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Leben 25. Jänner 2014

Hand wird zum Zahlungsmittel

Zukünftig könnte mithilfe eines Scans der Adern auf der Handfläche bargeldlos bezahlt werden.

Ein neues System soll bargeldloses Bezahlen möglich machen. Mithilfe eines biometrischen Erkennungsverfahrens, dem Venenscan, werden die Handflächen mit infrarotem Licht kontaktlos bestrahlt. Dabei erscheint ein Adermuster, das dann mit der zuvor gespeicherten „Venen-Karte“ des Benutzers verglichen wird. Das Venenmuster ist bei jedem Menschen unterschiedlich und daher für eine Personenidentifizierung gut geeignet.

Die amerikanische Kreditkartenfirma PulseWallet hat ein System entwickelt, das einfach und effektiv sein soll: Nach einer Registrierung, bei der die Hand in die Datenbank aufgenommen und mit der Kreditkarte gekoppelt wird, funktioniert die spätere Bezahlung in Sekundenschnelle. Die Hand muss nur kurz über eine Infrarotkamera gehalten werden, die ein Foto der Äderung erstellt und mit der Datenbank abgleicht. Die Technologie ordnet in 99,99992 Prozent der Fälle die Daten richtig zu. Als zusätzliche Absicherung muss jedoch noch die eigene Telefonnummer eingegeben werden.

Technik kommt bereits zum Einsatz

„Biometrische Verfahren sind die Zukunft“, so Matt Saricicek, technischer Leiter von PulseWallet. „Wir können jetzt unser Handy mit unserem Fingerabdruck entsperren. Wir werden fauler, und wir verlangen nach Einfachheit.“ Daran arbeitet Saricicek schon länger. Gemeinsam mit Aimann Rasheed hat er auf der CES 2012 (Consumer Electronics Show – http://cesweb.org) bereits ein ähnliches System präsentiert, bei dem aber nur ein Finger eingescannt wurde. Damals mangelte es jedoch noch an der Zuverlässigkeit der Zuordnung der Daten.

Weitere Forschungen und Entwicklungen führten zur PalmSecure-Technologie. Diese Technologie gibt es schon seit 2005, jedoch wurde es in Amerika nie großflächig verwendet. Lediglich in Ländern wie Italien und Brasilien wurde die Technologie in rund 35.000 Geldautomaten eingesetzt. In Amerika beschränkt sich der Gebrauch auf einige Krankenhäuser, wo die Patienten mit PalmSecure identifiziert werden und manche Schulen, bei denen die Kinder bargeldlos ihr Mittagessen bezahlen können.

Saricicek weist darauf hin, dass das Verfahren von PulseWallet wenig invasiv ist – im Gegensatz etwa zum Scan-Verfahren der Iris: „Ich will nicht, dass mir mit einem Laser ins Auge gestrahlt wird, aber es stört mich nicht, meine Hand auszustrecken“, sagt Saricicek. Der PulseWallet-Scanner kann entweder direkt an die Kasse angeschlossen werden oder eine eigene Kasse wird über ein Windows-Tablet dazu eingerichtet.

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