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Prof. Dr. Christian Marth, Direktor der Innsbrucker Univ.-Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe
 
Leben 4. November 2013

Prof. Christian Marth leitet europäisches Forschungsnetzwerk

Hohe Anerkennung für den Direktor der Innsbrucker Univ.-Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe: Prof. Dr. Christian Marth wurde einstimmig zum ENGOT Vorsitzenden gewählt. ENGOT (European Network of Gynecological Oncology Trials Group) ist die Vereinigung aller Studiengruppen Europas, die Therapien im Bereich der gynäkologischen Onkologie weiterentwickeln.

In Österreich werden jährlich ca. 7.500 Fälle von frauenspezifischen Krebserkrankungen diagnostiziert. Um noch effizientere Therapien für gynäkologische Tumorerkrankungen zu entwickeln, müssen klinische Studien durchgeführt werden. In Europa koordiniert und fördert ENGOT die Zusammenarbeit von solchen Studien zu gynäkologischen Krebserkrankungen. Derzeit gehören zu dem Netzwerk 19 Studiengruppen aus 14 europäischen Ländern.

ENGOT wurde im Oktober 2007 als Forschungsnetzwerk der Europäischen Gesellschaft für Gynäkologische Onkologie (ESGO) gegründet. Im Rahmen des kürzlich in Liverpool stattgefundenen ESGO-Meetings wurde Prof. Dr. Christian Marth einstimmig zum Vorsitzenden der ENGOT gewählt. Stimmberechtigt war jede Studiengruppe der ENGOT. „Mich hat die Wahl sehr gefreut, da dies eine hohe Auszeichnung für die Forschungsleistung in Österreich zu gynäkologischen Krebserkrankungen ist“, erklärte Prof. Marth. „ENGOT ist im Bereich der gynäkologischen Onkologie weltweit eines der wichtigsten Netzwerke.“ Darüber hinaus ist die ENGOT im Bereich der Förderung von Nachwuchswissenschaftern sehr aktiv.

Zentrum für gynäkologische Onkologie-Forschung

Die Wahl von Prof. Marth zum Vorsitzenden unterstreicht die Expertise der Medizinischen Universität Innsbruck in der Erforschung gynäkologischer Krebserkrankungen. Seit 2001 ist Innsbruck Sitz der Studienzentrale der AGO (Arbeitsgemeinschaft für gynäkologische Onkologie), der Prof. Marth als Präsident vorsteht. Die AGO-Studienzentrale organisiert nicht nur die akademische klinische Forschung am Innsbrucker Departement für Frauenheilkunde, sondern betreut derzeit alle Projekte der AGO in Österreich. Die Frauenklinik Innsbruck ist darüber hinaus an zahlreichen internationalen Multizentrenstudien beteiligt.

Teilnahme an Therapiestudien

Durch Therapiestudien konnten in den vergangenen Jahren die Heilungsraten von beispielsweise Brust- und Gebärmutterhalskrebs verbessert werden. „Es ist daher sehr wichtig, Patientinnen zu finden, die an den Studien teilnehmen“, erklärt Prof. Marth. Eine Therapiestudie beinhaltet ein neues Konzept, von dem Experten annehmen, dass es erfolgreicher ist als die bisher üblichen Behandlungsstrategien. „Die Teilnehmerinnen erhalten daher häufig als erste die Chance, neue, innovative Therapieansätze zu erfahren“, erklärt Prof. Marth. Solche Therapiestudien unterliegen strengen Richtlinien. „Neben dem Ziel der Studie, neue Therapieformen für eine Vielzahl an Patientinnen nutzbar zu machen, bietet sie auch eine persönliche Chance für eine Bewältigung der Krankheit, da regelmäßige Untersuchungen und eine optimale sowie individuelle Betreuung, die oftmals über das normale Routineprogramm hinausgehen, stattfindet.“ Wenn eine behandelnde Ärztin/ ein behandelnder Arzt die Teilnahme an einer Studie vorschlägt, sollten sich Patientinnen ausführlich über das Ziel und die Durchführung aufklären lassen und dann in aller Ruhe über eine Teilnahme entscheiden, rät Prof. Marth.

Zur Person

Prof. Marth studierte Medizin in Graz und Innsbruck und hat sich auf gynäkologische Tumortherapien spezialisiert. Der gebürtige Meraner ist seit 1981 an der Universitätsklinik Innsbruck tätig. Auslandsaufenthalte in den USA, Italien und zwei Jahre als Oberarzt am Radiumhospital in Oslo folgten, ehe er 1998 zum Vorstand der Univ.-Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe in Innsbruck bestellt wurde. Mit seinen wissenschaftlichen Publikationen wurde Prof. Marth bereits mehrfach ausgezeichnet. Darüber hinaus fungiert das Vorstandsmitglied der Österreichischen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe als Herausgeber und Reviewer anerkannter wissenschaftlicher Zeitschriften - u. a. Journal of the National Cancer Institute, American Journal of Obstetrics and Gynecology. Mehr als 300 Artikel hat er selbst in wissenschaftlichen Journalen veröffentlicht.

Pressemitteilung Medizinische Universität Innsbruck/TF, springermedizin.at

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