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Während der Nachtruhe festigt das Gehirn Lerninhalte.
 
Leben 5. März 2013

Schlaf macht schlau

Ausreichend Schlaf für Kinder zahlt sich aus: Ihr Gehirn wandelt während der Nachtruhe unbewusst Gelerntes in aktives Wissen um. Aus Studien an Erwachsenen ist bekannt, dass Schlaf nach dem Lernen von Gedächtnisinhalten deren dauerhafte Speicherung im Gedächtnis unterstützt. Während des Schlafes werden Gedächtnisinhalte in eine Form umgewandelt, die zukünftiges Lernen erleichtert: aus implizitem wird explizites Wissen gebildet und damit die Übertragbarkeit des neu erworbenen Wissens auf andere Bereiche ermöglicht.     

Kinder schlafen länger, tiefer und sie müssen sich täglich enorme Mengen neuen Wissens aneignen. In der aktuellen Studie wurde nun die Fähigkeit untersucht, explizites Wissen über eine implizit gelernte motorische Aufgabe zu bilden.

Kinder zwischen 8 und 11 Jahren und junge Erwachsene lernten eine festgelegte motorische Reihenfolge zu tippen, ohne sich der Existenz dieser Reihenfolge bewusst zu sein. Nach einer Nacht Schlaf bzw. einem Tag im wachen Zustand wurde die Erinnerung der Probanden an die Reihenfolge getestet. Das Ergebnis: Beide Altersgruppen konnten sich nach dem Schlaf an eine größere Anzahl an Elementen aus der Zahlenreihenfolge erinnern als nach einem Wachintervall. Dabei übertrafen Kinder die Erwachsenen deutlich.

Bei Kindern wird also während des Schlafes sehr effizient explizites Wissen über eine vormals implizit gelernte Aufgabe generiert. Diese Fähigkeit der Kinder ist mit der hohen Menge an nächtlichem Tiefschlaf verknüpft, meinen die Autoren. Die Bildung von explizitem Wissen scheine eine sehr spezifische Fähigkeit des kindlichen Schlafes zu sein, da Kinder bei anderen Gedächtnisaufgaben vergleichbar oder sogar weniger als Erwachsene vom Schlafen profitieren.

Wilhelm I et al.: Nature Neuroscience 2013; doi: 10.1038/nn.3343

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