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MSD-Preisträger 2013: Frau Dr. Sieglinde Angelberger (nun Reinisch; Medizinische Universität Wien) und Frau Dr. Patrizia Kump (Medizinische Universität Graz)
 
Leben 11. Dezember 2013

ÖGGH 2013: Neues aus der Arbeitsgruppe CED

Vielfältige Aktivitäten

Eine der wesentlichen Aufgaben und Zielsetzungen der AG für CED innerhalb der ÖGGH sind Fortbildungsveranstaltungen. Die wichtigsten derartigen Veranstaltungen haben sich seit Jahren gut etabliert. Dazu zählt ganz wesentlich das „Symposium über Immunsuppression und monoklonale Antikörper bei chronisch entzündlichen Darmerkrankungen“, dessen wmw skriptum Ihnen vorliegt. Das Symposium fand heuer zum elften Mal statt und war auch trotz Ortswechsel wieder ausgezeichnet besucht. Stil, Ort und Zeitpunkt des Symposiums sollen zunächst beibehalten werden. Ein weiterer Höhepunkt ist jedes Jahr die Frühjahrstagung der Arbeitsgruppe in Weyregg am Attersee. Diese findet immer in etwas kleinerem Rahmen statt und bietet daher ein sehr gutes Forum für tiefergehende Diskussionen. So war dieses Jahr ein Teil wissenschaftlichen Studien, einem Konsensus sowie der Patientenversorgung gewidmet. Die kommenden Veranstaltungen, auf die ich hinweisen möchte, sind der UEGW (United European Gastroenterology Week), das Gastroenterologische Update, voraussichtlich 4 Biologika-Circle im Frühjahr 2014, das Frühjahrstreffen der AG CED in Weyregg eine Woche nach Ostern sowie die Jahrestagung der ÖGGH im Juni in Villach. Details können Sie bei Zeiten dem Kalender der Homepage der ÖGGH entnehmen.

Konsens-Erstellungen

Eine weitere Aufgabe der AG ist die Erstellung von Konsensus zu speziellen Fragestellungen. Zwischenzeitlich konnte der Konsens über das kolorektale Karzinom bei colonischen chronisch entzündlichen Darmerkrankungen und ein Update des Einsatzes von Adalimumab bei Morbus Crohn in der Zeitschrift für Gastroenterologie veröffentlicht werden. Die entsprechenden Files finden sich auf der Homepage der ÖGGH/Arbeitsgruppe für CED bzw. werden in Kürze dort zu finden sein. Die Konsensus über den diätologischen Zugang zu CED und ein Update klinisch-pathologischer Qualitätsstandards sind eingereicht. Ein Konsensus über Biosimilars, der unter Beteiligung der österreichischen Gesellschaft für Gastroenterologie und Hepatologie (ÖGGH) gemeinsam mit anderen Fachgesellschaften erstellt werden soll, ist in Arbeit. Biosimilars sind simpel ausgedrückt Nachfolgeprodukte von biotechnologischen Arzneimitteln, die dem Originator ähnlich, aber nicht ident sind. Aber auch das Originalprodukt unterliegt gewissen Schwankungen zwischen den Chargen. Im Rahmen dieses Konsensus soll unter anderem Stellung bezogen werden, auf welcher Ebene Biosimilars verschrieben werden können, ob eine Umstellung auf ein Biosimilar aus rein ökonomischen Gründen erfolgen soll/kann und ob der Einsatz eines Biosimilars für eine Indikation, für die es klinisch nicht getestet wurde (sondern nur für ähnliche Erkrankungen, bei denen derselbe Wirkmechanismus der Wirksubstanz vorliegt), empfohlen werden kann. Tatsache ist, dass diese Thematik sicher in verstärktem Maß auf unsere tägliche Routinearbeit zukommen wird.

European Crohns and Colitis Organisation

Immer besser konnte sich international die European Crohns and Colitis Organisation (ECCO) platzieren. Die gesamte Mitgliederzahl ist in der Zwischenzeit auf fast 2.400 angestiegen. Der jährliche stattfindende ECCO-Kongress hat sich innerhalb weniger Jahre als eine sehr große und wichtige Veranstaltung von hoher Qualität etabliert. Dieses Jahr fand er zum achten Mal statt und wurde in Wien abgehalten. Mit 4.515 Teilnehmern war er der bislang am besten besuchte seiner Art. ECCO publiziert im Journal of Crohn’s and Colitis unter anderem Guidelines für diverse Fragestellungen, fördert Forschung und veranstaltet Fortbildungskurse. Bei der Gelegenheit möchte ich Sie auf den nächsten ECCO-Kongress hinweisen, der im Februar 2014 in Kopenhagen stattfinden wird. Im Rahmen dieses Kongresses wird wieder ein IBD „intensive advance course“ stattfinden, an dem wieder erfreulicherweise 4 österreichische KollegInnen teilnehmen können. Jedes Mitgliedsland, somit auch Österreich, hat zwei National Representatives. Einer ist der aktuelle Arbeitsgruppenleiter. Dies war vor mir Walter Reinisch, der dann zwei weitere Jahre second Nat Rep war und dieses Amt heuer im Rahmen der Frühjahrstagung der AG CED an Christoph Högenauer übergab. An dieser Stelle möchte ich Walter Reinisch für seinen unermüdlichen Einsatz für die Arbeitsgruppe CED, die er ganz entscheidend geprägt hat, danken und wünsche ihm alles Gute für seine weitere berufliche Karriere in Kanada.

MSD-Preis

Auch dieses Jahr wurde wieder der MSD-Preis 2013 zur Wissenschaftsförderung vergeben (Abb. 1). Der Preis wurde geteilt und erging zur Hälfte an Fr. Dr. Sieglinde Angelberger (nun Reinisch; Medizinische Universität Wien) und Fr. Dr. Patrizia Kump (Medizinische Universität Graz). Die Arbeiten wurden in den Journalen American Journal of Gastroenterology bzw. Inflammatory Bowel Disease angenommen. Beide Arbeiten beschäftigen sich mit der Stuhltransplantation bei Colitis ulcerosa und sind ein wichtiger heimischer Beitrag zu dieser Thematik. Weiters wurden im Rahmen der ÖGGH-Jahrestagung zum zweiten Mal an 4 junge KollegInnen der Young Pioneer-Preis verliehen, der es den Preisträgern unter anderem ermöglicht, Erfahrungen an CED-Zentren zu sammeln.

Ich hoffe, dass sie auch dieses Jahr Gefallen am Symposium fanden und auch den Ortswechsel von Mondsee zum Fuschlsee positiv aufnehmen konnten. Nächstes Jahr wird das Symposium vom 3. bis 4. Oktober wiederum am Fuschlsee stattfinden. Ich hoffe, sie nächstes Jahr wieder begrüßen zu können.

Literatur

1. Angelberger S, Campregher C, Fuchssteiner H, et al. (2013) Kolorektales Karzinom: Screening und Surveillance bei chronisch entzündlichen Darmerkrankungen − Konsensus der Arbeitsgruppe für chronisch entzündliche Darmerkrankungen der ÖGGH. Z Gastroenterol 51:450-7.

2. Angelberger S, Reinisch W, Mikristathis A, et al. (2013) Temporal bacterial community dynamics vary among ulcerative colitis patients after faecal microbiota transplantation. Am J Gastroenterol (in press).

3. Kump PK, Gröchenig HP, Lackner S, et al. (2013) Alteration of intestinal dysbiosis by fecal microbiota transplantation does not induce remission in patients with chronic active ulcerative colitis. Inflamm Bowel Dis 19:2155-65.

Zur Person
Univ.-Prof. Dr. med. Gottfried Novacek
Medizinische Universität Wien
Universitätsklinik für Innere Medizin III
Klinische Abteilung für Gastroenterologie und Hepatologie
Währinger Gürtel 18 – 20
1090 Wien
Fax: +43/1/40400/4735
E-Mail:

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