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© L. Waber
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Leben 3. Juni 2013

Orte der Inspiration

Neue Ausstellung der niederösterreichischen Künstlerin Linde Waber.

Wie kann Inspiration an einen Ort gebunden sein. Ist nicht der Spiritus, der göttliche Geist, der zum Leben und zur Kreativität verhilft, universell vorhanden? Wahrscheinlich schon, aber die Bereitschaft, diesen auf sich wirken zu lassen, in sich aufzunehmen ist nicht immer und überall gleich wirksam.

Wenn Picasso sagt „Die Inspiration existiert, aber sie muss dich bei der Arbeit finden“, dann hat er vielleicht auch an jemanden wie Linde Waber gedacht. Die unermüdlich schaffende, reisende, gestaltende, vernetzende und verbindende Künstlerin verwirklicht sich in Tuschzeichnungen, Bildern, Schriften und Reiseberichten, ist aber auch mit ihren „Atelierbildern“ eine sorgfältige Bewahrerin von Beziehungen.

Eine Würdigung ihres Schaffens erlebte sie im Jahr 2010 anlässlich der Retrospektive im Leopold Museum, wo ein Überblick über ihr reichhaltiges Schaffen von den frühen Holzschnitten über die Tageszeichnungen bis zu den vielfältigen, vielfarbigen und vieltechnischen Arbeiten der letzten Jahre gezeigt wurde.

Quelle der Energie

Woher kommt aber diese Unermüdlichkeit, die sich auch in einer dichten Pflege von Künstler- und anderen Freundschaften, in kulturpolitischen Initiativen und in einer sagenhaften Gastfreundlichkeit äußert? Was ist die Quelle dieser Energien?

Eine davon ist sicher die Neugier und auch der Wunsch, das Erfahrene, Sichere und Verwunderliche an teilnehmende Menschen weiterzugeben. Deswegen fanden sich auch immer wieder Studentinnen und Studenten aus aller Welt zu den Seminaren und Workshops im Waldviertel zusammen, um sich unter der Begleitung der Künstlerin und im Austausch mit anderen weiter zu entwickeln.

Eine weitere Möglichkeit ist das Aufsuchen der Orte, an denen die Zeit etwas langsamer läuft. Dort ist Gelegenheit zum Durchatmen, zum Luft holen, zum langsamen hinausschauen in eine sich gemächlich verändernde Welt. Genau das sind aber die Umstände, die eine Seele braucht, um sich auch wieder neuen Dingen zuwenden zu können.

Solche Orte gibt es auch in Österreich: manche finden sich in der freien Natur; die Theorien mit den Erdstrahlen, den Wasseradern, den Kraftlinien der Erde oder der verstärkten Ionisation in der Luft sind vielleicht technische Erklärungsmodelle, ändern aber nichts daran, dass sich viele nach einem Aufenthalt an einem solchen Ort gekräftigt fühlen. Für Linde Waber liegen sie im Waldviertel, aber auch auf Madeira. Und es darf uns nicht wundern, dass sich die Kräftigung auch in schöpferischer Dynamik ausdrückt.

Gemeinsames Buch

Auch Helga Busek hat etwas von dieser Kraft gespürt und hat sie in zärtlichen, nachdenklichen und eindrucksvollen Miniaturen von Ereignissen in der Gegend um Kaumberg, einer kleinen Ortschaft im Waldviertel festgehalten. Die Zeit scheint langsamer zu fließen aus dem Büchlein, das sie gemeinsam mit Linde Waber gestaltet hat. Vielleicht kommen auch deswegen in den zugehörigen Bildern immer wieder die Uhr, der Kirchturm und das blühende Stilleben des beschaulichen Dahinwachsens vor.

Gegenpol

Im Kunstraum Dr. David wird nicht zufällig die Darstellung der organischen, fließenden Entwicklung von Natur und naturnahen Strukturen als Zeichen einer dem menschlichen Erleben entsprechenden Entwicklung gewählt, um einen Gegenpol zur gehetzten, zerstückelten und modularisierten, willkürlich in Einzelteile zerlegten und damit jeder ganzheitlichen Menschen- und Weltsicht widersprechenden Interpretation unseres Lebens zu setzen.

Ausstellung

Die Eröffnung der Ausstellung am Freitag, den 7. Juni 2013 (von 18 bis 21 Uhr) wird von Lotte Ingrisch vorgenommen, eine Lesung von Erwin Leder aus Helga Busek’s Buch „Kaumberg“ wird den Abend abrunden. Die Ausstellung im Kunstraum Dr. David in 1130, Jagdschloßgasse 6 ist bis Mitte Juli Donnertags von 17 bis 19 Uhr zugänglich.

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