zur Navigation zum Inhalt
 
Leben 10. Februar 2014

Umstrittene olympische Ärztespiele

Auch die heimischen Mediziner bereiten sich auf ein sportliches Großereignis vor.

Nun ist es also so weit. Die Athleten sind in den Mittelpunkt wieder mal umstrittener olympischer Spiele gerückt, die Blicke richten sich nun endlich mehr auf die sportlichen Leistungen, als auf die politischen Verfehlungen. Und nachdem die Reporter in der Aussprachedatenbank endlich gelernt haben, wie man die russische Stadt „Sotchi“ (mit kurzem „o“) richtig ausspricht, wollen sie das Wort „Putin“ (mit langer Halbwertszeit) gar nicht mehr in den Mund nehmen.

In diesem Zusammenhang möchte ich auf die, von mir immer wieder an dieser Stelle erwähnten, medizinischen Spiele hinweisen. Nach wie vor zu Unrecht abseits des öffentlichen Interesses, trainieren die Kollegen seit Monaten auf das Großereignis hin. Ich darf an die Leistungen der legendären rot-weiß-roten Ärzte erinnern: In der Disziplin des Speed-Patientenings, hier nach wie vor ungeschlagen im Mannschaftswettbewerb das Team der Oberärzte unserer chirurgischen Abteilung, mit einer durchschnittlichen Verweildauer von 28 Sekunden am Patientenbett. Eine solche Zeit konnte nur durch den Konsiliar-Neurologen im Einzel unterboten werden, der mit einer sensationellen Zeit von nur 19 Sekunden, inklusive An- und Abreise in das Krankenzimmer, sicherlich auch dieses Jahr als eine der größten Medaillenhoffnungen gilt.

Beim Krankenkassen-Buckeling gilt eher das Motto „Dabei sein ist alles“, denn bereits bei der ersten Konfrontation heimischer Ärzte mit Vertretern der herausfordernden russischen Krankenkasse, kam es zu schweren Verletzungen unserer Athleten. Hier haben die hiesigen Vertragspartner sicher noch Aufholbedarf im Bereich Brutalität.

Das ambitionierte Jungärzte-Turnusteam hat, wie immer, die besten Karten in den Sparten „Schreiben“, „Abschreiben“ und „Eintippen“ – die Assistenzärzte erhoffen sich dadurch einen Stockerlplatz beim „Super-Burnout“.

Vor allem bei der österreichischen Disziplin Over-The-Situation-Raunzing räumen Beobachter dem Österreichischen Team gute Chancen ein. Schließlich gilt Raunzen als Nationalsport und soll künftig, im Sinne der Frühförderung, bereits als Pflichtfach in den Kindergärten etabliert werden. Die beliebten Subdisziplinen Over-The-Money-Raunzing und Over-The-Patients-Raunzing wurden dieses Jahr, aufgrund einer aufkeimenden Homosexuellen-Phobie der Veranstalter, um das Over-The-Rainbow-Raunzing ergänzt.

Es bleibt zu hoffen, dass die Ärzte hier international ähnlich gut abschneiden wie die Österreichischen Apotheker beim Over-The-Counter-Raunzing.

Unseren ärztlichen Olympioniken bleibt also zu wünschen, dass sie heil wieder zurückkommen und sie fortan im Krankenhaus an den fünf, statt den zwei dunklen Ringen um die Augen zu erkennen sind.

Zu diesem Thema wurden noch keine Kommentare abgegeben.

Mehr zum Thema

<< Seite 1 >>

Medizin heute

Aktuelle Printausgaben