zur Navigation zum Inhalt
 
Leben 23. Juni 2013

Von der Tradition in die Zukunft

150 Jahre Universitätsmedizin Graz und 100 Jahre LKH-Universitäts-Klinikum Graz.

Die Medizinische Universität Graz und das LKH-Univ. Klinikum Graz feiern heute ein besonderes Jubiläum. Seit dem Jahr 1863 leistet die Universitätsmedizin am Standort Graz ihren wichtigen Beitrag in den Bereichen Studium und Lehre, Forschung und PatientInnenbetreuung. Von Anfang an ist die hervorragende Zusammenarbeit mit dem LKH-Universitäts-Klinikum Graz maßgeblich am Erfolg der Grazer Universitätsmedizin beteiligt. Seit dem Jahr 1912 – dem Eröffnungsjahr des LKH-Univ. Klinikum Graz als größtem und modernsten Krankenhaus Europas – geschieht dieses erfolgreiche Zusammenspiel von Universität und Klinikum am Auenbruggerplatz und gilt weithin als vielbeachtetes Erfolgsmodell.


 

doppeljubilaeum001

Christa Tax, Elisabeth Freismuth, Kristina Edlinger-Ploder, Sissi Potzinger, Cattina Maria Leitner, Anton Sadjak, Franz Voves, Josef Smolle, Christa Neuper, Martina Schröck, Karlheinz Tscheliessnigg, Andrea Langmann, Gernot Brunner (v.l.n.r.)

 

Seit der Gründung der Medizinischen Fakultät im Jahr 1863 hat sich die Medizin in Graz ständig weiterentwickelt. Neben herausragenden Forschungsleistungen, der Entwicklung neuer Behandlungsmethoden und Diagnoseverfahren sowie einer exzellenten PatientInnenbetreuung, ist von Anfang an die Ausbildung von MedizinerInnen auf höchstem internationalen Niveau eine der wichtigsten Aufgaben der Grazer Universitätsmedizin. Ein besonderes Highlight in diesem Zusammenhang war die Gründung der Medizinischen Universität Graz als autonome Universität im Jahr 2004. 2011 wurde die gute und bedeutsame Zusammenarbeit mit dem LKH-Univ. Klinikum Graz durch die Unterzeichnung des Zusammenarbeitsvertrages zwischen KAGes und MedUni Graz bekräftigt. Nun sehen die beiden Institutionen einer gemeinsamen ergebnisreichen Zukunft entgegen.

Zwei Institutionen – ein großes gemeinsames Ziel

Aufbauend auf die lange gemeinsame Tradition sind die Med Uni Graz und das LKH.-Univ. Klinikum Graz bestrebt, als gleichberechtigte Partner in eine erfolgreiche gemeinsame Zukunft zu gehen. Dafür haben sich die beiden Institutionen viel vorgenommen. „PatientInnenbetreuung, Lehre und Forschung bedingen einander. Nur durch dieses Zusammenwirken können wir unseren Studierenden eine praxisorientierte Ausbildung anbieten, und auch in der Forschung die Fragestellungen aus der Praxis aufnehmen und zum Wohl der PatientInnen an der Zukunft der Medizin bauen,“ betont Rektor Josef Smolle die Bedeutung der Zusammenarbeit aus universitärer Sicht.

„Speziell unsere Biobank und die Biomarkerforschung sind fest in der Klinik verankert, bedürfen aber zur tiefgehenden wissenschaftlichen Durchdringung auch der umfassenden experimentellen Expertise der theoretischen Institute. Gemeinsam streben wir die Bildung eines europäischen Zentrums für personalisierte Medizin an“, erläutert Rektor Smolle weiter.

Dr.in Cattina Maria Leitner, Vorsitzende des Universitätsrates der MedUni Graz bekräftigt: „Die Medizinische Universität Graz wird auch in Zukunft ihre Chancen als autonome, lebendige Wissenschaftsträgerin nützen und die Forschung wird international weiter vernetzt werden.“ Der Export der akademischen Lehre mit Fokus auf „customer/patient preferences“ für fach- und sozialkompetente ÄrztInnen in andere Bundesländer ist - im Rahmen der politischen Vorgaben – ein innovatives Vorhaben, das sich nicht nur aus der geographischen Lage der Med Uni Graz ergibt, sondern vor allem aus dem Erreichten und der Kompetenz ihrer motivierten LeistungsträgerInnen.

Lehre, Forschung und Krankenversorgung sind die drei Seelen, die die zwei Institutionen KAGes und Med Uni Graz im Universitätsklinikum zu einem Geist verbunden haben. Die vertraglich gesicherte Kooperation trägt den permanenten Prozess zur Bündelung der Ressourcen und Hebung von Synergien im Universitätsklinikum. Die Med Uni Graz ist ein starker Anbieter und verlässlicher Partner im österreichischen Gesundheitssystem.

Zukunftsweisende Infrastrukturmaßnahmen und Personalentwicklungsstrategien

„In Gugging war zuerst das Gebäude, erst dann kam die Uni – in Graz ist es genau andersrum! Der identitätsverstärkende Med Campus, ein 280 Millionenprojekt, ist für 2017 auf Schiene und die BIG ein guter Partner in der Planung und Umsetzung der Bedürfnisse einer Spitzenuniversität“, so Dr.in Leitner weiter. Hier schließt Mag. Gebhard Falzberger, Betriebsdirektor am LKH-Univ. Klinikum Graz an: „Forschung, Lehre und Krankenversorgung sind am LKH-Univ. Klinikum Graz untrennbar miteinander verbunden und sind Erfolgsgaranten einer Zusammenarbeit. Die Bauprojekte LKH 2020 und Medizinischer Campus sind Leuchttürme für die Zukunft.“

An der Medizinischen Universität Graz, wo höhere Bildung in Verbindung mit wissenschaftlicher Forschung vermittelt und wissenschaftlicher Nachwuchs hervorgebracht wird, ist es oberstes Ziel, die Mitarbeitenden in ihrer Arbeit mit begleitenden Maßnahmen der Personalentwicklung zu fördern. Dazu Univ.-Prof.in Dr.in Andrea Langmann, Vizerektorin für Personal und Gleichstellung: „Wichtige Themen der Zukunft sind die Vereinbarkeit von Familie und Beruf, das Schaffen von flexiblen Arbeitszeitmodellen und die Erhaltung und Förderung der Gesundheit unserer Mitarbeitenden mit Hilfe eines Betrieblichen Gesundheitsmanagements.“

Studium und Lehre – Ausbildung am Puls der Zeit

In der langen Tradition der Grazer Universitätsmedizin ist der Bereich „Studium und Lehre“ von Beginn an ein zentrales Thema. Seit Gründung der Medizinischen Universität Graz sind die Entwicklungen auf diesem Gebiet rasant vorangeschritten. Der Start des Studiums der Pflegewissenschaft, die Einführung der einzigartigen Pflichtfamulatur für Allgemeinmedizin, die Etablierung von internationalen PhD-Programmen und die Eröffnung des ersten Clinical Skills Centers Österreichs sind nur einige der herausragenden Entwicklungen.

Ein knapp bevorstehendes Novum wird das erstmals im Jahr 2013 an allen drei öffentlichen Medizinischen Universitäten gemeinsam und inhaltlich ident abzuhaltende Aufnahmeverfahren für die Studienrichtungen Human- und Zahnmedizin sein. „Durch diesen wichtigen Schritt wird unter anderem das Bestreben nach mehr Fairness sowie besserer Vergleichbarkeit von Zulassungsbedingungen zu diesen Studienrichtungen in Österreich erfüllt“, erläutert Prof. Dr. Hans Peter Dimai, Vizerektor für Studium und Lehre. Die Medizinische Universität Graz trägt durch ihre langjährige Erfahrung in der Entwicklung, Abhaltung und wissenschaftlichen Aufbereitung von Aufnahmeverfahren in den genannten Studienrichtungen maßgeblich zur erfolgreichen Umsetzung dieses gemeinsamen Aufnahmeverfahrens bei.

Aufbauend auf das Curriculum des 2002 eingeführten Diplomstudiums Humanmedizin, sind nach einer eingehenden Evaluierung des Bestehenden eine Reihe von strukturellen Maßnahmen geplant, um die Umsetzung des Studienplanes zu erleichtern. „In Abstimmung mit den anderen Medizinischen Universitäten Österreichs wurde bereits ein Kompetenzkatalog Klinischer Fertigkeiten implementiert, der in weiterer Folge nur einen Teil des Grazer Lernzielkataloges des Klinischen und theoretischen Wissens, der nötigen Fertigkeiten und der einzunehmenden Haltungen darstellen wird“, erläutert Prof. Dr. Anton Sadjak, Senatsvorsitzender an der MedUni Graz.

Wissenschaftliche Forschung – Neue internationale Forschungsprojekte

Die Eröffnung des Zentrums für Medizinische Forschung an der Med Uni Graz, die Inbetriebnahme einer modernen Magnetresonanztomographie-Forschungsanlage, drei Ludwig-Boltzmann-Institute, der Start des K-Projektes „BioPersMed‘‘ und das erste Christian Doppler Labor zur Analyse biologischer Proben sind nur einige Beispiele, welche die erfolgreiche wissenschaftliche Forschung an der Med Uni Graz beschreiben. So konnte mit Hilfe dieser ausgezeichneten Infrastruktur die Forschungsleistung seit der Gründung der MedUni Graz im Jahr 2004 bereits verdreifacht werden.

Im Bereich des Biobankings gehört die MedUni Graz mittlerweile zu den europäischen Themenführern und nimmt national eine Vorreiterrolle ein. Diesen erfolgreichen Weg wird die Universität in den kommenden Jahren konsequent weitergehen. „Ein Fokus wird auf der europäischen Zusammenarbeit im neuen EU-Forschungsrahmenprogramm HORIZON 2020 liegen. Weiters wird die exzellente Biomarkerforschung am Standort Graz weiter verstärkt‘‘, so Prof.in Dr.in Irmgard Lippe, Vizerektorin für Forschung und Internationales. Dazu bereitet die MedUni Graz derzeit in Partnerschaft mit der Karl-Franzens-Universität, der Technischen Universität Graz und Joanneum Research ein interdisziplinäres Kompetenzzentrum für Companion Diagnostics and Biomarker Research im Rahmen des Kompetenzzentren-Programms COMET der FFG vor.

Innovative PatientInnenbetreuung auf international höchstem Niveau

Die innovative PatientInnenbetreuung am Standort Graz geschieht auf international höchstem Niveau. „Durch das direkte Zusammenwirken von Med Uni Graz und LKH-Univ. Klinikum Graz ergibt sich eine ausgezeichnete Symbiose aus Lehre, Forschung und Krankenversorgung, von der vor allem die PatientInnen profitieren“, so Prof. Dr. Gernot Brunner, ärztlicher Direktor des LKH-Univ. Klinikum Graz. Durch die hervorragende Zusammenarbeit ist gewährleistet, dass die Krankenversorgung immer auf modernstem, internationalem Niveau stattfinden kann und sämtliche Innovationen aus dem Bereich der Forschung für die Krankenversorgung unmittelbar zur Verfügung stehen.
Die Pflege präsentiert sich als gleichwertiger Partner der Medizin und gewährleistet so die bestmögliche Versorgung der PatientInnen. Die demographische Entwicklung verbunden mit der Zunahme alter und multimorbider Menschen stellt auch die Pflege im Krankenhaus vor neue Herausforderungen. „Der Umgang mit kognitiv beeinträchtigten PatientInnen im Akutkrankenhaus, die kultursensible Pflege von Menschen mit Migrationshintergrund und der zunehmende Fokus auf Prävention - auch im Pflegebereich - wären hierfür nur beispielhaft anzuführen.

Um in Zukunft ausreichend geeignete Pflegekräfte für eine qualitativ hochwertige Betreuung von PatientInnen zu gewinnen, müssen transparente Kompetenzmodelle in der Praxis implementiert und damit einhergehend die Möglichkeit von Fachkarrieren in der Pflege geschaffen werden“, so DKKS Christa Tax, MSc, Pflegedirektorin am LKH-Univ. Klinikum Graz. Dies erfordert durchgängige Ausbildfungswege in der Pflege – von einer adäquaten Grundausbildung bis hin zum akademischen Abschluss. Eng verbunden damit sind die noch stärkere Vernetzung von Pflegepraxis und Pflegeforschung und die Integration von wissenschaftlichen Ergebnissen in die Pflege.

Zu diesem Thema wurden noch keine Kommentare abgegeben.

Mehr zum Thema

<< Seite 1 >>

Medizin heute

Aktuelle Printausgaben