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Leben 5. September 2013

Neue Zähne aus Urin

Chinesische Forscher haben mithilfe von Stammzellen zahnähnliche Strukturen entwickelt.

Wissenschaftler der Guangzhou Institutes of Biomedicine and Health in China haben rudimentäre Zähne aus menschlichem Urin hergestellt. Die in Cell Regeneration veröffentlichten Ergebnisse zeigen, dass Urin als Quelle für Stammzellen genutzt werden kann, die in zahnähnliche Strukturen verwandelt werden können. Die Forscher hoffen, dass dieses Verfahren soweit weiter entwickelt werden kann, dass damit auch Zähne ersetzt werden können. Experten wie Chris Mason vom University College London sehen diesen Forschungsansatz jedoch eher skeptisch.

Weltweit suchen Wissenschaftler nach Möglichkeiten neue Zähne wachsen zu lassen, die jene ersetzen sollen, die mit dem Alter oder aufgrund mangelnder Hygiene verloren gehen. Stammzellen sind auch in diesem Bereich ein beliebtes Forschungsfeld.

Wissenschaftler der Guangzhou Institutes of Biomedicine and Health (http://english. gibh.cas.cn) wählten für die Studie Urin als Ausgangspunkt. Dazu gehören auch Zellen, die die ableitenden Harnwege des Menschen auskleiden. Diese wurden im Labor gesammelt und soweit aufbereitet, dass sie sich zu Stammzellen entwickelten.

Eine Mischung dieser Zellen und den Zellen einer Maus wurde in einem nächsten Schritt den Tieren implantiert. Laut den Wissenschaftlern wies das Zellbündel nach drei Wochen eine Ähnlichkeit mit einem Zahn auf. Die zahnähnliche Struktur wies Zahnmark, Zahnbein und Zahnschmelz auf. Diese „Zähne“ waren jedoch nicht so hart wie natürlich entstandene Zähne.

Neuer Ansatz nicht unumstritten

Obwohl der neue Ansatz nicht unmittelbar zu neuen Behandlungsmöglichkeiten für Zahnärzte führen wird, gehen die Wissenschaftler jedoch davon aus, dass damit weitere Studien ermöglicht werden könnten, mit denen sich irgendwann der Traum einer völligen Regeneration von menschlichen Zähnen erfüllen könnte.

Stammzellenexperte Mason vom University College London (http:// ucl.ac.uk) argumentiert gegen diesen Forschungsansatz, indem Urin ein schlechter Ausgangspunkt sei. „Das ist wahrscheinlich eine der schlechtesten Möglichkeiten. Es gibt dort nur sehr wenige Zellen und die Effektivität dieses Verfahrens ist sehr gering. Man macht das einfach nicht so“, so Mason. Der Wissenschaftler warnte auch vor dem Risiko einer Verunreinigung zum Beispiel durch Bakterien, das in diesem Bereich viel größer sei. Die große Herausforderung bestehe darin, dass die neuen Zähne über Zahnfleisch mit Nerven und Blutgefäßen verfügen, um sicherzustellen, dass sie eine permanente Lösung darstellen können.

 

Originalpublikation: http://cellregenerationjournal.com

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