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Leben 8. März 2013

Weltfrauentag: Viel mehr Ärztinnen als noch vor zehn Jahren

Zwischen 2001 und 2011 ist der Frauenanteil an der gesamten Ärzteschaft von 38 auf 45 Prozent gestiegen.

Mehr als die Hälfte aller Spitalsärzte und ein Drittel aller niedergelassenen Ärzte sind weiblich. Der Anteil weiblicher Medizinabsolventen liegt seit Jahren zwischen 56 und 61 Prozent. Es spreche alles dafür, dass der Anteil weiblicher Jungmediziner an der österreichischen Ärzteschaft weiter steigen werde, teilte die Österreichische Ärztekammer (ÖÄK) mit.

 

Die ÖÄK-Forderung nach frauen- und familienfreundlichen Arbeitsbedingungen sei entscheidend für die gesamte Gesellschaft: "Wenn der ärztliche Nachwuchs zunehmend weiblich wird und die medizinische Versorgung weiterhin gesichert sein soll, müssen sich die Arbeitsbedingungen an die Bedürfnisse von Frauen anpassen", stellte ÖÄK-Präsident Artur Wechselberger klar.

Das Bild vom männlichen Arzt, der rund um die Uhr für seine Patienten im Einsatz sein kann, weil seine Frau das Familienleben managt, sei endgültig passé, so der Ärztechef. Ärztinnen hingegen müssten wie alle berufstätigen Frauen mit der Doppelbelastung von Familie und Beruf zurechtkommen und erwarten daher zu Recht flexible Arbeitszeitmodelle, Einhaltung der Arbeitszeithöchstgrenzen, faire Regelungen bei Bereitschaftsdiensten, liberale Formen der ärztlichen Zusammenarbeit, Möglichkeiten der Teilzeitarbeit und Unterstützung bei der Kinderbetreuung.

Ärztinnenzahl um mehr als die Hälfte gestiegen

Wie rasant die Verweiblichung der Medizin voranschreitet, lässt sich erst erkennen, wenn man die Ärztinnenzahlen isoliert betrachtet: So gab es 2011 um 52 Prozent mehr Ärztinnen als noch zehn Jahre zuvor (Anstieg von 11.980 auf 18.217).

Aufgeschlüsselt in angestellte und niedergelassene Ärztinnen bedeutet dies einen Zuwachs um 48 Prozent (angestellte, Anstieg von 8.117 auf 12.027) beziehungsweise sogar um 61 Prozent (niedergelassene, Anstieg von 3.305 auf 5.309).

Die Zahl der niedergelassenen Allgemeinmedizinerinnen hat sich nahezu verdoppelt (plus 48 Prozent, Anstieg von 1.743 auf 2.572), was aber vom Zuwachs an Fachärztinnen noch übertroffen wird: 2011 gab es um 74 Prozent mehr weiblich geführte Facharztordinationen als 2001 (Anstieg von 1.559 auf 2.717).

Immer weniger Kassen-Fachärzte, immer mehr Ärztinnen

Zu den zahlenmäßig stärksten Fachgruppen unter den Kassenärzten zählen Innere Medizin, Frauen-, Augen-, Kinderheilkunde sowie Dermatologie und Orthopädie. Abgesehen von der Augenheilkunde ordinierten in allen genannten Fachrichtungen 2011 weniger Männer als noch 2001. Bei den Frauen hingegen gab es im selben Zeitraum ausnahmslos Zuwächse. Auf 91 wuchs die Zahl der Kassen-Gynäkologinnen (plus 57 Prozent), aber auch die Orthopädinnen legten deutlich zu (20, plus 54 Prozent). In der Gruppe der Kassen-Praktiker gab es 2011 um ein Drittel mehr Frauen und um zehn Prozent weniger Männer als 2001.

Kaum ein Fünftel aller Primarärzte ist weiblich

Im Spital hingegen dominieren Frauen nur in den unteren Diensträngen. Zwar sind fast zwei Drittel (60 Prozent) aller Turnus- und Assistenzärzte weiblich, aber nicht einmal jedes fünfte Primariat wird von einer Frau geführt (19 Prozent). Insgesamt sind 54 Prozent aller Spitalsärzte weiblich. "Grund genug", so ÖÄK-Präsident Wechselberger, "auch auf die Verbesserung der Karrierechancen für Ärztinnen besonderes Augenmerk zu legen."

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