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©  Sven Hoppe/dpa
„Quitta“ im Einsatz.
 
Leben 6. September 2013

Tierischer Einsatz gegen Dopingmittel

Schlechte Karten für Betrüger: Die Belgische Schäferhündin „Quitta“ kann Substanzen erschnüffeln, die zum Doping benutzt werden.

Die belgische Schäferhündin „Quitta“ schnüfffelt aufgeregt durch die Paketsammlungen im Zollamt Hamburg. Um ihren Körper trägt sie ein schwarzes Hundegeschirr mit der Aufschrift „Zoll“. Auf einmal bleibt sie starr auf ihren Hinterbeinen stehen. Ihre lange schwarze Schnauze liegt auf einem kleinen Paket, lediglich ihr Schwanz bewegt sich hin und her. Erst als ihr Trainer mit einem Gerät ein Klicksignal gibt, bewegt sie sich wieder und holt sich ihr Leckerli ab.

Die fünfjährige „Quitta“ ist nach Angaben der Behörden deutschlandweit der erste Spürhund, der auf das Erschnüffeln von ganz speziellen Doping-Präparaten trainiert wurde. Zehn Wochen lang haben die vierbeinige Kollegin und ihr Trainer, Stephan Lawrenz, das Aufspüren von fünf wichtigen Wirkstoffen geübt, die bei der Herstellung von Dopingmitteln verwendet werden. Weltweit soll es nur zwei weitere Hunde geben, die Dopingwirkstoffe aufspüren können. Beide sind in Dänemark und werden, so Lawrenz, schon erfolgreich eingesetzt. Die passive Methode, den Fund durch sogenanntes Einfrieren der Körperbewegung anzuzeigen – Fachleute sprechen von der „Freeze-Methode“ – sei vorteilhaft, da der Spürhund mit dem Stoff dann nicht direkt in Berührung komme.

Die Dopingstatistiken zeigen, dass der Zoll immer mehr illegale Arzneimittel sicherstellt. Ihren ersten richtigen Einsatz hatte die Hündin bereits zusammen mit Interpol, der Weltzollorganisation, dem Bundeskriminalamt und dem Zollkriminalamt in Frankfurt am Main. Bei der „Operation Pangea VI“ konnten die Beamten dank der Spürhündin täglich 150 Sendungen mehr kontrollieren, hieß es. Insgesamt 52 Päckchen mit verdächtigem Inhalt seien abgefangen worden. Die meisten Doping-Grundstoffe werden in Indien, Südostasien und Pakistan hergestellt und dann nach Deutschland und Europa verschifft. In geheimen Laboren wird der Stoff dann zu Dopingmitteln verarbeitet.

220 Millionen Riechzellen

Der Einsatz von Hunden beim Zoll kann auf eine rund hundertjährige Geschichte zurückblicken. Im Bereich des Rauschgift-, Waffen-, Tabak- und Bargeldschmuggels werden die ausgebildeten Diensthunde bereits erfolgreich eingesetzt. Dabei machen sich die Beamten den feinen Geruchssinn der Hunde zunutze: Sie haben im Durchschnitt 220 Millionen Riechzellen. Der Mensch hat nur rund fünf Millionen. Die meist Deutschen Schäferhunde, Holländischen Herder oder Riesenschnauzer werden als Schutz- und Spürhunde ausgebildet. Mit „Quitta“ können die Zöllner einen weiteren Bereich der Kriminalität besser und effizienter bekämpfen.

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