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Brettspiele helfen, die Frustrationstoleranz zu erhöhen.
 
Leben 19. Juli 2013

Therapeutisch-heilpädagogisches Sommerprogramm

Kindern und Jugendlichen bietet das therapeutische-heilpädagogische Team im AKH Wien erlebnisreiche Mitmach-Projekte.

Rollenspiele, Wellness, Brettspiele, Klettern und Tanz. Das alles veranstaltet das Team der TherapeutInnen im AKH Wien während der Sommerferien. Die Projekte werden von Physio- und ErgotherapeutInnen, LogopädInnen und SonderkindergartenpädagogInnen interdisziplinär durchgeführt. Sie dauern jeweils mehrere Tage und bieten den PatientInnen der Kinder- und Jugendpsychiatrie einen spielerischen Zugang zu therapeutischen Maßnahmen.



Im Projekt "Rollenspiele" geht es darum, dass die TeilnehmerInnen in verschiedene Rollen schlüpfen und auf diese Weise unterschiedliche Situationen aus neuer Sicht zu erleben. Zu jeder Übung gibt es ein bestimmtes Thema. Die Kinder und Jugendlichen suchen sich aus, welche Rolle sie dazu einnehmen.

Das Projekt "Wellnesstage" bietet Entspannung für Rücken, Füße, Hände und Gesicht. Verspannungen im Rücken werden mit Massagen, Lehmpackungen und dem Auflegen warmer Steine entgegengewirkt. Für die Hände gibt es eigene Handmassagen. Den Tastsinn auf den Fußsohlen verfeinern die TeilnehmerInnen, indem sie auf verschiedenen Untergründen wie Gras oder Kiesel gehen. Für das Gesicht können sie sich Cremen selbst anrühren. Dabei werden nur natürliche Zutaten wie Olivenöl oder Avocado verwendet.

Bei den "Brettspieltagen" werden z.B. Kommunikations- und Teamfähigkeiten, Aufmerksamkeit, Gedächtnis sowie das Einhalten von Regeln etc. trainiert, denn bei vielen Spielen muss man zusammenarbeiten, um gemeinsam ein Ziel zu erreichen. Allerdings kann man nicht immer gewinnen. Durch dieses Erlebnis wird die Frustrationstoleranz gehoben. Darüber hinaus sollen sich die Kinder und Jugendlichen in Kleingruppen mit den Spielregeln vertraut machen und diese dann der großen Gruppe präsentieren. Auch das ist eine gute Übung für den (Schul-)Alltag.

Im Ferienprojekt "Klettern" geht es für die TeilnehmerInnen hoch hinaus. An fünf Tagen besuchen die Kinder und Jugendlichen fünf verschiedene Kletterhallen in Wien. Die zuständigen TherapeutInnen (Ergo- und Physiotherapie) sind auch ausgebildete Übungsleiter, wodurch die sportlichen Aspekte Kraft, Ausdauer und Koordination gesteigert werden. Allen voran steht aber der psychosoziale Aspekt - das Steigern von Vertrauen in sich und in Andere, sich fallen lassen können, sowie eine sinnvolle Freizeitgestaltung in der Nähe des Wohnortes kennen zu lernen, im Vordergrund.

Das Projekt "Körperwelten" beschäftigt sich mit Tanz, Musik und Körpererfahrung. Zu den Klängen verschiedener Kulturen werden dazu passende Bewegungen durchgeführt. Für den indischen Tanz sind Armbewegungen sehr wichtig, beim lateinamerikanischen Tanz ist ein flexibles Becken von Vorteil und der afrikanische Tanz erfordert einen tiefen Schwerpunkt und stellt damit einen starken Bezug zum Boden her. So wird auch ein Bewusstsein für den eigenen Körper geschaffen, die abwechslungsreichen Musikerlebnisse machen offen für Neues.

Schon zum dritten Mal

Das therapeutische Sommerprogramm im AKH Wien findet heuer zum dritten Mal statt. "Die Patientinnen und Patienten nehmen es sehr gut an", sagt Edith Hruska, Fachbereichsleiterin der medizinischen, therapeutischen und diagnostischen Gesundheitsberufe an der Universitätsklinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie. "Die Kinder und Jugendlichen nehmen gerne teil und geben uns wertschätzende Rückmeldungen. Unser Team freut sich jedes Jahr schon Monate vorher darauf. Nicht zuletzt möchte ich auch festhalten, dass die Sommerprojekte auf Initiative der einzelnen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter stattfinden, die durch das Einbringen ihrer persönlichen Interessen und Fähigkeiten die Sommerprojekte jedes Jahr zu einem vollen Erfolg führen!"

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