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Leben 15. Juli 2014

Tier und Maschine gegen Krebs

Eine Universität aus Großbritannien stellt computergestützte Hilfsmittel beim Einsatz von Krebssuchhunden vor.

Der Prototyp für eine neue Technologie, die speziell ausgebildeten Hunden hilft, verräterische Anzeichen von Krebszellen in biologischen Proben zu erschnuppern, wurde jetzt von der britischen Open University (OU) auf der Sommerausstellung 2014 an der Royal Society in London präsentiert.

Die Forschungsgruppe unter Leitung von Dr. Clara Mancini am Animal-Computer-Interaction-Labor (ACI) am OU-Hauptsitz in Milton Keynes, Großbritanniens größter Fernuniversität, arbeitete bei dem Projekt mit dem englischen Verein für Krebssuchhunde (Medical Detection Dogs) zusammen. Sie entwickelte eine technische Einrichtung, die es dem Hund ermöglicht zu kommunizieren, ob Krebszellen in einer biologischen Probe vorhanden sind. Das Verfahren nutzt den ausgeprägt sensiblen Geruchssinn des Hundes, der beim Aufspüren von Spuren flüchtiger Verbindungen von Krebszellen wesentlich ausgeprägter ist als beim Menschen.

Druck der Schnauze ausschlaggebend

Krebssuchhunde nutzen in der Regel dazu eine Vorrichtung mit einer Probe, die auf einer Metallplatte installiert ist. Entdeckt der Hund Krebszellen, zeigt er es seinem Betreuer an, beispielsweise indem er sich hinsetzt. Das ACI-Labor hat nun ein Gerät entwickelt, in dem ein spezielles Druckkissen eingebettet wird, welches die Ausprägung des Drucks der Schnauze misst, während der Hund schnuppert. Die Metall-Vorrichtung ist mit einem Computer verbunden und misst die Ausprägung, die der Hund beim Aufspüren von Krebszellen anzeigt. Im Verlauf können diese Daten analysiert werden, um dabei auch unterschiedliche Hundepersönlichkeiten zu berücksichtigen (beispielsweise, ob das Tier eher eifrig oder nervös reagiert und mit welchem Druck es das Kissen berührt).

Das technische Hilfsmittel wird für eine Reihe von Krebsarten getestet. Die Forscher hoffen, dass es zur genaueren Früherkennung beitragen kann wie etwa beim Prostatakrebs und später vielleicht die derzeitigen invasiven und zum Teil unzuverlässigen Erkennungsmöglichkeiten ersetzen kann. „Unsere Zusammenarbeit mit dem Verein für Krebssuchhunde bietet eine neue Methode zur Verbesserung der Krebsfrüherkennung in einem frühen Stadium ohne invasive Verfahren. Wenn dieser Prototyp erfolgreich ist, könnte dieses Gerät innerhalb der nächsten drei Jahre eingesetzt werden“, sagt Dr. Clara Mancini, Leiterin des ACI-Labors an der Open University.

Weitere Informationen:
http://www.openuniversity.edu; http://www.krebssuchhunde.at

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