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Leben 13. Juni 2014

Stöger: Aluminium vorsorglich reduzieren

Neue Studie des Gesundheitsministeriums zur körpernahen Anwendung  von Aluminium.

Das Bundesministerium für Gesundheit veröffentlichte  auf seiner Website www.bmg.gv.at seine jüngste wissenschaftliche Studie in Bezug auf mögliche gesundheitliche Auswirkungen von Aluminium. Die Literaturstudie trägt den Titel "Aluminium-Toxikologie und gesundheitliche Aspekte körpernaher Anwendungen" und fasst den aktuellen Wissensstand in Bezug auf mögliche gesundheitliche Auswirkungen von Aluminium und seinen Verbindungen in verbrauchernahen Produkten zusammen.

Gesundheitsminister Alois Stöger empfiehlt anlässlich der Studienergebnisse den Verbrauchern eine Reduktion aluminiumhaltiger Produkte: "Zwar kann die Gesundheitsgefährdung derzeit weder bestätigt noch widerlegt werden, es ist allerdings ratsam, vorsorglich auf die Produkte zu verzichten, die Aluminium enthalten."

Im Vorfeld der Veröffentlichung hat das Bundesministerium für Gesundheit namhafte österreichische und internationale Wissenschafter der Medizinischen Universität Wien sowie Fachleute der Österreichischen Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) und des Deutschen Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) zu einer Expertenkonsultation eingeladen. Diese stimmen darin überein, dass die Literaturstudie die momentane Datenlage über Aluminium objektiv und richtig wiedergebe.

Das Fazit der Studie besagt zwar, dass die gegen Aluminium zahlreich bestehenden Verdachtsmomente derzeit auf wissenschaftlicher Basis weder erhärtet noch widerlegt werden können. Ein präventiver Verzicht wird jedoch empfohlen, da die Langzeiteffekte bisher nicht erfasst werden konnten, vor allem dann, wenn es zu einer Kumulation der einzelnen Produktkategorien kommt. Gesundheitsminister Stöger sieht daher Handlungsbedarf: "Ich werde mich auf europäischer Ebene dafür einsetzen, dass konkrete EU-rechtliche Maßnahmen zum Verzicht auf Aluminium in der verbrauchernahen Anwendung gesetzt werden. Sofern kein Verzicht möglich ist, sollte zumindest eine Reduktion von Aluminium in derartigen Produkten durchgesetzt werden."

Derzeit kommt der Gebrauch von Aluminium in Lebensmitteln, Kosmetika, Lebensmittelkontaktmaterialien und rezeptfreien Antazida vor. Das Gesundheitsministerium empfiehlt den Konsumenten daher:

* Verwenden Sie keine unbeschichteten Gefäße aus Aluminium und keine Alufolie zum Zubereiten und Aufbewahren  von stark säurehaltigen Lebensmitteln (wie z. B. Tomatensauce, Rhabarberkompott, Apfelmus, etc.).

* Achten Sie bei Trinkflaschen aus Aluminium darauf, die Innenbeschichtung nicht zu beschädigen. Sollte die Innenbeschichtung Beschädigungen, wie z.B. Kratzer oder Dellen, aufweisen, verwenden Sie die Flasche nicht weiter.

* Verwenden Sie nach Möglichkeit aluminiumfreie Deodorants. Deodorants und Antitranspirantien mit aluminiumhaltigen Inhaltsstoffen sollten nicht auf verletzter bzw. gereizter Haut oder unmittelbar nach einer Rasur aufgebracht werden. Kinder sollten keine aluminiumhaltigen Deodorants oder Antitranspirantien verwenden.

* Fragen Sie Ihre ÄrztInnen oder ApothekerInnen nach Alternativen zu aluminiumhaltigen Antazida.

Die Studie ist ab sofort online unter www.bmg.gv.at zu finden.

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