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Leben 14. Jänner 2013

Mit Haustechnik weniger Einsamkeit

Das Projekt „Casa Vecchia“ soll älteren Menschen einen Zugang zu neuen Technologien ermöglichen.

Wenn Kinder und Enkelkinder wegziehen, bleiben ältere Menschen oft alleine zurück. Wissenschafter aus verschiedenen Disziplinen wie Informatiker, Psychologen, Soziologen arbeiten an einer Haustechnik, die die Teilnahme am gesellschaftlichen Leben und die Kommunikation von Älteren unterstützt.

Gerade zu bestimmten gesellschaftlichen Festereignissen wie etwa die bereits vergangene Weihnachtszeit wird das Alleinsein älterer Menschen stärker als sonst öffentlich sichtbar. Initiativen, die dem Prinzip e-Inklusion, das heißt „Beteiligung durch Technik“ folgen, arbeiten nun an Technologien, die dem entgegen wirken.

Ein solches Beispiel ist das Projekt „Casa Vecchia“, das am Institut für Informatik-Systeme und Psychologie von Dr. Gerhard Leitner und seinem Team in Klagenfurt, Kärnten, betrieben und als Langzeitstudie durchgeführt wird. Zielsetzung dieser speziell entwickelten Haustechnik ist es, auch Menschen, die im Umgang mit neuen Technologien nicht versiert sind, einen Zugang zu ermöglichen. „Wir haben dafür einen alternativen Bildschirm entwickelt“, so Leitner. Anhand des Bildes können die Nutzerinnen und Nutzer unterschiedliche Funktionen auswählen: Mit einem Klick auf das Briefkuvert öffnen sie so beispielsweise ein E-Mail-Programm. E-Mail-Adressen von Verwandten und Bekannten sind vorgespeichert, die Menschen schreiben auf einer Art Schreibtafel, die E-Mail wird als Bild versendet. Ähnlich funktioniert die Skype-Funktion, die über einen Klick auf das Telefon aufgerufen werden kann.

Ausbau der Technikanwendung vorstellbar

Derzeit sind zwanzig Haushalte in Kärnten – von Mallnitz bis zum Lavanttal – mit der Technik ausgestattet. Die Technik dient darüber hinaus auch als Sicherheitssystem: So können – als Zusatzfunktion von Zwischensteckern, die Geräte fernbedienbar machen – auch tägliche Aktivitäten der Älteren aufgezeichnet werden. Falls es entscheidende Abweichungen gibt, werden Verwandte per Handy alarmiert. Das Projekt wird laufend evaluiert, die Rückmeldungen der Nutzerinnen und Nutzer werden eingebunden.

Förderer des Projekts ist die Österreichische Forschungsförderungsgesellschaft FFG. Für Gerhard Leitner ist es denkbar, das System auch breiter anzubieten: „Das Projekt läuft derzeit bis Ende 2013. Wir planen aber auch Folgeaktivitäten, da das Konzept durch die demografische Entwicklung weiter an Bedeutung gewinnt.“ Das System kann im Labor an der Universität Klagenfurt besichtigt werden. Bei weiterem Interesse wird bei den Personen zu Hause eine Testinstallation durchgeführt und das System kann über eine langfristige Testphase ausprobiert werden.

Weitere Informationen:

www.aau.at/ oder www.casavecchia.at/

innovations-report/KK, Ärzte Woche 3/2013

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