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Die Ersthelfer der Polizei sowie Ersthelfer Jochen S. (2.v.r.) retteten durch ihre rasche Hilfe und die Anwendung eines Defis Leben.
 
Leben 18. Februar 2013

Defibrillatoren für die Wiener Polizei

Bereits zwei Menschenleben gerettet.

Das Projekt „Defibrillatoren für die Wiener Polizei“ des Verein Puls zur Bekämpfung des plötzlichen Herztods und der Wiener Polizei will den öffentlichen Raum in Wien „HERZsicher“ machen. Vor Kurzem konnten bereits erste Erfolge gefeiert werden: Harry Kopietz, Landtagspräsident und Präsident des Verein Puls ehrte couragierte Ersthelfer und Polizisten für ihren lebensrettenden Einsatz.



Bei einem Tischtennisturnier in Floridsdorf im Jänner 2013 bricht ein Turnierteilnehmer nach einem Herzinfarkt zusammen. Sofort beginnt ein anwesender Freund mit der Herzmassage, andere Turnierteilnehmer alarmieren Polizei und Rettung. Als erste waren zwei Polizisten aus einer nahe gelegenen Polizeiinspektion mit einem Defibrillator zur Stelle. Mit Hilfe des Defi brachten die drei Helfer das Herz von Helmut K. wieder zum Schlagen. Ein paar Wochen vorher – im November 2012 – wird die Strompolizei alarmiert: unterhalb der Donaustadtbrücke treibt eine Person im Wasser. Die Bootsbesatzung rettet die Person aus dem Wasser und beginnt ebenfalls sofort mit der Wiederbelebung. In beiden Fällen war nach wenigen Minuten die Wiener Berufsrettung zur Stelle und hat die Patienten ins Donauspital gebracht.

Rettungskette funktioniert

„Diese beiden dramatischen Einsätze zeigen, wie sicher Wien ist, wie hervorragend die Rettungskette funktioniert, wie unendlich wichtig sofort eingeleitete Erstmaßnahmen und ein Defibrillator sind. Je früher lebensrettende Maßnahmen stattfinden, desto gezielter kann der Patient im Krankenhaus weiterbehandelt werden“, sagt Landtagspräsident Prof. Harry Kopietz, Präsident von „Puls – Verein zur Bekämpfung des plötzlichen Herztodes“ und Vizepräsident der „Helfer Wiens“ bei der Ehrung des Ersthelfers und der Polizisten aus Floridsdorf sowie der Besatzung des Polizeiboots „Fischa“. Gemeinsam mit Polizeipräsident Dr. Gerhard Pürstl, dem Leiter der Wiener Berufsrettung Dr. Rainer Gottwald und Dr.in Susanne Drapalik vom Wiener Krankenanstaltenverbund würdigt Kopietz die Leistung und den Einsatz der Beteiligten.

Initiative des Vereins Puls

„Defibrillatoren für die Wiener Polizei“ ist eine Initiative des Vereins Puls in Zusammenarbeit mit der Wiener Polizei. Im Rahmen des Projektes werden in ganz Wien über 50 Laiendefibrillatoren im öffentlichen Raum zur Verfügung gestellt: an Polizeiinspektionen in der ganzen Stadt untergebracht sind diese nicht nur für Ersthelfer leicht auffindbar und rund um die Uhr frei zugänglich, sondern auch an geschützten Standorten platziert. „Der Ersthelfer, der den Defi holt, bekommt gleichzeitig auch Unterstützung bei der Polizei“, sagt Dr. Mario Krammel, geschäftsführender Präsident des Verein Puls und Forscher an der MedUni Wien. „Bei Notfällen wie einem plötzlichen Herzstillstand zählt jede Sekunde, denn die Überlebenswahrscheinlichkeit nimmt pro Minute um zehn Prozent ab“, sagt Krammel. Auch der Wiener Polizeipräsident Dr. Gerhard Pürstl hebt die Wichtigkeit dieser Kooperation hervor: „Bei ihren Einsätzen ist die Wiener Polizei immer wieder Ersthelfer bei Menschen, die einen plötzlichen Herzstillstand erleiden. Als Polizeipräsident sind mir daher frei zugängliche Defibrillatoren in den Wiener Polizeiinspektionen ein besonderes Anliegen.“

Bis dato wurden 35 der über 50 geplanten Geräte in Polizeiinspektionen in ganz Wien installiert. Jeder Defi ist dabei an ein spezielles Kommunikationssystem angeschlossen: bei Entnahme des Geräts aus dem Wandkasten wird automatisch ein Notruf abgesetzt und eine Sprechverbindung zur Wiener Berufsrettung hergestellt, die so auch gleich bei der Anwendung des Gerätes assistieren kann.

Wissenschaftliche Begleitung


Wissenschaftlich begleitet wird das Projekt von der MedUni Wien: „Unser Ziel ist es, die Einsätze auszuwerten, um so auf Basis von gesammelten Daten Einsatz und Nutzen der Geräte zu optimieren und bedarfsorientiert zu erheben, wo zusätzliche Defibrillatoren sinnvoll wären“, erklärt Prof. Klaus Markstaller, Leiter der Klinischen Abteilung für Allgemeine Anästhesie und Intensivmedizin der MedUni Wien. Zusätzlich werden von Puls in Zusammenarbeit mit den Helfern Wiens künftig auch kostenlose Seminare angeboten, in denen einerseits Funktion und Handhabung von Defis erklärt, andererseits grundlegend das richtige Verhalten im Notfall geübt wird.

Weitere Informationen: www.puls.or.at  

PA Wiener Landtag, springermedizin.at

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