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© Christian Wucherer
(v. l.) Promotorin Beatrix Grubeck-Loebenstein, Carl Djerassi, Rektor Tilmann Märk und Promotionsdekan Hubert Huppertz .
 
Leben 16. Juni 2014

Carl Djerassi erhielt Ehrendoktorat der Uni Innsbruck

Für seine wissenschaftlichen Leistungen wurde der österreichisch-amerikanische Chemiker und Schriftsteller Carl Djerassi von der Universität Innsbruck mit einem Ehrendoktorat der Naturwissenschaften ausgezeichnet. Mit der erstmaligen Synthese eines oralen Verhütungsmittels hatte Djerassi in den 1950er-Jahren den Weg zur Entwicklung der Pille geebnet. Wesentliche Vorarbeiten dazu leistete der Mediziner Ludwig Haberlandt, den Djerassi auch als „Großvater der Pille“ bezeichnet hat, in den 1920er-Jahren an der Universität Innsbruck.

Carl Djerassi wurde 1923 als Sohn jüdischer Eltern in Wien geboren. 1938 hat er Österreich verlassen und emigrierte über London in die USA. Nach dem Chemiestudium startete er seine wissenschaftliche Karriere und wurde 1959 Professor an der renommierten Stanford University. Bereits 1951 gelang seinem Forschungsteam in Mexiko die Synthese des Sexualhormons Norethisteron, wodurch er in den folgenden Jahrzehnten als Erfinder der Pille zu Weltruhm gelangte. Djerassi hat für seine Entwicklungen sowohl die National Medal of Science als auch die National Medal of Technology erhalten. Beide Auszeichnungen werden vom Präsidenten der USA verliehen. Für seine Forschungstätigkeit wurde der Chemiker außerdem mit zahlreichen weiteren Preisen und Ehrendoktoraten ausgezeichnet. Darüber hinaus erhielt er unter anderem das Österreichische Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst (1999), die Ehrenmedaille der Bundeshauptstadt Wien in Gold (2002), das Große Verdienstkreuz der Bundesrepublik Deutschland (2003) und das Große Silberne Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich (2008).

Seit den 1980er-Jahre widmet sich Djerassi auch dem literarischen Schaffen. Zu seinen Werken zählen Kurzgeschichten, lyrische Texte, fünf Romane, neun Theaterstücke sowie zwei Autobiografien und ein Memoirenband. Er hat sich aber auch als Kunstsammler und Mäzen einen Namen gemacht und ist der Gründer des Djerassi Resident Artist Program, einer Stiftung in der Nähe von San Francisco, die Stipendiaten aus den Bereichen bildende Kunst, Literatur, Choreographie, darstellende Kunst und Musik Wohn- und Arbeitsräume zur Verfügung stellt. Seit ihrer Gründung im Jahre 1982 hat die Stiftung über 2.200 Künstler beherbergt.

 

MedUni Innsbruck, Ärzte Woche 25/2014

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