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© Image Source/Bjarte Rettedal
 
Leben 22. Februar 2014

Kein bleibender Eindruck

Jenaer Psychologen weisen nach, dass Schönheit allein nicht ausreicht, um einen bleibenden visuellen Eindruck zu hinterlassen.

Ein schönes Gesicht allein reicht nicht aus, um dauerhaft in Erinnerung zu bleiben. Ohne zusätzliche auffällige Merkmale hinterlassen attraktive Gesichter im Gedächtnis offensichtlich weniger ausgeprägte Eindrücke als unattraktive, berichten Psychologen der Friedrich-Schiller-Universität Jena im Fachmagazin „Neuropsychologia“.

Die Ergebnisse hätten sie selbst überrascht, so die Forscher aus Deutschland. „Bisher gingen wir davon aus, dass es generell leichter sei, sich als attraktiv empfundene Gesichter einzuprägen – einfach, weil wir schöne Gesichter lieber betrachten“, sagt der Psychologe PD Dr. Holger Wiese von der Uni Jena. Es sei davon auszugehen, dass bei attraktiven Gesichtern der Lernprozess durch emotionale Einflüsse gestört werde, die ein Wiedererkennen erschweren.

Falsch-positive Ergebnisse

Die Psychologen hatten Testpersonen jeweils für wenige Sekunden Fotos von gleichermaßen markanten Gesichtern gezeigt, die je zur Hälfte als eher attraktiv oder eher unattraktiv eingestuft wurden. In einer zweiten Runde wurden den Probanden dann erneut Gesichter gezeigt und nach dem Wiedererkennen gefragt. Bei attraktiven Gesichtern gab es deutlich mehr falsch-positive Ergebnisse. Das heißt, die Probanden gaben in der Testphase an, ein Gesicht zu kennen, obwohl sie es zuvor noch nicht gesehen hatten.

„Offensichtlich neigen wir gelegentlich dazu zu glauben, dass wir ein Gesicht wiedererkennen, einfach weil wir es attraktiv finden“, erklärt Wiese. Wenn eine Schauspielerin wie Angelina Jolie weltweit als Inbegriff weiblicher Attraktivität gelte, sei das kein Wunder. Neben bloßer Schönheit garantierten besondere Merkmale wie große Augen und volle Lippen dabei einen hohen Wiedererkennungswert: „An solche Gesichter erinnern wir uns ziemlich gut“.

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