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ROTE NASEN brachten Fröhlichkeit und Lebensfreude in den tristen und schmerzhaften Alltag der Buruli–Ulkus-Patienten
 
Leben 23. Oktober 2013

EMERGENCY SMILE :)

ROTE NASEN Clowndoctors präsentiert neues Kriseninterventionsprogramm.

Die Clowndoctors von ROTE NASEN bringen ein Lachen ab sofort auch in jene Gebiete der Welt, in denen es überhaupt nicht vermutet, aber dringend gebraucht wird. Dafür sorgt das neue Kriseninterventionsprogramm EMERGENCY SMILE. Speziell ausgebildete Clowns der ROTE NASEN Partnerorganisationen begeben sich in enger Zusammenarbeit mit Hilfsorganisationen in Krisen- und Katastrophengebiete und setzen hier die Kraft des Humors ein, um Momente des Aufatmens und der Hoffnung zu ermöglichen. Der erste Einsatz führte das ROTE NASEN EMERGENCY SMILE-Team nach Akonolinga/Kamerun. 

Ein Funken Hoffnung in höchster Not

Nicht nur Patienten und Patientinnen in Krankenhäusern oder sozialen Einrichtungen hilft die Kraft des Humors, neuen Mut und neue Zuversicht zu sammeln. Auch in Krisen- oder Katastrophengebieten kann es ein Lachen sein, das nach der Grundversorgung eines der größten Wunder und Geschenke ist. Denn auch in seiner tiefsten Verzweiflung hat der Mensch ein Bedürfnis nach Freude und Glück.

„Schon ein kurzer Blick in die Nachrichten genügt, um zu sehen, wie viel Traurigkeit, Leid, und Hoffnungslosigkeit es auf unserer Erde gibt - ob bei Naturkatastrophen wie erst kürzlich bei uns in Österreich, in Ländern, wo Armut und Krankheit die Macht übernommen haben oder in den vielen Kriegsgebieten dieser Welt. Hier möchten wir mit dem ROTE NASEN Kriseninterventionsteam die Menschen stärken und ihnen neuen Lebensmut schenken“, erklärt Monica Culen, Geschäftsführerin ROTE NASEN Clowndoctors International.

ROTE NASEN bereits im Kosovo-Krieg

Vor dem Programm EMERGENCY SMILE gab es nur punktuelle ROTE NASEN-Einsätze in Krisengebiete. Alles begann 1999, als fünf Clowndoctors in eines der damals größten Flüchtlingslager des Kosovo-Krieges reisten. 2011 startete die Clownarbeit in Palästina, die hier mittlerweile nicht mehr wegzudenken ist. Im selben Jahr betreute das ROTE NASEN Team in Neuseeland wochenlang Opfer und Einsatzkräfte nach dem verheerenden Erdbeben in Christchurch. 

„Anfangs plagten uns Zweifel und Ängste, dass unsere Clowns in einer derartigen Umgebung völlig fehl am Platz sein, ja fast provokant wirken könnten. Aber wir wurden eines Besseren belehrt. Menschen in Notsituationen brauchen neben Medikamenten, Schlafplätzen und ausreichend Nahrung vor allem eines: Zuversicht und Momente, die ihren Hunger nach Lebensfreude stillen“, weiß Giora Seeliger, künstlerischer Leiter ROTE NASEN Clowndoctors International.

Mit dem neuen Kriseninterventionsprogramm EMERGENCY SMILE bringt ROTE NASEN Clowndoctors International diese Lebensfreude ab sofort zu Menschen in größter Not – und das weltweit!

EMERGENCY SMILE: Premiere in Kamerun

Der erste Einsatz führte das ROTE NASEN Kriseninterventionsteam in Zusammenarbeit mit Ärzte ohne Grenzen/Médecins Sans Frontières (MSF) nach Akonolinga in Kamerun/Afrika. Hier verbrachten drei ROTE NASEN Clowns aus drei Ländern insgesamt 18 Tage mit Erwachsenen und Kindern, die an der schweren Tropenkrankheit Buruli-Ulkus leiden.

Es handelt sich dabei um eine infektiöse Erkrankung der Haut und Weichteile mit Bildung zum Teil ausgedehnter und schmerzhafter Geschwüre. Erreger ist das atypische Mykobakterium (MOTT) Mycobacterium ulcerans, das mit den Erregern von Tuberkulose und Lepra verwandt ist. Weil ausschließlich Menschen in den ärmsten Regionen der Welt daran erkranken, wird diese Krankheit weitgehend von der Forschung vernachlässigt, die Entwicklung neuer Therapien würde sich wirtschaftlich nicht lohnen. 2002 hat Ärzte ohne Grenzen einen eigenen Pavillon für Buruli-Ulkus Patienten am Spitalsgelände in Akonolinga/Kamerun errichtet. Die Behandlung der großflächigen Geschwüre ist sehr aufwendig und schmerzvoll und kann bis zu 16 Monate dauern – nicht nur eine physische, sondern auch eine psychische Herausforderung für die vorwiegend jungen Patienten. Sie waren die ersten, die das ROTE NASEN EMERGENCY SMILE-Team besucht hat.

Dabei galt es nicht nur, Fröhlichkeit und Lebensfreude in den tristen und schmerzhaften Alltag der Patienten zu bringen, sondern auch spielerisch über die Infektion und die Therapie der Krankheit zu informieren. 

Karola Sakotnik, Projektleiterin EMERGENCY SMILE: „Wir haben uns viele Monate auf die Clownarbeit in Akonolinga vorbereitet. Vor der Abreise unseres Kriseninterventionsteams muss vieles beachtet werden. Wir besuchen fremde Länder mit anderen Kulturen, die Clowns müssen hier sehr genau Bescheid wissen, um ihren Humor richtig und wirkungsvoll einsetzen zu können. Darüber hinaus gilt es, sich ein gewisses medizinisches bzw. politisches Know-how anzueignen, je nach Einsatz, kann dies lebenswichtig sein. Im Namen des gesamten Team möchte ich mich bei Ärzte ohne Grenzen für den Support in der Vorbereitung und vor Ort bedanken, ein Projekt wie dieses ist nur mit starken Partnern möglich.“ 

ROTE NASEN Clown Christophe Dumalin war bei der „Geburtsstunde“ des Kriseninterventionsteams dabei: „Die Zeit in Ankonolinga war voll mit neuen Eindrücken und Herausforderungen. Wir waren sehr unsicher, ob und wie unser Humor ankommen wird. Werden die Patienten vielleicht andere Erwartungen und Bedürfnisse haben? Aber es ist immer wieder erstaunlich, was die Figur des Clowns vermag und welch' einzigartige und persönliche Erlebnisse dadurch möglich werden. Wie etwa mit einem 11-jährigen Mädchen. Sie war allein und voller Sorge um ihre Mutter, die auch krank war. Dann musste die Kleine operiert werden. Wir haben sie zu ihrer Hauttransplantation begleitet und die Zeit vor der OP mit ihr verbracht, gemeinsam gesungen und getanzt. Von da an waren wir einander sehr nah, wie gute Freunde. Bei EMERGENCY SMILE kommt das Urwesen des Clowns ganz deutlich zum Vorschein: als Begegnungskünstler tritt er mit Menschen auf sehr emotionaler und purer Ebene ganz ohne Barrieren in Kontakt.“

Wohin die Reise geht...

Die nächsten Einsätze sind noch nicht fixiert, werden das ROTE NASEN EMERGENCY SMILE-Team aber voraussichtlich nach Kirgisistan und Swasiland führen. Hier wird sich das Kriseninterventionsteam mit der roten Nase vorwiegend auf Tuberkulose- und HIV-Patienten konzentrieren. Aufklärung und Vorbeugung sollen dabei eine zentrale Rolle spielen. Wie die bisherigen Erfahrungen in Krisengebieten gezeigt haben, benötigen auch Angehörige und Einsatzteams bzw. das Pflegepersonal besondere Zuwendung und die Kraft des Humors, dies wird daher zukünftig ein weiterer Schwerpunkt von EMERGENCY SMILE sein.

Ein Video zum ersten Einsatz von EMERGENCY SMILE in Akonolinga http://youtu.be/Q3AlYfUfFrE

Pressemitteilung ROTE NASEN/TF, springermedizin.at

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