebote der OÖGKK für "bewegte Kinder"

"Wir wollen nicht nur Forderungen stellen, sondern mit konkreten Programmen vorangehen", erklärt Maringer. Um Kinder in Bewegung zu halten, arbeitet die OÖGKK auf zwei Ebenen:

1. Gesundheitsförderung und Primärprävention

Damit gesunde Kinder erst gar nicht ihren natürlichen Bewegungsdrang verlieren und später erhöhte Krankheitsrisiken bekommen, setzt die OÖGKK eine Vielzahl an Programmen - bereits auf Ebene der Gesundheitsförderung - um. Beispiele:

- "Der kleine Mugg" (Volksschulen): Bewegung ist neben Ernährung und psychosozialer Gesundheit das wesentliche Thema im 3-jährigen Projekt "Der kleine Mugg - mir & uns gehts gut". Weil die Erhöhung der täglichen Turnstunden als unrealistisch gilt, versucht man vor allem in den Pausen und in den Unterricht mehr Bewegung einzuführen. "Die bewegte Pause" und "der bewegte Unterricht" gelten als Fixpunkte im kleinen Mugg.

- Hierzu gibt es auch eine Fortbildung für Lehrer mit dem Titel "Bewegte Schule - bewegtes Lernen - bewegte Pause". Im abgelaufenen Schuljahr hat die OÖGKK jede Projektschule mit 10 Balancekissen ausgestattet und damit zusätzlich Bewegung in den Unterricht gebracht. Zudem wurden in der Lehrerinnenfortbildung Übungsbeispiele mit dem Balancekissen vorgeführt.

- "Gesundheit leben - Gesundheit lernen": In diesem Projekt für die Sekundarstufe spielt die Bewegung ebenfalls ein zentrales Thema.

- "Schulraumberatung - Schule bewegt gestalten": In OÖ ist das Pilotprojekt mit 5 Schulen gestartet. Das Projekt findet nur in Volksschulen statt und hat zum Ziel, einerseits neue Räumlichkeiten in den Schulen für Bewegung zu finden und vor Ort dann auch Übungen auszuprobieren. Eigens dafür ausgebildete Schulraumberater fahren direkt in die Schule und versuchen vor Ort mit dem gesamten Kollegium Begeisterung für Bewegung zu entfachen.

- "Fit mit Koordi": Diese Broschüre versteht sich als Unterlage zur Förderung der koordinativen Fähigkeiten bei Grundschulkindern und ist für Übungsleiterinnen, Lehrerinnen und Sportstudierende gedacht.

- Kooperation mit dem OÖ Fußballverband : "Vereinscoaching": Geplant ab Herbst 2014, sollen Trainer und Eltern sowie Großeltern von Spielern zukünftig auch zu gesundheitsrelevanten Themen geschult werden.

- "Mitarbeiter bewegen Mitarbeiter" (Lehrlinge): Im Rahmen der Betrieblichen Gesundheitsförderung (BGF) erreicht die OÖGKK mit diesem Spezialmodul vor allem auch die Lehrlinge und jungen Mitarbeiter in den Betrieben.

2. Sekundärprävention zur Vermeidung späterer Erkrankungen

Jene Kinder, die durch Bewegungsmangel bereits erhöhte Krankheitsrisiken aufweisen (etwa durch Übergewicht) - erreicht die OÖGKK durch spezielle Kursangebote. Vermieden werden sollen spätere Erkrankungen wie Diabetes und andere Stoffwechselerkrankungen, Herz-Kreislauferkrankungen und Erkrankungen des Bewegungsapparates bei Übergewichtigen und adipösen Kindern.

- "Kim Kilo": Ein Abnehmprogramm für Volksschulkinder und deren Eltern. Bewegung spielt hier neben Ernährung, Verhaltenspsychologie und Medizin die Hauptrolle!

- Teens in Form: Adaptierte Form von "Kim Kilo" für Sekundarstufe als Pilotprojekt in Linz.

Näheres zu den Angeboten und Kurstermine unter www.ooegkk.at (Vorsorge) und www.ooegkk.at/kimkilo

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