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Bundespräsident Heinz Fischer und der Generaldirektor des Naturhistorischen Museums, Prof. Dr. Christian Köberl.
 
Leben 30. Jänner 2013

Wer sind wir? Wo kommen wir her?

Entstehung des Menschen im Naturhistorischen Museum Wien - Eröffnung der beiden neu gestalteten Anthropologie-Säle mit Bundespräsident Heinz Fischer.

"An Knochen und Schädeln ist ja an sich nicht unbedingt viel Ästhetisches", lacht die Direktorin der Anthropologischen Abteilung des Naturhistorischen Museums Wien Maria Teschler-Nicola. "Wir haben es aber geschafft, eine wirklich schöne, spannende und informative Dauerausstellung auf die Beine zu stellen. Jetzt bin ich froh, dass das vollbracht ist." Nach der erfolgreichen Eröffnung der neuen Dauerausstellung "Mensch(en) werden" in den Sälen 14 und 15 des NHM ging ein großes Aufatmen durch das Haus.



Zwei Jahre lang hat die Anthropologische Abteilung des NHM intensiv an der Neuaufstellung gearbeitet. Mehr als 600 Gäste waren am Dienstag in die Untere Kuppelhalle gekommen, um mit den beiden Hausherrn Generaldirektor Christian Köberl und Vizedirektor Herbert Kritscher sowie Bundespräsident Heinz Fischer die Neueröffnung zu feiern. "Lieber Herr Generaldirektor, wie es scheint, haben Sie Senecas Spruch 'Per aspera ad astra. Von der Erde zu den Sternen' umgedreht", meinte Bundespräsident Heinz Fischer bei seiner Eröffnungsrede und spricht auf die kürzlich eröffnete Meteoritenschausammlung an. Über die Sterne ist das NHM nun auf der Erde gelandet. Mitten in der Evolution des Menschen: "Und bei einer Frage, die sich jeder von uns schon einmal gestellt hat: 'Wer sind wir und wo kommen wir her? '", erläutert Generaldirektor Christian Köberl. "Das NHM bietet seinen Besuchern ab heute einen kompakten Überblick von Entstehung der Erde bis hin zum modernen Menschen." Vor allem die Hands-On Stationen waren bereits am Eröffnungstag wahre Publikumsmagneten und sorgten für lange Warteschlangen. Ganz besonders beliebt: Der CSI-Tisch auf dem Besucherinnen und Besucher ein virtuelles Skelett mittels Mikroskop, Lupe oder Röntgen und Isotopenuntersuchung auf Alter, Geschlecht, Krankheiten und Todesursache untersuchen können, und die Morphing-Station, bei der man sich als Frühmensch fotografieren und die Bilder im Anschluss direkt verschicken kann.

Als besondere Höhepunkte zur Eröffnung können Gäste noch bis 13. Februar 2013 seltene originale menschliche Fossilien aus Kroatien und Israel bestaunen. Darunter das auf ca. 50.000 Jahre datierte Original des Homo neanderthalensis aus Amud; diese Fossilien wurden in den 1960er Jahren entdeckt und sind den "klassischen Neandertalern" zuzuordnen. Zudem werden zwei der exzellent erhaltenen Originale aus Qafzeh präsentiert, welche einem erwachsenen und einem jugendlichen Individuum zugehören. Diese Funde sind ca. 110.000-90.000 Jahre alt. Des Weiteren sind originale Neandertalerfossilien aus der berühmte Fundstelle in Krapina, Kroatien, zu sehen.

Zur Eröffnung anwesend waren neben Bundespräsident Heinz Fischer und seiner Frau Margit, auch Sektionschef Michael Franz vom BMUKK, der Botschafter von Kroatien Gordan Bakota, der Botschafter von Kanada John Barrett, der renommierte Anthropologe Horst Seidler von der Universität Wien, Architekt Arno Grünberger, Medienspezialist Gerald Enzinger von Imagination (er zeichnet u.a. für den CSI-Tisch sowie die Augmented Reality-Station und die Morphing-Station verantwortlich), der Grafiker Stefan Fuher und der Künstler Giorgio Chelidonio, der die Gäste im Anschluss an die Eröffnung mit der Herstellung von Steinklingen und- werkzeugen faszinierte, sowie viele andere Ehrengäste aus Wissenschaft, Politik, Kunst, und Kultur. Des Weiteren sorgten Trommler von nabum - beatfactory und die DJs "Milchring" für ausgelassene Stimmung in den Sälen.

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