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Prof. Dr. Josef Smolle, Rektor der Medizinischen Universität Graz freut sich über die hohe Zuwendung für die Forschung durch Udo Saldow, dem ehemaligen Benetton-Generalimporteur für Österreich.
 
Leben 24. April 2013

Rektor Smolle zeichnet Udo Saldow für Großspende an MedUni Graz aus

Ehrentafel für 84-jährigen ehemaligen Benetton-Österreich Chef - 2,5 Millionen Euro in Erforschung seltener gynäkologischer Tumorart investiert.

 
Mit bisher mehr als zweieinhalb Millionen Euro unterstützte Udo Saldow die Grundlagenforschung der Medizinischen Universität Graz. Ein besonderes Anliegen ist es dem Wiener Geschäftsmann die Forschung auf dem Gebiet der Endometrialen Stromasarkome (ESS) voranzutreiben, sagte er am Dienstag im Gespräch mit der APA im Vorfeld einer Ehrung durch die Med-Uni Graz.


Dass eine Einzelperson wie Udo Saldow Millionensummen in die Medizinforschung investiert, sei in Österreich eine absolute Rarität, sagte Rektor Josef Smolle im Zuge der Enthüllung einer Ehrentafel für den 84-jährigen ehemaligen Benetton-Generalimporteur für Österreich. "Das kann man gar nicht hoch genug schätzen. In Österreich wächst erst langsam das Bewusstsein, wie wichtig medizinische Grundlagenforschung ist", so Smolle. Die MedUni Graz hat den Förderer, der kürzlich seine bisherigen Zuwendungen von rund 1,8 Millionen Euro nochmals um 700.000 Euro für die kommenden sechs Jahre erhöht hat, bereits 2010 mit dem Ehrenkreuz geehrt.

"Mein Beweggrund war ursprünglich sehr persönlicher Art", schilderte Saldow im APA-Gespräch: "Nach dem Tod meiner Frau, die an einem zuspät erkannten Tumor verstarb, ist mir die Idee gekommen, etwas gegen diese Erkrankung zu tun, die so selten ist, dass die Pharmaindustrie sie gar nicht erforscht."

Forschungsprojekt initiiert

Saldow wollte sich nicht damit abfinden, dass es für das Endometrialen Stromasarkom (ESS) weder Früherkennung noch wirksame Behandlungsmöglichkeiten gibt. Über einen guten Freund habe er die Verbindung mit der Grazer Pathologie aufgenommen und ein Forschungsprojekt initiiert.

Die Grazer Forscher unter der Leitung von Kurt Zatloukal untersuchten mit molekularbiologischen Methoden die Entstehungsmechanismen der Erkrankung. Dabei orientierte man sich an Substanzen, die an anderen Krebserkrankungen bereits erprobt waren und ist u.a. auf die Wirkung der Histondeazetylase gestoßen. "Das sind Enzyme, die im Zellkern modulierend wirken und bei vielen Krebsarten, u.a. beim Gebärmutterkrebs, vermehrt gebildet werden. Durch Stilllegung bestimmter Schutzproteine kommt es zu unkontrolliertem Zellwachstum", erläuterte Martina Dieber-Rotheneder aus dem Team um Zatloukal. Das Interesse galt daher speziell der Gruppe der Histondeazetylase-Hemmer. Dabei stellte sich in Zellkultur-Experimenten eine Substanz als vielversprechend heraus und soll nun in die klinische Erprobung gehen.

"Es gibt eine gewisse Befriedigung, wenn man etwas nicht nur für sich, sondern für die Allgemeinheit, für Leute, die es wirklich notwendig haben, tut", erklärte Saldow seine Motivation. "Und wenn das Projekt mit der Zeit so weit ist, dass man hoffen kann, Licht am Ende des Tunnels zu sehen, dann macht einen das auch sogar ein bissl stolz", schilderte der Mäzen. Weitere Sponsorentätigkeit im größeren Rahmen würden ihm jetzt jedoch "nicht so ohne Weiteres möglich sein", wiewohl er dafür gesorgt habe, "dass das, was wir angefangen haben auch zu Ende geführt wird".

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