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(v.l.n.r.) Prim. Dr. Walter Aichinger, Mag.pharm. Monika Aichberger, LH Dr. Josef Pühringer, Mag. pharm. Dr. Ulrike Mursch-Edlmayr, Klaus Heidegger
 
Leben 24. Juni 2013

3. OÖ Apothekerkammer Sommerfest

Oberösterreichs Apotheker sind bereit, einen strukturierten Beitrag zur Versorgung von Diabetikern zu leisten.

Das dritte Sommerfest der oberösterreichischen Apothekerkammer stand ganz im Zeichen des Disease Management Programmes Diabetes (DMP). Mag. pharm. Thomas Veitschegger, Präsident Apothekerkammer Oberösterreich: „Wir Apotheker sind bereit, dem Auftrag des Landeshauptmannes Folge zu leisten und einen adäquaten Beitrag zur Verbesserung der Versorgung von Diabetikern zu erbringen.“


Das Sommerfest der oberösterreichischen Apothekerkammer fand am 28. Juni im Lentos Kunstmuseum in Linz statt und machte seinem Namen alle Ehre. Während ein warmer Sommertag zu Ende ging, wurde am Podium angeregt über die Zukunft der heimischen Gesundheitsversorgung diskutiert. Vor allem die Frage, wie Diabetiker in Stadt und Land optimal versorgt werden können, beschäftigte die Diskutanten, allen voran Landeshauptmann Dr. Josef Pühringer, Oberösterreichs Apotheker-Präsident Mag. pharm. Thomas Veitschegger, OÖGKK-Obmann Felix Hinterwirth, OÖ-Ärztekammer-Präsident Dr. Peter Niedermoser, Generaldirektor DI Kurt Völkl und Hauptverband-Vorsitzenden Dr. Hans-Jörg Schelling.

Nach einem hervorragenden Impulsreferat von Primarius Dr. Gert Klima – einer der Väter des österreichischen Disease Management Programmes – der über die bisherigen Erfolge und Herausforderungen referierte, war den Diskutanten klar: In der Zielerreichung darf es kein Nebeneinander sondern nur ein Miteinander von Land, Sozialversicherung, Ärzten und Apothekern geben.

Integrierte Versorgung

„Disease Management" steht für eine integrierte Versorgung, die die Behandlung von Patienten sowohl in medizinischer wie auch ökonomischer Hinsicht optimiert. Durch die qualitätsgesicherte und strukturierte Betreuung von Diabetikern wird es möglich, die Patienten besser auf ihre Erkrankung einzustellen um schwere Folgeerkrankungen möglichst zu verhindern und in Folge viel Leid und Kosten zu sparen.

„Durch eine Vernetzung aller Beteiligten (Patienten, Ärzte, Apotheker und Sozialversicherungsträger), können wir gemeinsam dieses Ziel erreichen. Wir Apotheker können helfen, Diabetiker früher zu erkennen, sie über die Möglichkeiten von DM-Programmen zu informieren, sie zu einer besseren Compliance und zu mehr Eigenverantwortung zu motivieren. Natürlich nach strukturierten Vorgaben, für die wir Apotheker ausgebildet werden müssen, denn eine einheitliche Sprache ist für die Patienten unerlässlich“, betonte Mag. pharm. Thomas Veitschegger, Präsident der Apothekerkammer Oberösterreich.

Gemeinsames Vorgehen nötig

Auch Landeshauptmann und Gesundheitsreferent Dr. Josef Pühringer plädierte für ein gemeinsames Vorgehen: „Wir wissen alle, dass Prävention genauso wichtig wie die Heilung ist. Das oberösterreichische Programm mit rund 6.000 Patienten wird daher weitergeführt. Wir werden weiterhin einen Schwerpunkt auf Diabetes legen. Derzeit wird das Programm evaluiert, danach ist zu erarbeiten, wie wir das Programm gemeinsam – mit Land, Sozialversicherung, Ärzten und Apothekern - verbessern können“, so LH Dr. Pühringer.

Dr. Hans-Jörg Schelling, Vorsitzender des Hauptverbandes für die österreichischen Sozialversicherungsträger, schloss sich dieser Meinung an. „Apotheker sind wie Ärzte absolute Vertrauenspersonen in Gesundheitsfragen - umso wichtiger ist eine Vernetzung der Berufsstände. Gemeinsam müssen wir die Versorgung von Kranken sichern und die Patienten bestmöglich betreuen. Integrierte Versorgung verlangt aber auch nach einer integrierten Finanzierung: Der, der eine Leistung erbringt, soll auch Geld dafür erhalten“, stellt Dr. Schelling fest.

Zustimmende Signale der Gebietskrankenkasse 

Zu einer Optimierung des Disease Management Programmes in Oberösterreich signalisierte OÖGKK-Obmann Felix Hinterwirth anlässlich der gestrigen Veranstaltung seine Zustimmung. „Nach Prävention steht die Betreuung chronisch Kranker an erster Stelle. Durch Disease Management gelingt es, wichtige Parameter für Diabetes in den Griff zu bekommen. Deshalb unterstützen wir dieses Angebot der Apotheker, damit eine breitere Versorgungsbasis geschaffen wird. Die OÖGKK ist mit ganzem Herzen bei diesem Programm dabei“, stellte Hinterwirth fest.

Das Disease Management Programm ist auch OÖ-Ärztekammer-Präsident Dr. Peter Niedermoser ein Anliegen: „Bereits rund 50 Prozent der oberösterreichischen Allgemeinmediziner nehmen daran teil. Wir möchten noch mehr unserer Kollegen motivieren, an dieser Aktion mitzuarbeiten. Wichtig ist vor allem, jene Patienten herauszufiltern, die ein erhöhtes Risiko haben. Hier können wir uns ein Miteinander mit der Apothekerschaft vorstellen.“

Wie DMP funktionieren kann, schilderte DI Kurt Völkl, Generaldirektor der Versicherungsanstalt für Eisenbahnen und Bergbau (VAEB): „Integration ist zum geflügelten Wort in der Gesundheitspolitik geworden. Wir können versuchen, innerhalb des Systems zu optimieren oder ein ganzheitliches Umdenken, einen Musterwechsel einzuläuten. Information, Beratung, Dokumentation und statistische Auswertungen sind die ersten wichtigen Schritte im Disease Management. Die VAEB hat bereits einen Systemwechsel herbeigeführt, indem wir Telemonitoring bzw. Telemedizin in die integrierte Versorgung aufgenommen haben. Die Teilnahme der Apotheker am DM-Programm begrüße ich sehr.“

Preisverleihung


Nicht nur die Podiumsdiskussion lockte gestern wieder hunderte Gäste zum Sommerfest ins Lentos an die Donau, auch die Verleihung des Valentin-Ladenbauer-Preises war ein Höhepunkt des Abends. Mit der je zu 2.000 Euro dotierten Auszeichnung für herausragende journalistische Leistungen im Gesundheitsbereich wurden die Redaktionen der OÖ-Nachrichten, der OÖ-Krone sowie die Redaktion des ORF Landesstudios OÖ geehrt. Der Institutionen-Preis in Höhe von 1.000 Euro ging an das Redaktionsteam des Gespag-Patientenmagazins „visite“. Bei regionalen Schmankerln und musikalischer Unterhaltung durch die „Urfahraner-Aufgeiger“ fand das Sommerfest der oberösterreichischen Apotheker schließlich seinen gelungenen Ausklang.

„Nun müssen wir den Worten Taten folgen lassen und das Disease Management Programm Diabetes auf eine neue, gemeinsame Basis stellen, um das Bestmögliche für die Patienten zu erreichen“, blickte Mag. Thomas Veitschegger positiv in die Zukunft.

PA OÖ Apothekerkammer/OTS/IS, springermedizin.at

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