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Der junge Picasso griff zur billigen Fassadenfarbe.
 
Leben 14. März 2013

Der junge Picasso sparte bei der Farbe

Springer-Journal Applied Physics A klärt auf: Picasso malte mit herkömmlicher Fassadenfarbe.

 
Wissenschaft im Dienste der Kunst: Forscher fanden jetzt heraus, dass Pablo Picasso Hausfarbe statt teurer Künstlerfarbe verwendete. Damit lüfteten sie das Geheimnis um die Farben Picassos, die in der Vergangenheit Gegenstand zahlreicher Debatten zwischen Kunsthistorikern waren. Applied Physics A veröffentlichte diese neuen Forschungsergebnisse in seiner Jänner--Ausgabe.



Francesca Casadio (Art Institute of Chicago) und Volker Rose (Argonne National Laboratory) verglichen Farbelemente aus verschiedenen Gemälden Picassos mit der gängigen Fassadenfarbe „Ripolin“ aus den 1930er Jahren. Dazu benutzten sie ein einzigartiges Röntgengerät, das die genaue Analyse chemischer Elemente von Materialien ermöglicht. Tatsächlich stimmte die chemische Zusammensetzung der Farbstücke aus den Werken des Künstlers mit der Hausfarbe von damals überein.

Somit bewiesen die Forscher, was Kunsthistoriker bisher vermuteten: Picasso war einer der ersten großen Künstler, der die spezielle Künstlerfarbe gegen herkömmliche Hausfarbe eintauschte. Sie trocknete schneller, glänzte mehr und war erheblich preisgünstiger. Picasso läutete damit einen neuen Kunststil ein.

Viele amerikanische, deutsche und holländische Medien griffen das Thema um die Farben Picassos auf. Durch die Verknüpfung von Naturwissenschaft und Kunst wurde wieder einmal bewiesen, dass selbst sehr spezielle Forschungsthemen auf breites Interesse stoßen können. Die überall zitierte Fachzeitschrift Applied Physics A erfuhr auf diese Weise Popularität auf ungewohntem Terrain.

SpringerVerlag, springermedizin.at

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