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Leben 6. April 2013

Christoph Grimm: Researcher of the Month März 2013

Christoph Grimm ist Forscher des Monats der MedUni Wien.

Universitätsklinik für Frauenheilkunde, Klinische Abteilung für Allgemeine Gynäkologie und gynäkologische Onkologie, MedUni Wien

Die Jury „Researcher of the Month” verleiht die Auszeichnung für diesen Monat Herrn Ass.Prof. Priv. Doz. Dr. Christoph Grimm aus Anlass der 2012 im Top-Journal „Obstetrics & Gynecology“ (IF 4.392) erschienenen Publikation „Treatment of Cervical Intraepithelial Neoplasia With Topical Imiquimod – A randomized controlled Trial“ [1]. Diese Studie entstand an der Klinischen Abteilung für Allgemeine Gynäkologie und gynäkologische Onkologie in Zusammenarbeit mit dem Comprehensive Cancer Center, dem Zentrum für Medizinische Statistik, Informatik und Intelligente Systeme (CeMSIIS), dem Institut für Klinische Biometrie, der Abteilung für Immunologie, Allergie und infektiöse Erkrankungen, dem Karl Landsteiner Institut für Gynäkologische Chirurgie und Onkologie Wien und der Universitätsklinik für Geburtshilfe und Gynäkologie, Ruhr Universität Bochum, Deutschland. In dieser Studie konnte unter Leitung von Ao.Univ.Prof. P. Speiser erstmals gezeigt werden, dass eine medikamentöse Therapie mit Imiquimod effektiv in der Behandlung von höhergradigen zervikalen intraepithelialen Neoplasien ist.

Medikamentöse Therapie mit Imiquimod ist eine effektive konservative Therapie für höhergradige zervikale intraepitheliale Neoplasien

Höhergradige zervikale intraepitheliale Neoplasien Grad 2 und 3 (CIN 2 und 3) werden durch eine persistierende Humane Papilloma Virus (HPV)-Infektion verursacht und gelten als Vorstufen des Zervixkarzinoms [2, 3]. Die Standardtherapie dieser Veränderungen ist ein operativer Eingriff, die sog. Konisation. Mittlerweile ist bekannt, dass Konisationen zu einer Erhöhung des Frühgeburtsrisikos führen. Aufgrund der demographischen Entwicklung – einerseits nimmt das mütterliche Alter bei der ersten Schwangerschaft zu und andererseits steigt die Prävalenz von CIN 2 und 3 ab dem 30. Lebensjahr – sind immer mehr Frauen diesem postoperativen Frühgeburtsrisiko ausgesetzt. Daher ist die Evaluierung von konservativen Therapiealternativen zur Konisation von zunehmender Bedeutung [1, 4, 5].
Im Rahmen der vorliegenden randomisierten, Placebo-kontrollierten, Doppel-Blind-Studie wurde eine medikamentöse Therapie mit Imiquimod (Aldara© Vaginalsuppositorien) bei Frauen mit CIN 2/3 evaluiert.

Imiquimod ist ein Toll-like 7 Rezeptor Agonist, d. h. ein Immunmodulator, der zu einer entzündungsähnlichen Reaktion führt. Dadurch wird HPV durch das Immunsystem erkannt und eliminiert und in der Folge kommt es zu einer Regression der Zervixkarzinomvorstufe.

Die Autoren dieser Studie konnten zeigen, dass eine medikamentöse Therapie mit Imiquimod (Aldara© Vaginalsuppositorien) in der Behandlung von CIN 2/3 wirksam ist [1]. Darüber hinaus zeigten sich eine gute Verträglichkeit und ein günstiges Nebenwirkungsprofil dieser Therapie. Die vorliegende Phase 2 Studie bietet nun erstmals Level I Evidenz für diese medikamentöse Therapiealternative. Aufgrund dieser Studienergebnisse erhielt die Forschungsgruppe eine Förderung durch den Fonds der Österreichischen Nationalbank von € 70.000.- für die Durchführung einer Folgestudie. In der geplanten Folgestudie wird nun im Rahmen einer non-inferiority Studie ein direkter Vergleich mit der Standardtherapie – der Konisation – durchgeführt.

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