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Prof. Dr. Richard Pötter, Vorstand der Universitätsklinik für Strahlentherapie, MedUni Wien
 
Leben 18. März 2013

Elis Berven Lecture 2013 an Richard Pötter

Die „Elis Berven Lecture“ über „Image guided adaptive brachytherapy for cervix cancer - a new paradigm for improving the therapeutic ratio in oncology” findet am 21. März 2013 in Linköping, Schweden, statt.

Richard Pötter, Vorstand der Universitätsklinik für Strahlentherapie der MedUni Wien, wird im Rahmen des Jahrestreffens der schwedischen Gesellschaft für Onkologie mit der Einladung zur diesjährigen „Elis Berven Lecture“ ausgezeichnet. 



Die Keynote lecture wird in Erinnerung an den schwedischen Pionier der Radiotherapie und klinischen Onkologie, Prof. Elis Berven aus Stockholm, Karolinska Institut, seit 1984 beim Jahrestreffen der Schwedischen Gesellschaft für Onkologie gehalten. Die Einladung gilt in der internationalen Radioonkologie als eine der höchsten Auszeichnungen und wird für besondere Verdienste im Hinblick auf Forschung und Lehre in der Onkologie und Radiotherapie ausgesprochen.

Pötter wird mit dieser Einladung für seine besonderen Leistungen in der Entwicklung der Strahlentherapie auf europäischer und internationaler Ebene geehrt, insbesondere für seine wissenschaftlichen Arbeiten und Entwicklungen auf dem Gebiet der bildgestützten adaptiven Brachytherapie bei Patientinnen mit lokal fortgeschrittenem Zervixkarzinom. Bei dieser Methode wird mit Hilfe von wiederholten bildgebenden Untersuchungen wie MRT/CT während der Radiotherapie, das individuelle Tumoransprechen erfaßt und die Dosisverteilung der Strahlentherapie an die sich ändernde 3D-Topographie des Zielgebietes und der angrenzenden Risikostrukturen angepasst („adaptive Radiotherapie“). Diese Methode wurde maßgeblich von der Wiener Gruppe entwickelt und ermöglicht durch fokussierte Dosiseskalation eine deutliche Verbesserung der klinischen Resultate mit Rückgang der Lokalrezidive und der Nebenwirkungen.

Neuer Standard der gynäkologischen Radiotherapie

Die MRT/CT gestützte adaptive Brachytherapie gilt inzwischen international als neuer Standard der gynäkologischen Radiotherapie und löst damit die traditionellen, auf Röntgenbildern basierenden statischen Methoden ab.
Pötter konnte zusammen mit Prof. Kirisits (Medizinphysik) an der MedUniWien eine interdisziplinäre gynäkologisch-radioonkologische Gruppe aufbauen, welche seit mehr als einem Jahrzehnt führend in der internationalen Forschung und Entwicklung positioniert ist.

2008 wurde eine multizentrische prospektive internationale Beobachtungsstudie „EMBRACE“ initiiert, (www.embracestudy.dk), wobei unter der Leitung der Wiener Gruppe die bildgestützte adaptive Brachytherapie an 27 klinischen Zentren weltweit bei etwa 1.000 Patientinnen evaluiert wird (Rekrutierung bis Ende 2013).

Zur Person:

Richard Pötter befasste sich nach Medizinstudium, Ausbildung und Habilitation in Deutschland schwerpunktmäßig mit radioonkologischen Aspekten von Malignomen im Kindes- und Jugendalter (Morbus Hodgkin, Sarkome), mit gynäkologischen Tumoren, mit Prostatakarzinomen, mit der Hadronen/Ionen-Therapie sowie mit bildgebenden Verfahren (MRT) in der Radioonkologie. 1993 übernahm er als „Ordentlicher Universitätsprofessor für Strahlentherapie“ die Leitung der Universitätsklinik für Strahlentherapie an der MedUniWien/AKH Wien und konnte zusammen mit herausragenden MitarbeiterInnen in zahlreichen Forschungsgruppen und Projekten (nationale und EU-Projekte, CD Labor) vor allem in der klinischen Radioonkologie, der Brachytherapie, der Ionentherapie, der Medizinischen Strahlenphysik und der klinischen Strahlenbiologie die Klinik international positionieren. Er war und ist maßgeblich am Aufbau des Ionen-Therapiezentrums MedAustron in Wiener Neustadt beteiligt.

Seit 2006 ist Pötter Chairman des „ESTRO Committee for Education and Training“ und der „European School of Radiotherapy and Oncology“, des weltweit größten Programms zur postgraduellen Weiterbildung in der Radioonkologie mit jährlich 35 Kursen und 3.000 Teilnehmern. Er leitet zusammen mit dem Department of Oncology der Universität Aarhus das internationale Netzwerk Gyn GEC ESTRO zur gynäkologischen Brachytherapie. Des Weiteren koordiniert er die „International Ion Beam Radiotherapy Research Group“ und ist Clinical Editor des Top-Journals „Radiotherapy and Oncology“.

Richard Pötter ist Mitglied des Koordinationskomitees des Comprehensive Cancer Center Vienna, Leiter des Kollegiums des CCC und verantwortlich für interdisziplinäre Tumorboards und Lehre.

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