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Die Wahrheit über Asteroid 2012 DA 14 ...
 
Leben 28. Februar 2013

Jahrhundertereignis: Meteorit am Ural

1.200 Verletzte in Russland durch den Einschlag eines Meteoriten. Der angekündigte Asteroid flog gefahrlos am Erdplaneten vorbei.

Nie zuvor in der Geschichte der Menschheit wurde ein so folgenschwerer Einschlag eines Meteoriten dokumentiert wie der am 15. Februar nahe Tscheljabinsk.

Er war heller als die Sonne und kam völlig überraschend: Der größte Meteorit seit mehr als einem Jahrhundert ist in Russland eingeschlagen und hat 1.200 Menschen verletzt. Die US-Raumfahrtbehörde NASA schätzt das Objekt auf 15 Meter Durchmesser und ein Gewicht von 7.000 Tonnen – bevor es in die Erdatmosphäre eintrat. Da verglühte ein großer Teil des Materials und hinterließ eine Leuchtspur, die eine halbe Minute zu sehen war, bevor es mit einem Feuerball, der heller als die Sonne war, explodierte. Nur Stunden später zog davon unabhängig, dicht aber ungefährlich, wie berechnet der Asteroid „2012 DA14“ an der Erde vorbei.

Verletzungen durch zerborstene Fensterscheiben

Bei dem spektakulären Absturz am Uralgebirge wurden die meisten Menschen durch Glasscherben verletzt. Die Explosion des Meteoriten verursachte eine Druckwelle, die in der etwa 1.500 Kilometer östlich von Moskau gelegenen Region Tscheljabinsk erhebliche Verwüstungen anrichtete. Mehr als 40 Menschen mussten im Krankenhaus behandelt werden.

Ungleich höhere Sprengkraft als Atombombe über Hiroshima

Laut NASA war der Meteorit größer als der letzte Größere, der 2009 über Indonesien niederging. Der russische sei in einem sehr flachen Winkel niedergegangen und habe eine Sprengkraft von mehreren Hundert Kilotonnen gehabt. Zum Vergleich: Die Atombombe, die 1945 Hiroshima verwüstete, wird mit etwa 15 Kilotonnen angegeben.

Kosmischer Streifschuss durch vorbeifliegenden Asteroiden

Der Meteorit hatte aber nichts mit „2012 DA14“ zu tun. Der Asteroid kam der Erde zwar so nahe wie noch nie ein vorhergesagter Asteroid zuvor. Experten beruhigten jedoch: „Kein Grund zur Sorge“, sagte NASA-Experte Dante Lauretta, der Asteroid bleibe in sicherer Entfernung. Und trotzdem waren die 27.800 Kilometer Abstand am erdnächsten Punkt fast so etwas wie ein kosmischer Streifschuss. Die geostationären Satelliten, die zum Beispiel Telefongespräche oder Fernsehen übertragen, sind deutlich weiter weg. Der Mond ist sogar rund 15 Mal so weit entfernt als „2012 DA14“ am Freitagabend.

Zudem war der Asteroid 28.600 Kilometer in der Stunde schnell. Hätte er – nach NASA-Angaben 45 Metern breit und 130.000 Tonnen schwer – tatsächlich die Erde getroffen, wären die Folgen verheerend gewesen. „Würde dieses Objekt beispielsweise aus Eisen bestehen und mit unserem Planeten zusammenstoßen, könnte es einen Krater verursachen, der mit dem 1,5 Kilometer großen Meteor Crater bei Flagstaff, Arizona, zu vergleichen wäre“, sagte der Verantwortliche für erdnahe Objekte bei der Europäischen Weltraumorganisation (ESA), Detlef Koschny.

Asteroiden sind Kleinplaneten. Hunderttausende gibt es in unserem Sonnensystem. Meteoriten sind noch kleiner, eine genaue Trennlinie gibt es freilich nicht.

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