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Alte Menschen leiden besonders unter der Rekordhitze.
 
Leben 9. August 2013

Hitze: Aufnahmen in Österreichs Spitäler nicht drastisch gestiegen

Flüssigkeitsmangel und körperliche Aktivitäten hauptverantwortlich.

Die Hitzewelle hat in Österreichs Spitälern für einen Anstieg der Aufnahmen gesorgt, die aber nicht drastisch sind. Flüssigkeitsmangel, daraus resultierende Kreislaufprobleme, aber auch übertriebene körperliche Aktivitäten waren hauptursächlich bei den Aufnahmen in den Bundesländern, ergab am Donnerstag ein Rundruf durch die APA. Menschen mit Lungenbeschwerden waren zusätzlich durch die gestiegenen Ozonwerte in Wien betroffen, berichtete Susanne Drapalik vom Wiener Krankenanstaltenverbund.


Ganz im Westen, in Vorarlberg, wo die Hitzewelle bereits wieder vorbei ist, gab es laut Angaben der Krankenhausbetriebsgesellschaft (KHBG) kaum mehr Patienten mit hitzebedingten Problemen. Lediglich im Landeskrankenhaus Feldkirch verzeichnete man "marginal" mehr Personen mit Herz-Kreislauf-Problemen, darunter vor allem Ältere und Sportler. "Viele haben bei der Hitze das Haus erst gar nicht verlassen, darum gab es wider Erwarten nicht mehr Fälle", so Sprecherin Michaela Sonderegger. Auffällig war allerdings eine Häufung von Insektenstichen im Krankenhaus Bludenz.

Ähnlich die Lage in der Innsbrucker Klinik, sagte ein Sprecher der Tiroler Landeskrankenanstalten GmbH. Derzeit würden etwa "leicht dehydrierte ältere Menschen" die Klinik vermehrt aufsuchen, hieß es. Auch leichte Kreislaufprobleme würden häufiger auftreten. Von einem Ansturm könne aber keine Rede sein, meinte der Sprecher.

Im Bundesland Salzburg hat sich die Hitzewelle am Donnerstag ebenso schon verabschiedet. Der Rettungsdienst des Roten Kreuzes brachte während der Hitzewelle in den vergangenen 17 Tagen 315 Hitze-Opfer in Krankenhäuser. "Wir haben pro Tag 18 Einsätze verzeichnet", rechnete der stellvertretende Salzburger Landesrettungskommandant Bernd Petertill den Durchschnittswert aus. Betroffen seien vor allem Berufstätige und Menschen, die sich trotz hoher Temperaturen sportlich betätigen.

In der Zentralen Notaufnahme des Landeskrankenhauses Salzburg "ist die Anzahl der Patienten nicht gestiegen“, sagte die Sprecherin der Salzburger Landeskliniken (SALK), Mick Weinberger. "Herz-Kreislauf-Schwächen sind natürlich im Sommer häufiger als andere Beschwerden.“

Auch im Grazer LKH gab es nur einen leichten Anstieg von Personen mit hitzebedingten Beschwerden. "Wir haben etwas mehr Patienten mit Atemwegsgeschichten, weil sich bei der Hitze die bakteriellen Infekte stärker ausbreiten", so Simone Pfandl-Pichler, Pressesprecherin des LKH Graz. Als Vorkehrungen werden an den extrem heißen Tagen vermehrt Wasser in die Krankenzimmer gestellt. "Das Pflegepersonal ist angehalten, besonders ältere Patienten zum Trinken zu animieren, zusätzlich werden kalte Waschungen angeboten“, schilderte Pfandl-Pichler.

"In Klagenfurt sind es an die 20 bis 25 pro Tag", sagte Arnulf Isak, Oberarzt in der Notaufnahme am Klinikum Klagenfurt. Die Patienten bekommen dann Infusionen. Indirekt Betroffene kämen auch mit Magen-Darm-Infekten, so Isak. Durch mangelnde Flüssigkeitsaufnahme steige auch das Thromboserisiko. Jean Theis vom Landeskrankenhaus Villach hat am Tag derzeit zehn bis 15 Patienten aller Altersgruppen mit Kreislaufkollaps. "Das Austrocknen bei den Leuten geht oft über Tage. Wenn man dann am Abend auch noch ein Bier trinkt, trocknet der Körper weiter aus. Am nächsten Tag gehen sie in die Arbeit und dann passiert es eben“, sagte Theis. Die meisten Patienten können nach der Infusion wieder nach Hause gehen, nur wenige müssen stationär aufgenommen werden.

Die niederösterreichischen Krankenhäuser würden generell "nicht drastisch mehr Patienten" verzeichnen, ergab eine Umfrage der NÖ-Landeskliniken-Holding auf APA-Anfrage. Wenn ja, hätten vor allem ältere Menschen Probleme. Sie würden insbesondere an Flüssigkeitsmangel und Kreislaufproblemen leiden.

Susanne Drapalik von der Generaldirektion des Wiener Krankenanstaltenverbunds bezifferte den Anstieg der "klassischen Aufnahmen" mit rund zehn Prozent. "Kollapsähnliche Zustände, Herzprobleme wie Angina Pectoris, Sonnenstich- und -brände" lauteten die Diagnosen, wobei alle Altersgruppen, insbesondere aber ältere Menschen, Kinder und Säuglinge betroffen waren. Die Ozonwerte sorgen aber auch bei Lungenbeschwerden und -krankheiten für Probleme.

Das Linzer Allgemeine Krankenhaus in Oberösterreich berichtete hingegen um 20 Prozent mehr Patienten mit Kreislaufproblemen, auch hier waren betagtere Personen die Hauptbetroffene rund zehn Prozent. Kollapsähnliche Zustände, Herzprobleme wie Angina Pectoris, Sonnenstich- und -brände lauteten die Diagnosen, wobei alle Altersgruppen, insbesondere aber ältere Menschen, Kinder und Säuglinge betroffen waren. Die Ozonwerte sorgen aber auch bei Lungenbeschwerden und -krankheiten für Probleme.

Im Krankenhaus der Barmherzigen Brüder in Eisenstadt hat sich der Andrang von Hitzepatienten laut Auskunft des Spitals zwar am heutigen Donnerstag vorerst in Grenzen gehalten. Allerdings wurde für den späten Nachmittag und frühen Abend ein starker Anstieg erwartet, wie dies bereits am Mittwoch eingetreten war: "Wir rechnen auch heute mit vielen Patienten", so Sprecherin Andrea Nakkos. Unter den Behandelten seien auch im östlichsten Bundesland nicht nur ältere Menschen, sondern ebenso jüngere Leute, die sich offenbar im Freien aufgehalten und Sport betrieben hatten.

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