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Leben 4. Februar 2013

Paul-Watzlawick-Ehrenring 2013 an Walter Thirring

Die Jury des Paul Watzlawick-Ehrenrings der Ärztekammer für Wien hat Walter Thirring einstimmig zum Preisträger für 2013 gekürt.

"Wie nur wenige andere hat Walter Thirring die Dimensionen seiner Disziplinen gesprengt und ist an die Grenzen der Physik gegangen. In diesem Sinn ist er ein Meta-Physiker und dekonstruierend im Sinne von Paul Watzlawick."

 

Walter Thirring, geboren 1927 in Wien und immer noch produktiv und kreativ, zählt zu den bedeutendsten österreichischen Naturwissenschaftern der Gegenwart. "Er ist einer der wenigen, die ständig die Grenzen ihres Faches ausgelotet haben, interdisziplinär forschten und nachhaltigen Einfluss auf die moderne Physik ausüben, insbesondere in der Quantenphysik", so der Vorsitzende der Jury, Hubert Christian Ehalt.

Für den Kurator des Ehrenrings, Walter Dorner, reiht sich Thirring würdig in die Riege der bisherigen Preisträger ein. "Vor allem beeindrucken mich sein tiefer theologischer Ansatz, seine Humanität und die Schärfe seiner naturwissenschaftlichen Erkenntnis - ein Diagnostiker, wie er auch für uns Ärztinnen und Ärzte ein Vorbild ist. Er ist einer, der hinterfragt und nicht ohne ausführliche, mehrdimensionale Betrachtung urteilt." In seinen "Kosmischen Impressionen", aber auch in seiner Autobiografie, trete dies besonders deutlich zutage, betont Dorner.

Heftige wisschaftliche Debatten ausgelöst

Thirring hat Standardwerke wie das vierbändige "Lehrbuch der mathematischen Physik" verfasst, das bis heute umfassendste Kompendium zu diesem Thema, und mit seiner "Entformelung Einsteins" heftige wissenschaftliche Diskurse ausgelöst. Sein bislang jüngstes Buch trägt den Titel "Lust am Forschen: Lebensweg und Begegnungen". "Diese Lust am Forschen ist es, die in jeder Zeile spürbar wird. Diese Neugierde ist auch die Brücke zum Watzlawick-Ehrenring", resümiert Dorner.

Einer der renommiertesten Wissenschafts-Awards

Der Paul-Watzlawick-Ehrenring wurde bislang viermal vergeben - an Peter L. Berger, Aleida Assmann, Rüdiger Safranski und Friedrich Achleitner - und ist mittlerweile einer der renommiertesten Wissenschafts-Awards.

Im Geiste Watzlawicks, des großen österreichischen Psychoanalytikers und Kommunikationswissenschafters, werden damit herausragende Wissenschafter ausgezeichnet, die über "den Tellerrand der Disziplinen hinaus denken, sich in ihrem Leben für eine humane Gesellschaft einsetzen und Forschung und Wissenschaft einem breiten Publikum vermitteln können". Für Dorner ist der Ring "Zeichen unseres Engagements für den Dialog zwischen Medizin und Ethik und eine Humanisierung der Medizin".

Der Paul-Watzlawick-Ehrenring wurde von der Meisterklasse Paolo Piva der Hochschule für Angewandte Kunst geschaffen und zitiert die "Möbiusschleife" als Metapher des permanenten Forschens und Denkens. Der Ehrenringträger wird durch eine unabhängige Expertenjury aus unterschiedlichen Wissens- und Lebensbereichen bestimmt. Der Jury - unter Vorsitz von Hubert Christian Ehalt - gehören für 2013 Karin Gutiérrez-Lobos, Michael Kerbler, Ulrich Körtner, Karin Schaupp, Raoul Schrott, Sabine Seidler, Rudolf Taschner, Albert Wimmer und Paul Zulehner an.

Die Verleihung des Ehrenrings im Rahmen der "Wiener Vorlesungen" findet am 11. April 2013 um 19.00 Uhr im Kuppelsaal der Technischen Universität Wien statt. Die Laudatio hält Rudolf Taschner.

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