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Leben 4. Februar 2014

Oberösterreicher als Teamarzt in Sotschi

Arzt der Klinik Diakonissen Linz begleitet Hirscher, Matt und Co.

Dr. Franz Unger, der 51-jährige renommierte Schulterspezialist der Klinik Diakonissen Linz, begleitet die Österreichischen Skistars zu den Olympischen Spielen nach Sotschi.

Als Unfallchirurg ist er damit nicht nur für (hoffentlich ausbleibende) ernste Verletzungen zuständig, sondern auch für Husten, Schnupfen und kleine Wehwehchen der Rennstars: „Auch bei Verkühlungen können die Sportler nicht einfach in die Hausapotheke greifen. Einige der gängigsten Medikamente stehen auf der Dopingliste", weiß Dr. Unger, der in jungen Jahren sogar selbst lokale Rennen bestritten hat. Nicht nur die Stars sind bei Dr. Unger in besten Händen. Nach dem Ausflug in den Skizirkus, steht der Schulterspezialist wieder allen Patienten in der Klinik Diakonissen Linz und im Ärztezentrum medz zur Verfügung.

Der Arzt, dem die Rennstars vertrauen

Dort wo Gold, Silber und Bronze bei Schi-, Bob- und Rodelbewerben vergeben werden, wird auch Dr. Franz Unger im Olympischen Dorf Quartier (17.2.-23.2.) beziehen. „Ich bin für die Herren-Bewerbe SuperG, Riesentorlauf und Slalom eingeteilt", erzählt der 51-Jährige. Trotz großer „ÖSV-Doktor-Routine" sind die Olympischen Spiele für ihn Neuland. Seit 1993 ist der Thalheimer permanent als ÖSV-Arzt bei Weltcuprennen rund um den Globus im Einsatz. Sein bisheriger Höhepunkt war  seine Nominierung zum Teamarzt bei der Weltmeisterschaft 2007 in Aare (Swe). „Das wird jetzt natürlich von den Olympischen Spielen getopt", freut sich Dr. Unger auf seinen Einsatz. Als einer der besten Schulterchirurgen des Landes, ist der Familienvater viel beschäftigt. Aber dem Ruf von ÖSV-Sportdirektor Hans Pum folgte er umgehend: „Für ein so einmaliges Erlebnis, muss man sich die Zeit einfach nehmen".

Spitzensportler: Die gleichen Anliegen, wie andere Patienten auch

Gibt es Unterschiede in den Anforderungen an einen Arzt? „Für Spitzensportler spielt der Faktor Zeit noch eine viel größere Rolle. Die Angst vor einem Karriereende nach einer Verletzung ist oft groß. Sonst gilt aber für die Athleten das Gleiche wie für jeden Anderen auch: Sie möchten sich auf ihren Arzt verlassen können", so Dr. Unger. „Eine vertrauensvolle persönliche Beziehung ist den Sportlern in Sotschi genauso wichtig, wie meinen Patienten in Linz und Wels."

„Verletzungen nehmen generell zu"

Seine Leistungen im Bereich der Schulterchirurgie haben Dr. Franz Unger über die Grenzen Österreichs hinaus bekannt gemacht und werden immer häufiger nachgefragt: „In vielen Wettkampfsportarten sind Verletzungen oder auch Abnützungen im Schulterbereich häufig.

Die wachsende Fitness- und Gesundheitswelle lässt zudem die Zahl der Hobbysportler ansteigen. Das ist insgesamt eine gute Entwicklung – aber auch Sportverletzungen und sportbedingte Überlastungsschäden nehmen daher tendenziell zu. Allerdings kann auch berufliche Überbelastung, z.B. durch Arbeiten über Kopf, in späteren Jahren zu Schulterbeschwerden führen. Bleibt der Schmerz unbehandelt, können schon alltägliche Dinge wie z.B. das Anziehen eines Pullovers zum Problem werden." Gemeinsam mit Dr. Franz Unger bildet Dr. Gernot Aitzetmüller DAS österreichische Kompetenzzentrum für Schulterchirurgie und verhilft Spitzensportlern genauso wie allen anderen Patienten zu mehr Beweglichkeit und Lebensqualität.

Der Job vor Ort

Eine Hangbesichtigung gibt es am Renntag nicht nur für Hirscher, Matt und Co, sondern auch für ihren Teamarzt: „Während sich die Rennläufer Tore und Übergänge einprägen müssen, merke ich mir eher die Standorte der Betreuer", erklärt Dr. Unger mit einem Augenzwinkern. Er ist während des Rennens beim Start positioniert und per Funk permanent mit dem rotweißroten Trainerstab verbunden.

Darüber hinaus begleitet er „seine Athleten" zur Dopingprobe, aber auch Husten, Schnupfen und Heiserkeit im ÖSV-Team fallen bei diesem sportlichen Großereignis in Dr. Ungers Verantwortungsbereich. „Die Kenntnis der aktuellen WADA Dopingliste ist unbedingt erforderlich". Während kleinere Verletzungen im Team-Hotel behandelt werden, wäre Unger bei schwereren Verletzungen eines ÖSV-Läufers, die hoffentlich ausbleiben, als Vertrauensperson im Einsatz. Er würde den Athleten ins Krankenhaus begleiten und zusammen mit den Ärzten vor Ort über Operation oder Heimtransport entscheiden. „Zudem müsste ich den ÖOC-Medical-Chief, den Cheftrainer und die Pressesprecher informieren", erzählt Unger, der selbst verdammt schnell auf zwei Skiern unterwegs ist und in jungen Jahren sogar lokale Rennen bestritten hat. „Das ist sicher kein Nachteil", schmunzelt Unger.

Presseaussendung eXakt PR/TF, springermedizin.at

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