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© T. Urich
Rapsöl konnte bei bestimmten Mikroorganismen im Pansen von Kühen die Methan-Emissionen um zirka 15 Prozent verringern.
 
Leben 11. März 2013

Rapsöl verringert Methan-Emission

Neuer Ansatz kann möglicherweise zur Senkung des Methan-Ausstoßes von Kühen beitragen.

Kühe setzen große Mengen des Klimagases Methan frei, das ist schon länger bekannt. Wissenschaftler der Universität Wien und der dänischen Universität Aarhus haben nun mithilfe molekularer Techniken eine bisher unbekannte Gruppe von Mikroorganismen im Pansen von Kühen entdeckt, die offenbar eine wichtige Rolle bei den Methan-Emissionen spielt.

Eine der großen Herausforderungen für die heutige Landwirtschaft ist die Entwicklung von gleichzeitig nachhaltigen und produktiven Wirtschaftsweisen in Zeiten des Klimawandels und einer wachsenden Weltbevölkerung. Methan-bildende – sogenannte methanogene – Mikroorganismen im Pansen von Kühen und anderen Wiederkäuern sind für zirka 35 Prozent der weltweiten anthropogenen Methan-Emissionen verantwortlich. Diese methanogenen Archaea(bakterien) sind heute im Visier vieler Forscher, die nach neuen Ansätzen zur Senkung des Methan-Ausstoßes suchen.

Zugabe von geringen Mengen von Rapsöl

Wissenschaftler der Universität Wien ist es zusammen mit Kollegen der Universität Aarhus, Dänemark, gelungen, eine neue Gruppe von Methanogenen aus dem Pansen von Kühen erstmals funktionell zu beschreiben. Diese Gruppe gewinnt ihre Energie auf völlig andere Weise als alle bisher im Pansen beschriebenen Methan-produzierenden Mikroorganismen. Sie nutzen Methylamine als Energiequelle und zum Aufbau ihrer Biomasse. Methylamine sind im Futter der Kühe, vor allem in Zuckerrüben, in erheblichen Mengen vorhanden. Interessanterweise konnten diese Organismen durch Zugabe von geringen Mengen von Rapsöl in ihrem Wachstum gehemmt werden, sodass sich die Methan-Emissionen um zirka 15 Prozent verringerten.

Das interdisziplinäre Forschungskonsortium der Departments für Ökogenetik und Molekulare Systembiologie der Universität Wien und dem Department für Tierwissenschaften der Universität Aarhus nutzte in seiner Studie neueste Methoden der mikrobiellen Ökologie, Genomik und Tierernährung. Publiziert wurden die Ergebnisse dieser Untersuchung im renommierten Fachmagazin Nature Communications..

Weitere Informationen:

www.nature.com/ncomms/journal/v4/n2/full/ncomms2432.html

Uni Wien/KK, Ärzte Woche 11/2013

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