zur Navigation zum Inhalt
© ericsphotography/iStock
Geldkoffer sind für schöne Männer leichter zu ergattern.
 
Leben 4. April 2014

Kapital erhalten eher hübsche Männer

Um ein Startgeld bei Investoren zu lukrieren, sind Frauen bei den Präsentationen ihrer Geschäftsideen oftmals weniger erfolgreich.

Weniger attraktive Männer und Frauen haben es schwerer, Investoren für ihre Start-ups zu finden. Das schlussfolgern Wissenschaftler des Massachusetts Institute of Technology (MIT) aus einer Feldstudie und Experimenten. Demnach haben gut aussehende Männer viel mehr Erfolg, Wagniskapital für ihr neues Unternehmen zu bekommen als Frauen und weniger ansprechend aussehende Männer.

Die Präsentation der Geschäftsidee bei Investoren, die oft nur fünf Minuten dauert, hängt laut einer Untersuchung von Aussehen und Geschlecht ab. So hatten männliche Unternehmer mit einer 60-prozentigen Wahrscheinlichkeit mehr Erfolg in entsprechenden Präsentations-Wettbewerben bei Wagniskapital-Investoren – unter ansonsten gleichen Umständen. Äußerliche Attraktivität soll zudem bei Männern zu einer 36 Prozent höheren Erfolgsrate verhelfen.

Außerdem führten die Forscher Labor-Experimente unter kontrollierten Bedingungen durch. Dabei stellten entweder männliche oder weibliche Stimmen in einem Video denselben Geschäftsplan vor. Die Zuschauer wählten dabei zu 68 Prozent von Männern präsentierte Pläne. Wobei natürlich hier die Frage ist, ob diese Zuschauer genauso entscheiden wie echte Wagniskapitalgeber. Nach Angaben des MIT soll aber eine Feldstudie unter realen Bedingungen, in der ein echter Wettkampf um Investorengelder stattfand, ähnliche Ergebnisse gehabt haben.

Männer verfolgen Projekte mit mehr Gewinnpotenzial

Geschäftsideen von Frauen und Männern und ihre jeweilige Präsentation sind jedoch schwer vergleichbar, wie die Forscher zugeben. So heißt es in der Studie, publiziert im Fachjournal „Proceedings of the National Academy of Sciences“, dass Frauen eher zur Gründung von Unternehmen tendieren, die wiederum mehr Frauen als Kunden haben, etwa für Kosmetik- oder Kochprodukte. Männer hingegen verfolgen eher Geschäftsideen, die ein größeres Gewinnpotenzial haben, womit es für Wagniskapitalgeber attraktiver wird.

Die Wissenschaftler glauben aber, dieses Problem gelöst zu haben, indem sie die Ergebnisse aus Feld- und Laborstudien kombiniert haben. Die Entscheidungen, die Investoren fällen, sind daher möglicherweise nicht so rational, wie diese glauben: „Die Fundamentaldaten einer Geschäftsidee und die bisherige Erfahrung des Unternehmers selbst gelten als das Hauptkriterium für Investments“, heißt es in dem Bericht. Jedoch bleibt „eine profunde und hartnäckige Bevorzugung der Geschäftsvorhaben von Männern, besonders von attraktiven Männern“.

Zu diesem Thema wurden noch keine Kommentare abgegeben.

Mehr zum Thema

<< Seite 1 >>

Medizin heute

Aktuelle Printausgaben