zur Navigation zum Inhalt
© Kzenon/fotolia.com
 
Leben 25. März 2013

Auf die Tageszeit kommt es an

Job-Bewerber werden tagesabhängig beurteilt und späte Vorstellungsgespräche kritischer bewertet.

Job-Aspiranten werden nur mit den Wettbewerbern desselben Tages verglichen und beurteilt, anstatt mit dem gesamten Kandidaten-Pool. Zu diesem Ergebnis kommt eine Untersuchung der Wharton School of the University of Pennsylvania, USA. Dieses Phänomen wird als „narrow bracketing“ bezeichnet.

Vorgesetzte gehen dabei wie beim Roulette nach dem vierten guten Gespräch von einem nächsten schlechten Bewerber aus. Für die Erhebung wurden 9.000 US-amerikanische Bewerbungen der vergangenen zehn Jahre analysiert. Gespräche, die bereits am frühen Tag geführt wurden, hatten einen negativen Einfluss auf die kommenden und senkten deren Ergebnis um 0.075 Punkte.

Entscheidungen fallen intuitiv

„Dieses Phänomen kann unter anderem mit dem ’priming effect‘ zusammenhängen. Hier hat der Vorgesetzte am Anfang noch nicht viel gesehen, wobei das erste Gespräch als ’gut‘ bewertet wird. Anhand dessen erstellt sich dieser eine Skala. Diejenigen, die zum Schluss an der Reihe sind, werden feiner, kritischer und somit eventuell auch schlechter bewertet“, klärt der Psychologe Dominik Rosenauer aus Wien auf.

Mehrere arbeitspsychologische Studien belegen, dass die meisten Entscheidungen aus dem Bauch heraus gefällt werden. „Wenn dem Vorgesetzten dabei ein Bewerber besonders gut gefällt, werden die kommenden kritischer beurteilt. Die Entscheidung ist jedoch bereits gefallen“, so der Experte.

Laut Rosenauer ist besonders das Zeigen von Begeisterung am Unternehmen von großer Bedeutung. „Die Kandidaten sollten sich vorher über den Betrieb informieren und am Ende des Gespräches auch Fragen stellen. Tun sie das nicht, hinterlässt es den Eindruck, dass kein Interesse besteht“, sagt der Psychologe.

Zu diesem Thema wurden noch keine Kommentare abgegeben.

Mehr zum Thema

<< Seite 1

Medizin heute

Aktuelle Printausgaben