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Leben 12. August 2013

China: 26 Tote durch Kadmiumvergiftung

Hunderte Menschen in der Nähe einer stillgelegten Fabrik sind erkrankt.

In der Umgebung einer Anlage in Zentralchina sollen seit ihrer Stilllegung vor rund vier Jahren mindestens 26 Menschen an Vergiftungen durch Kadmium gestorben sein. Hunderte Anwohner seien erkrankt, schrieb die Zeitung „China Youth Daily“ aus der Provinz Hunan.

Während ländliche Lebenswelten ohne Umweltschäden sogar in armen Gegenden zu hohem Lebensalter führen, trägt Umweltverschmutzung zur Verringerung der Lebenserwartung bei. Erst kürzlich berichtete ZEIT-online, dass im Norden Chinas die Luftverschmutzung durch Kohleverbrennung die Lebenserwartung der Bevölkerung verringert. Die Luftverschmutzung in China hat im Jahr 2010 laut der Global Burden of Disease Study 2010 (GBD 2010, publiziert im Dezember 2012) zu 1,2 Millionen Todesfällen geführt. Nun wurde die Kadmiumbelastung in Zentralchina bekannt: In Bodenproben aus der Umgebung der im Jahr 2009 stillgelegten Chemieanlage lag die Konzentration demnach teils 300-fach über dem zulässigen Grenzwert. Dem Bericht zufolge waren acht der Todesopfer jünger als 60 Jahre, insgesamt 20 Menschen starben an Krebs. Zudem hieß es, in der Region geborene Kinder kämen mit Missbildungen zur Welt. Die Zeitung nannte es „einen der zehn schlimmsten Fälle von Umweltverschmutzung des Landes“.

Chinas rasantes Wirtschaftswachstum hat in den vergangenen Jahren immer wieder zu Umweltkatastrophen unterschiedlichen Ausmaßes geführt. Die Regierung ließ zuletzt Bodenproben aus zahlreichen Problemregionen des Landes untersuchen, erklärte die Erkenntnisse daraus aber zu einem „Staatsgeheimnis“.

Quellen: APA, ZEIT-online

GBD 2010: http://www.thelancet.com/themed/global-burden-of-disease  

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