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Tänzer der Lateintanzformation der Tanzschule Elmayer, Bewohnerin Anna Lakomi, Thomas Schäfer-Elmayer
 
Leben 17. Oktober 2013

Tanzen gegen das Vergessen

Sonja Wehsely und Thomas Elmayer besuchten Demenz-Tanzcafé.

Die Tanzschule Elmayer, die seit 94 Jahren den Erlös des Elmayer-Kränzchens in der Hofburg dem Haus der Barmherzigkeit spendet, unterstützt ab sofort das therapeutische Demenz-Tanzcafé am Standort Tokiostraße – künftig bringen die jungen Tanzpaare der renommierten Wiener Institution einmal monatlich Schwung in die Veranstaltung. Zur Bekanntgabe der Kooperation besuchten Gesundheits- und Sozialstadträtin Sonja Wehsely und Thomas Schäfer-Elmayer die Einrichtung. Höhepunkt des Besuchs war eine Tanzeinlage der mehrfach ausgezeichneten Elmayer Lateinformation.

In Österreich leiden derzeit etwa 110.000 Menschen an Demenz-Erkrankungen. Das Haus der Barmherzigkeit (HB) Tokiostraße ist eine der ersten Einrichtungen, die für seine Bewohner und Bewohnerinnen einmal pro Monat ein therapeutisches Demenz-Tanzcafé veranstaltet. Mit dieser innovativen Therapieform können insbesondere Personen erreicht werden, die klassische Therapieangebote ablehnen.

Gesundheits- und Sozialstadträtin Sonja Wehsely sieht im Demenz-Tanzcafé einen weiteren Puzzlestein im dichten Pflegenetz in Wien: „Pflegebedürftige Wiener und Wienerinnen bekommen die Pflege und Betreuung, die sie brauchen. Im abgestuften Wiener Pflegenetzwerk wird der individuelle Bedarf gezielt angesprochen, sodass für jede und jeden ein Angebot bereit steht. Das kommt Pflegebedürftigen direkt zugute und entlastet die Angehörigen. Die Stadt Wien sorgt dafür, dass diese Angebote für alle, die sie brauchen, leistbar sind und mit hoher Qualität erbracht werden. Hier ist das Haus der Barmherzigkeit mit seiner Vielzahl therapeutischer und pflegerischer Angebote ein sehr guter, langjähriger und zuverlässiger Partner.“

Tanz als Therapie

Tanz ist eine Bewegungsform, die tief in unserer Gesellschaft verankert ist. Bei Demenzpatienten erlaubt sie ein Aktivieren des Körpergedächtnisses, hellt ihre Stimmung auf und kann zur Steigerung der kognitiven Leistungen beitragen. Grundvoraussetzung für den Tanz als Therapieform ist das Herstellen des richtigen „Settings“: Durch biografisch relevante Musik, feierliche Kleidung und Dekoration wird eine festliche Kaffeehaus-Atmosphäre geschaffen. Diese Umgebung ruft verloren gegangene Erinnerungen wach und ermöglicht den Teilnehmern eine bessere emotionale Beteiligung. Dank der Unterstützung der Tanzschule Elmayer wird zudem künftig einmal monatlich ein Tanzpaar mit lateinamerikanischen Rhythmen jugendlichen Schwung in die Veranstaltung bringen.

94 Jahre Unterstützung beim Hofburgball Elmayer-Kränzchen und jetzt beim Tanzcafé Thomas Schäfer-Elmayer findet die Idee des Demenz-Tanzcafés sensationell: „Diese Veranstaltung trifft ein tiefes Bedürfnis aller Menschen, sich zu Musik rhythmisch zu bewegen. Im Haus der Barmherzigkeit wird eine Idee verwirklicht, die die Bewohner wichtige positive Emotionen erleben lässt, wie sie den meisten Menschen in diesem Alter nicht mehr zugänglich sind. Natürlich unterstützt die Tanzschule Elmayer diese Initiative mit Begeisterung.“



Pressemitteilung Haus der Barmherzigkeit/ TF, springermedizin.at

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