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Leben 21. Oktober 2013

Neues Christian Doppler-Labor für Biosimilars

Herstellung Protein-basierter Nachahmer-Medikamente soll einfacher werden - Sandoz und Thermo Fisher Scientific als Unternehmenspartner.


An der Universität Salzburg wurde ein neues Christian Doppler-Labor für die Charakterisierung von Biosimilars eröffnet. Gemeinsam mit zwei Unternehmenspartnern wollen die Wissenschafter neue und effizientere Methoden zur Herstellung sogenannter Biosimilars entwickeln. Dabei handelt es sich um protein-basierte Nachahmer-Medikamente, ähnlich Generika von niedermolekularen Wirkstoffen.



Protein-basierte Medikamente sind sehr komplexe, hochmolekulare Wirkstoffe, die von lebenden Zellen wie Bakterien, Hefen oder Säugetierzellen hergestellt werden. "Die Schwierigkeit ist, dass diese Medikamente chemisch so komplex sind, dass man sie nach Ablauf des Patentschutzes nicht ohne weiters nachbauen kann", erklärte der Leiter des CD-Labors, Christian Huber vom Fachbereich Molekulare Biologie.

Ähnlich, nicht gleich


Vielmehr gehe es darum, dem Originalprodukt immer ähnlicher zu werden, von "gleich" könne man bei so hochmolekularen Stoffen gar nicht reden. Verbunden sei dieser Prozess mit einer "rigorosen Qualitätskontrolle" hinsichtlich Wirksamkeit und Sicherheit. "Je mehr physikalische, chemische und biologische Daten wir durch den Einsatz modernster Analysetechniken über die produzierten Wirkstoffe gewinnen, desto sicherer können wir sein, dass nur die erwünschten Effekte und keine unerwünschten Nebenwirkungen während der Therapie auftreten", so Huber.

Wirksamkeit und Sicherheit


Ziel des CD-Labors ist es, innovative Werkzeuge zur Charakterisierung der Wirksamkeit und Sicherheit von Protein-basierten Medikamenten zu entwickeln und in die Industrie zu transferieren. Unternehmenspartner sind der österreichische Pharmahersteller Sandoz und Thermo Fisher Scientific, einer der weltweit größten Hersteller von Laborausstattung und wissenschaftlichen Messgeräten mit Sitz in Massachusetts (USA).

Laut LH Wilfried Haslauer (ÖVP) ist es das sechste CD-Labor, das innerhalb von zehn Jahren an der Uni Salzburg eingerichtet wird. Neben der öffentlichen Förderung durch das Wirtschaftsministerium erhält das Labor auch fünf Prozent des Budgets vom Land Salzburg.

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