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Leben 17. Oktober 2005

Die Kraft des Schwefelwassers

Seit Jahrtausenden baden die Menschen in Schwefelwasser oder trinken es, primär bei Beeinträchtigungen des Bewegungsapparates. Nun wurde in wissenschaftlichen Studien festgestellt, dass im Schwefelwasser offensichtlich noch andere ungeahnte Kräfte liegen, die es zu einem wichtigen Faktor in der Gesundheitsprävention machen könnten.

Das Forschungsinstitut für Schwefelwasser, Kur und Wellness mit Standort in Baden bei Wien beschäftigt sich seit rund fünf Jahren mit dem „Gold aus der Erde“, wie das Schwefelwasser, eines der ältesten Heilmittel der Menschheit, im Volksmund auch gerne genannt wird. Die Ergebnisse der Forschungen des Institutes unter der Leitung von Prof. Dr. Wolfgang Marktl, Institut für Physiologie an der Universität Wien, sowie Prof. DDr. Franz Holzer, Ärztlicher Leiter Kurhaus Baden, zeigen vor allem die Wirkung des Schwefelwassers als Radikalfänger, aber auch dessen positiven Einfluss auf den Lipidstoffwechsel. Bekanntermaßen stellen Zivilisationskrankheiten heute die häufigste Todesursache dar. So entfielen im Jahr 2001 rund 76 Prozent aller Todesfälle auf Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Krebs, aber auch Diabetes, Lungenerkrankungen und Leberzirrhose gehören zu den häufigen Todesursachen. Freie Radikale spielen bei der Entstehung von Zivilisationskrankheiten eine wesentliche Rolle.

Schwefelwasser im Kampf gegen freie Radikale

Jeder Mensch trägt freie Radikale, äußerst reaktionsfreudige Sauerstoffmoleküle, die wichtige Zellstrukturen und Funktionen im Körper zerstören können, in sich. Bekämpft werden sie von den körpereigenen Abwehrmechanismen, deren Wirkung allerdings mit fortschreitendem Alter schwächer wird. Ein Mehr an freien Radikalen bedeutet erhöhten oxidativen Stress und damit eine Schwächung des Immunsystems sowie die vorzeitige Alterung des Organismus. Diesem Prozess kann durch das Zuführen von externen Radikalfängern beziehungsweise Antioxidantien entgegengewirkt werden. Dies ist etwa durch Ernährung möglich, weiß man doch von natürlichen Antioxidantien in zahlreichen Nahrungsmitteln. In den wissenschaftlichen Studien des Forschungsinstitutes in Baden wurde nun nachgewiesen, dass das Schwefelwasser über eine ausgezeichnete antioxidative Wirkung verfügt. Holzer über die Ergebnisse der Studien: „Wir konnten zeigen, dass das Schwefelwasser die Widerstandskraft gegen oxidativen Stress stärkt und somit einen wertvollen Beitrag in der Prävention leisten kann. Denn je weniger freie Radikale, umso weniger anfällig ist der Körper gegenüber vielen Krankheiten.“

Konsensus der Balneologen

Bereits in einem Konsensuspapier der führenden Balneologen Österreichs wurde 1996 festgestellt: „Allgemein kann gesagt werden, dass der zweiwertige Schwefel zu einer reaktiven Antwort des Immunsystems im Gesamtorganismus führt.“ Tatsächlich ist es der im Schwefelwasser enthaltene zweiwertige Schwefel, der Redoxsysteme bildet, die die freien Radikale abfangen beziehungsweise eine Verminderung ihrer Bildung bewirken und so die Zellen von Schädigungen befreien können. Marktl misst den Ergebnissen der Studien einen hohen Stellenwert bei: „Da die Bildung freier Sauerstoffradikale eine wesentliche Rolle bei der Entstehung diverser chronischer Zivilisationskrankheiten spielt, wird die Bedeutung der Schwefelwasseranwendungen in Zukunft in der Prävention und Therapie sicherlich steigen.“

Schwefelwasser senkt LDL-Cholesterin

In den Studien des Forschungsinstitutes konnte aber auch nachgewiesen werden, dass das Schwefelwasser einen Beitrag zur Senkung des „bösen“ LDL-Cholesterins leisten kann. Der positive Einfluss des Schwefelwassers auf den Lipidstoffwechsel konnte im Rahmen einer Studie aufgezeigt werden. So wurden zwei Gruppen von Menschen miteinander verglichen; die eine nahm regelmäßig Schwefelwasser zu sich, die andere Leitungswasser. Bei jenen Personen, die Schwefelwasser tranken, konnte unter kontrollierten Ernährungsbedingungen eine Senkung des LDL-Cholesterins festgestellt werden. Schwefelwasseranwendungen können also offensichtlich die gefäßschädigende Wirkung des LDL-Cholesterins positiv beeinflussen. Schwefelwasser kann als Trink-, Bade- oder Schlammkur angewendet werden. Der Schwefel gelangt sowohl über die Haut als auch durch Einatmen in den Körper. Hat man sich bisher seiner Wirkung beinahe nur zur Behandlung beziehungsweise der Reparatur der Indikationen aus der Erfahrungsheilkunde bedient, so werden durch die aktuellen Erkenntnisse neue Anwendungsgebiete eröffnet.

  • Frau mag. Felizitas Mag. Kottnig, 11.06.2013 um 21:00:

    „ich kure seit einem jahrzehnt in bad schallerbach. das schwefelwasser tut mir ausgesprochen gut. meine rückenprobleme sind neutralisiert, meine übrigen gelenke erfreuen sich bester gesundheit (bin 67jahre jung). dazu ernähre ich mich vernünftig und liebe die bewegung (am liebsten in freier natur). es wirkt sich positiv auf körper und seele aus.“

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