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Sportliche Linienführung: Aston Martin DB4.

Erfolge auf der Rennstrecke: Aston Martin bei den 24-Stunden-Rennen von LeMans.

Ein Blick in die Fertigung von Aston Martin in den 1930er-Jahren.

© (5) Aston Martin

Klassisch-sportlich in der Erscheinung: Aston Martin DB7.

Zweifach legendär: Sean Connery mit Aston Martin DB5.

 
Leben 30. September 2013

Dreifaches Jubiläum

Selten wurde britisches Understatement so sportlich verpackt wie im Fall der Sportwagen-Schmiede Aston Martin. 2013 feiert das Unternehmen ein Dreifach-Jubiläum.

Aston Martin, der noble Sportwagenhersteller aus Gaydon, Großbritannien, feiert ein dreifaches Jubiläum: 1913 erfolgte die Markengründung, das Modell DB5 wird 50 und das legendäre Kürzel „DB“ dient – nach einer Unterbrechung – seit 20 Jahren wieder als Modellbezeichnung.

Sportwägen gibt es einige, das Zeug zur Legende haben nur wenige. Aston Martin zählt allemal dazu. Die sportliche Luxusmarke kann auf eine durchaus wechselvolle Geschichte zurückblicken. Im Jahr der Gründung, 1913, ging es in erster Linie um einen schnellen, zuverlässigen sportlichen Zweisitzer. Robert Bamford und Lionel Martin ist es zu verdanken, dass es überhaupt dazu kam. Beide hatten zunächst den Vertrieb für die Marke Singer übernommen, die alsbald für formschöne Roadster bekannt wurde. „Sportlichkeit auf die Straße“ zu bringen lautete das ambitionierte Credo der beiden Firmengründer. Und da bekanntlich das Bessere der Feind des Guten ist, wurde noch während des Ersten Weltkriegs der erste Prototyp fertiggestellt. Mag sein, dass die Firmengründer Bamford und Martin nicht ganz glücklich gewesen wären, hätten die Fahrzeuge aus der eigenen Schmiede ihren Namen getragen. Inspiriert durch den populären Aston Hill Climb – eine ähnliche Veranstaltung wird auch heutzutage noch in Goodwood alljährlich beim „Festival of Speed“ zelebriert – fanden beide schließlich die seither werbewirksame Bezeichnung „Aston Martin“.

Anfang der 1920er-Jahre drehte bereits ein Aston Martin auf der Rennstrecke von Brooklands – damals in punkto Geschwindigkeit das Maß aller Dinge – seine Runden. Erste sportliche Erfolge stellten sich ein. Die konnten von den beiden Gründern kommerziell jedoch nicht entsprechend umgesetzt werden. Das Geld wurde knapp, die Möglichkeiten waren begrenzt. Aston Martin blieb trotz einiger Besitzerwechsel in den 1920er- und 1930er-Jahren als kleine, feine Sportwagenmarke erhalten und konnte sogar in Le Mans gegen die mächtige Konkurrenz von Bentley bestehen.

Die Ära David Brown

Auch den Zweiten Weltkrieg, während dessen fahrbare Untersätze in erster Linie zuverlässig sein mussten und auf Sportlichkeit außer zu Propagandazwecken kaum Wert gelegt wurde, überdauerte das Unternehmen. 1949 trat jener Mann auf den Plan, den Aston Martin schon in den ersten Jahrzehnten seines Bestehens dringend nötig gehabt hätte: Der britische Unternehmer David Brown setzte unter Einsatz beträchtlicher finanzieller Mittel auf Eleganz und Sportlichkeit. Das Kürzel „DB“, das viele Typen aus dem Hause Aston Martin seither tragen, ist eine Reminiszenz an diese Ära. Den britischen Tugenden im luxuriösen Sportwagenbau blieb man weiterhin verpflichtet. 1950 erblickte der DB2 das Licht der Auto-Welt. Der Sieg beim 24-Stunden-Rennen von Le Mans ein Jahr darauf stellte deutlich unter Beweis, dass die in aufwendiger Handarbeit gebauten Wagen auf der Rennstrecke genauso zu Hause sind wie auf herkömmlichen Straßen. Pilotiert wurden sie da wie dort von Fahrern, die schnell und stilvoll unterwegs sein wollten. Seit nunmehr 20 Jahren ziert das unverwechselbare Kürzel „DB“ wieder einige der durch und durch edlen und rasanten Automobile aus der Edelschmiede in Gaydon, Warwickshire.

James Bonds Hausmarke

Halb so alt wie die Marke selbst und dennoch ein dynamischer Klassiker auf vier Rädern ist der zu recht legendäre Aston Martin DB5, der 1963 erstmals vorgestellt wurde. Für Liebhaber der edlen Marke gilt dieses Modell als eines der schönsten. Seinen unbestrittenen Platz in der Geschichte sportlicher Automobile hat er ohnehin. Viele kannten ihn schon, da war an den Besitz eines Originals im Maßstab eins zu eins noch gar nicht zu denken: Es handelt sich um den legendären DB5, den Sean Connery alias James Bond als Geheimagent im Dienste ihrer Majestät pilotierte.

Corgy Toys brachte das sportliche Luxusgefährt, das über einiges an interessantem Zubehör verfügte, ins Kinderzimmer. Räder mit ausfahrbaren Reifenschlitzern, um die Reifen der Kontrahenten zu zerstören? Kein Problem, denn der legendäre Mister Q hatte auch daran gedacht. Sowie an die ausfahrbare Panzerplatte am Heck des Wagens. Und weil Erfindergeist bekanntlich nicht zu bremsen ist, gab es als Zugabe zwei Maschinengewehre in den Rücklichtern und der vorderen Stoßstange. Rammbügel, Nebelwerfer und drehbares Kennzeichen ließen sich zwar im Modell nicht verwirklichen, gehörten aber ebenso wie eine Ölsprühvorrichtung zur Spezialausrüstung des Bond-DB5. En miniature natürlich besonders reizvoll war der Schleudersitz, mit dem Agent 007 seinen Gegner durch das geöffnete Schiebedach hinauskatapultieren konnte.

Mr. Bond hat zwar seit „Goldfinger“ des Öfteren die Uhren an seinem Handgelenk gewechselt, von den Bond-Girls ganz zu schweigen. Doch der Sportwagen seines Vertrauens blieb bis heute in sechs Bond-Filmen das jeweils neueste Modell aus dem Hause Aston Martin.

Eines der jüngsten Modelle, der Aston Martin Vantage SP 10, ausgestattet mit einem V8-Motor, erinnert an den einstigen Grundsatz der beiden Gründer, „Sportlichkeit auf die Straße“ zu bringen. Dem fühlt man sich bei Aston Martin nach wie vor verpflichtet. Nichts ist so stetig wie die Veränderung. Aber wenn Veränderung bedeutet, dass solch eine edle Sportwagen-Marke selbst turbulente Zeiten unbeschadet übersteht, so ist das ein erheblicher Grund zur Freude. Auch wenn es bei einem Aston Martin als Modell in der Vitrine und nicht in der Garage bleibt.

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