zur Navigation zum Inhalt
© Alfred Osterloh/panthermedia
Afghanische Bauern pflanzen wieder vermehrt Schlafmohn.
 
Leben 30. Juni 2014

Opium-Produktion schläft nicht ein

Die Anbaufläche in Afghanistan wächst um 36 Prozent.

Mit dem Abzug der internationalen Schutztruppe Isaf aus Afghanistan geht eine massive Ausweitung der Opium-Produktion einher. Am Hindukusch sei die Anbaufläche von Schlafmohn 2013 gegenüber dem Vorjahr um 36 Prozent angewachsen, heißt es in dem vor Kurzem veröffentlichten Weltdrogenbericht.

Afghanistan ist mit einem Marktanteil von 80 Prozent der weltweit größte Opium-Produzent. Angesichts der jahrelangen internationalen Bemühungen, den Mohn-Anbau in dem kriegsversehrten Land zu bremsen, sprach UNODC-Chef Juri Fedotow von einem „Rückschlag“.

Als ein Grund für den Negativtrend sehen Experten den Abzug der Isaf aus Afghanistan bis zum Ende des Jahres. Die Bauern dort hätten als eine Art Versicherung gegen einen Rückfall des Landes ins Chaos den Mohn-Anbau als sichere Einnahmequelle wieder hochgefahren, beschreiben örtliche Behördenvertreter. Auch in Birma ist die Mohn-Anbaufläche um 13,5 Prozent gestiegen.

Opium wird insbesondere zur Herstellung von Heroin benötigt. Die Produktion dieses Rauschgifts erreichte nach Angaben der UN-Behörde wieder das hohe Niveau der Jahre 2008 bis 2011. Beim Kokain weist der Weltdrogenbericht hingegen einen deutlichen Rückgang aus. Die überwiegend in Lateinamerika angesiedelte Produktion ist demnach so niedrig wie seit 24 Jahren nicht mehr.

Der Konsum von Cannabis ging den Angaben zufolge offenbar zurück. Da die Gesundheitsgefährdung durch diese Droge aber als gering einschätzt werde, sei Cannabis in den USA aber auf dem Vormarsch.

Weltweit starben im Jahr 2012 laut den jüngsten Zahlen etwa 183.000 Menschen an den Folgen ihres Rauschgiftkonsums. Die Zahl der Drogenkonsumenten lag 2012 unverändert bei etwa 243 Millionen Menschen. Die UN-Experten beklagten in ihrem Bericht die unzureichende Betreuung von Drogenabhängigen in vielen Ländern. Nur jeder sechste Betroffene erhalte eine geeignete Therapie.

Die Drogenbeauftragte der deutschen Bundesregierung, Marlene Mortler, zeigte sich insbesondere durch eine Ausbreitung neuer psychoaktiver Substanzen und den Missbrauch von Amphetaminen und Methamphetaminen alarmiert. „Die Vermarktungswege über das Internet haben international eine zunehmend problematische Bedeutung“, erklärte Mortler in Berlin. Die Zahl der entdeckten Labors zur Herstellung von Amphetaminen und Methamphetaminen wie Crystal Meth sei von 2011 auf 2012 von 12.500 auf 14.000 gestiegen. Die Menge beschlagnahmter Stoffe sei um 15 Prozent auf 144 Tonnen gestiegen.

Zu diesem Thema wurden noch keine Kommentare abgegeben.

Medizin heute

Aktuelle Printausgaben