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Dr. Wolfgang Burtscher, Dr. Josef Smolle, Dr. Karlheinz Töchterle, Mag. Kristina Edlinger-Ploder und Dr. Christian Buchmann
 
Leben 17. September 2013

Netzwerk Biobanken

Graz wird zum Zentrum eines Biobankennetzwerkes.

Wissenschafts- und Forschungsminister Dr. Karlheinz Töchterle, Wissenschaftslandesrätin Mag. Kristina Edlinger-Ploder, Wirtschaftslandesrat Dr. Christian Buchmann, Rektor Dr. Josef Smolle und Dr. Wolfgang Burtscher, stv. Generaldirektor der Generaldirektion Forschung und Innovation der Europäischen Kommission, haben heute gemeinsam das Europäische Biobankennetzwerk BBMRI (Biobanking and Biomolecular Resources Research Infrastructure) aus der Taufe gehoben.

„Die Sammlung und Analyse biologischer Proben ist zentral, um die Ursachen von Krankheiten zu erforschen und entsprechende Diagnose- und Therapiemöglichkeiten zu entwickeln“, unterstrich Töchterle bei der gemeinsamen Pressekonferenz in Graz. „Das ist im besten Sinn des Wortes Forschung für die Menschen und stärkt den heimischen Forschungsstandort“, so der Minister, der am Nachmittag zur feierlichen Inauguration in die Alte Universität lädt, an der unter anderem auch sein estischer Amtskollege Jaak Aaviksoo und Prof. Kurt Zatloukal teilnehmen werden. Zatloukal hat wesentlich zum Auf- und Ausbau der Biobank Graz, einer der größten in Europa, beigetragen. Durch das langjährige Engagement der Medizinischen Universität Graz und des Wissenschafts- und Forschungsministeriums sowie mit Unterstützung der Europäischen Kommission wird Graz zum Zentrum des europäischen Biobanken-Netzwerks BBMRI. „Damit beginnt das für Österreich bedeutende Projekt der Zusammenarbeit im Rahmen der europäischen Forschungsinfrastruktur“, so Töchterle. Österreich ist an elf europäischen Initiativen, mit denen Infrastrukturen vernetzt werden sollen, beteiligt; bei BBMRI fungiert Österreich als Koordinator und Initiator und bildet so das Zentrum dieses Infrastrukturnetzwerks.

„Damit werden in Österreich, am Standort Graz auch die Mittel der Mitgliedsländer des Projekts investiert, und die heimischen Forscherinnen und Forscher haben Zugang zu modernster Infrastruktur“, betonte Töchterle. Das Wissenschafts- und Forschungsministerium investiert gesamt rund acht Millionen Euro bis 2016.

„Die Grazer Biobank ist in ihrer Form einzigartig und ein Leuchtturmprojekt am Forschungsstandort Steiermark. Deshalb hat sich das Land Steiermark auch finanziell klar zum weiteren Ausbau bekannt, um die Expertise, über die wir hier verfügen, bestmöglich zum Nutzen für unsere Gesellschaft einbringen zu können“ so die Forschungslandesrätin Kristina Edlinger-Ploder, die sich auch als Gesundheitslandesrätin über diesen Erfolg freut.

„Ich freue mich, dass es gelungen ist, Graz zum Zentrum des Biobankennetzwerkes zu machen“, so  Dr. Christian Buchmann, Landesrat für Wirtschaft, Europa und Kultur. Dieses Zentrum wird sich im ZWT ansiedeln, dem Zentrum für Wissens- und Technologietransfer in der Medizin. Das ZWT wird vom Wirtschaftsressort gemeinsam mit der Med-Uni mit Gesamterrichtungskosten in Höhe von 23,5 Millionen Euro errichtet.

„Die Steiermark setzt seit acht Jahren den Fokus der Entwicklung des Standortes auf ‚Wachstum durch Innovation‘ und unterstützt die Kooperation von Wirtschaft und Wissenschaft in den COMET-Kompetenzzentren. Im steirischen Stärkefeld der Humantechnologien gibt es das K2-Zentrum ACIB, das K1-Zentrum RCPE sowie das K-Projekt BioPersMed, das sich auch im Zusammenhang mit der Biobank zu einem K1 mit einem Forschungsvolumen von 40 Millionen Euro entwickeln möchte. Vom europäischen Biobankennetzwerk erwarten wir uns also eine weitere Dynamisierung am Standort und auch als Europalandesrat freut es mich, dass sich ein europäisches Headquarter in der Steiermark niederlässt.

Die harte Arbeit an der Entwicklung der Steiermark als innovativsten Wirtschafts- und Wissenschaftsstandort Österreichs wurde aktuell wieder bestätigt: einmal mehr hat die Steiermark mit 4,6 Prozent die österreichweit mit Abstand höchste Forschungs- und Entwicklungsquote vorzuweisen. Eine schöne Auszeichnung für 2013, das Jahr in dem die Steiermark Europäische Unternehmerregion ist.“

„Die Biomarker-Forschung auf der Basis von Biobanken schafft die Voraussetzungen für eine personalisierte Medizin. Damit wird es möglich, für unsere Patientinnen und Patienten optimale, zielgerichtete individuelle Therapien zu entwickeln“, so Dr. Josef Smolle, Rektor der Medizinischen Universität Graz. „Wir freuen uns, dass diese zukunftsweisende europäische Infrastruktur an unserem Standort angesiedelt wird und damit unseren Forscherinnen und Forschern exzellente Bedingungen zur Verfügung gestellt werden können.“

Nach Durchführung eines internationalen Ausschreibungs- und Auswahlverfahren haben die Delegierten der Mitgliedsländer im Vorbereitungsgremium zu BBMRI-ERIC Prof. Jan-Eric Litton als künftigen Generaldirektor für BBMRI-ERIC bestätigt. Litton ist Professor für biomedizinische Computertechnologie am renommierten Karolinska Institut in Stockholm, Schweden. In den vergangenen Jahren hat er das nationale Biobankennetzwerk in Schweden aufgebaut. Als Vorsitzender der Arbeitsgruppe für Datenbanken und Biocomputing war er von Beginn der Vorbereitungsphase in den Aufbau von BBMRI involviert.

MedUni Graz/TF, springermedizin.at

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