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Agnès Geoffray, Night 3, 2005, Fotografie aus der Serie „Nights“
 
Leben 9. Juli 2013

Salon der Angst - im Herbst im Museumsquartier

Ausstellungsparcour, Salon im Salon mit zehn Themenabenden und Symposium ab 6. September in der Kunsthalle Wien Museumsquartier.

Die Darstellung von Angst und Schrecken, von emotional verunsicherten oder verstörten Menschen ist ein kunsthistorisch arriviertes Motiv, prägt aber auch die künstlerische Praxis einer jüngeren Generation, die seismografisch auf eine veränderte Gesellschaft mit neuen Ängsten und Unsicherheiten reagiert. Ohne subjektiv empfundene Bedrohung gibt es keine Angst; ohne externen Reiz ist keine von Angst erfüllte Innenwelt vorstellbar. Nicht erst seit 9/11 und der Wirtschafts- und Finanzkrise sind Angst und Unsicherheit deshalb in unserem Alltag omnipräsent. Sie sind seitdem jedoch zunehmend zu einem politischen Instrument geworden, welches die Rhetorik um Sicherheit und Bedrohung durchdringt.

Die Ausstellung Salon der Angst sucht die künstlerische Auseinandersetzung mit den Ängsten unserer Zeit und fächert deren affektives wie gesellschaftspolitisches Spektrum auf. Angst präsentiert sich in diesem Zusammenhang insbesondere als Reaktion auf jene Aspekte der Gegenwart, mit denen wir nicht umzugehen wissen. Die Künstler/innen der Ausstellung thematisieren sie entsprechend in ihren ideengeschichtlichen Kontexten, aber auch in ihren konkreten psychischen Manifestationen. Demnach dominieren weniger die spektakulären Szenarien und deren kollektive Verarbeitung als die unterschiedlichen Formen individueller Angst. Da diese ihrerseits den Ausgangspunkt politischer wie ökonomischer Instrumentalisierungen bilden und die Angsterzeugung folglich zur subtilen Lenkungsstrategie geworden ist, verwandelt sich ein vertrautes Gefühl in ein Symptom mit zeitdiagnostischer Qualität.

Mit Salon der Angst präsentiert die Kunsthalle Wien einen Ausstellungsparcours, der die Befindlichkeiten des modernen Subjekts vielschichtig befragt.

Gleichzeitig entsteht ein umfangreiches Programm mit Beiträgen von Expert/innen aus den Geistes- und Sozialwissenschaften. Ein „Salon“ im Salon diskutiert an insgesamt zehn Themenabenden Aspekte zeitgenössischer Ängste im Rahmen von Filmscreenings und Vorträgen.

Ein Symposium zum Ende der Ausstellung, unter anderem mit der
renommierten Literaturtheoretikerin, Psychoanalytikerin und Philosophin Julia Kristeva, stellt weitere Facetten des umfangreichen Themas zur Diskussion.

Teilnehmende Künstler/innen (unter anderen, siehe auch Bildergalerie unten) : Kai Althoff, Özlem Altin, Kader Attia, Gerard Byrne, James Ensor, Ieva Epnere, Harun Farocki, Marina Faust, Didier Fiuza Faustino, Peter Fischli / David Weiss, Rainer Ganahl, Agnès Geoffray, Thomas Hirschhorn, Iraqi Children’s Art Exchange, Jesse Jones, Ferdinand von Kessel, Nicolas Kozakis / Raoul Vaneigem, Erik van Lieshout, Jen Liu, Los Carpinteros, Marko Lulić, Fabian Marti, Florin Mitroi, Marcel Odenbach, Francis Picabia, Willem de Rooij, Markus Schinwald, Allan Sekula, Zin Taylor, Noam Toran, Kerry Tribe, Peter Wächtler, Jeff Wall, Gillian Wearing, Tobias Zielony

Information:
Salon der Angst
6. September 2013 bis 12. Jänner 2014
Kunsthalle Wien Museumsquartier
www.kunsthalle.at

PA KunsthalleWien, springermedizin.at

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