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MInisterProf. Dr. Karlheinz Töchterle, LH Dr. Erwin Pröll, CERN GD Prof. Dr. Rolf-Dieter Heuer und Mag. Klaus Schneeberger bei der Übergabe.
 
Leben 14. Jänner 2013

Feierliche Übergabe der Ionenquelle für MedAustron

Diese Ionenquelle stellt das erste Glied in der MedAustron -Beschleunigerkette dar und erzeugt jene Teilchen, die zur medizinischen Behandlung von Krebspatienten und für die Forschung verwendet werden.

Im Zuge eines feierlichen Festaktes wurde die Ionenquelle für MedAustron im Beisein des Bundesministers für Wissenschaft und Forschung Prof. Dr. Karlheinz Töchterle vom Generaldirektor der Europäischen Organisation für Kernforschung CERN Prof. Dr. Rolf-Dieter Heuer an Landeshauptmann Dr. Erwin Pröll übergeben. Damit konnte ein weiterer wesentlicher Schritt zur Realisierung des Krebsbehandlungs- und Forschungszentrums MedAustron in Niederösterreich gesetzt werden.

 

Vom Projektfortschritt beeindruckt zeigten sich die hochkarätigen Gäste, die sich heute anlässlich der Übergabe der MedAustron Ionenquelle in Wiener Neustadt eingefunden haben.

"MedAustron bedeutet einen Meilenstein in der Entwicklung des Gesundheits- und Forschungsstandorts Niederösterreichs. Bis zu 1.400 Patientinnen und Patienten werden hier neue Hoffnung in ihrem Kampf gegen den Krebs finden. Das Projekt MedAustron wird wesentlich dazu beitragen, Niederösterreich auf die internationale Landkarte der Spitzenmedizin und Spitzenforschung zu bringen. MedAustron passt damit punktgenau in die Strategie des Landes Niederösterreich, unser Bundesland zu einem Land der Patente zu machen und reiht sich nahtlos in die Wissenschafts- und Forschungsachse des Landes Niederösterreich ein. 160 hochqualifizierte Arbeitsplätze werden direkt bei MedAustron entstehen, weitere 100 Arbeitsplätze im Umfeld durch Zulieferer, Beherbergungsbetriebe und Spin-offs. Es freut mich, dass es gelungen ist, gemeinsam mit der dem Bundesland Niederösterreich partnerschaftlich verbundenen weltbekannten Organisation für Kernforschung CERN diese Ionenquelle zu entwickeln", hob Landeshauptmann Dr. Erwin Pröll hervor.

Sichtbare Grundlagenforschung

Der Generaldirektor des CERN Prof. Dr. Rolf-Dieter Heuer ergänzte:"Das Projekt MedAustron ist ein hervorragendes Beispiel dafür, wie die Grundlagenforschung am CERN in einem Mitgliedsstaat vor Ort direkt sichtbar wird und wesentlichen Nutzen für die Gesellschaft stiften kann. Ich freue mich, dass die hervorragende Partnerschaft des CERN mit dem Bundesland Niederösterreich dazu führt, dass aus Forschung Anwendung wird. Ich wünsche dem Projekt MedAustron, dass die weiteren Schritte zur Fertigstellung ebenso reibungslos verlaufen und die Arbeiten am Teilchenbeschleuniger zielstrebig vorangehen."

Kooperation zwischen TU-Wien und MedUni Wien

"Mit MedAustron unterstützt der Bund den Aufbau eines Therapiezentrums, das vielen Menschen und deren Gesundheit zugutekommt. Wir investieren damit aber vor allem auch in eine neue Infrastruktur, die Forschung im Bereich der Strahlenphysik und der Strahlenbiologie entscheidend vorantreiben wird", so Wissenschafts- und Forschungsminister Dr. Karlheinz Töchterle. Diese Forschung soll in Zukunft insbesondere durch eine enge Kooperation mit der Technischen Universität Wien und der Medizinischen Universität Wien erfolgen. Die dafür geplanten Professuren werden vom Bundesministerium für Wissenschaft und Forschung zusätzlich zu einer maximalen Investitionssumme von 41 Millionen Euro und maximal 5,5 Millionen Euro pro Jahr für den laufenden Betrieb der nicht-klinischen Forschung finanziert.

Für den Aufsichtsratsvorsitzenden der EBG MedAustron Mag. Klaus Schneeberger bedeutet die Übergabe der Ionenquelle "einen weiteren Quantensprung für das Jahrhundertprojekt MedAustron. Der Standort, an dem MedAustron realisiert wird, war früher das Symbol des im Krieg zerstörten Wiener Neustadts. Heute ist dieser Ort ein Symbol für Bildung, Wissenschaft und Forschung - zusammengefasst ein Symbol der Zukunft. Hier wird das weltweit erst vierte Zentrum für Ionentherapie und Forschung dieser Art entstehen. Wir nehmen den heutigen Tag als Ansporn, weiterhin mit voller Kraft an der Realisierung von MedAustron zu arbeiten, um den ersten Patienten im Jahr 2015 behandeln zu können." Was die Kosten des Projekts MedAustron betrifft, gab der Aufsichtsratsvorsitzende bekannt: "Wir liegen voll im Budgetplan und können sehr zuversichtlich sein, dass wir die geplanten Investitionskosten von Euro 200 Millionen punktgenau einhalten. 75% der Gesamtkosten sind bereits fix vergeben, das macht uns sehr zuversichtlich."

Welche Schritte nun am Weg bis zur ersten Patientenbehandlung noch gesetzt werden müssen, erklärten die Geschäftsführer der EBG MedAustron Dr. Thomas Friedrich und Dr. Bernd Mößlacher: "Das heurige Jahr ist der Installation des Teilchenbeschleunigers, dem Herzstück der Anlage, gewidmet. Die Jahre 2014 und 2015 stehen dann vor allem im Zeichen der hochinnovativen und komplexen Medizintechnik - deren Installation und umfangreichen Tests. Wir werden Ende 2015 mit den ersten Patientenbehandlungen starten, und dann das Zentrum bis zum geplanten Vollbetrieb im Jahr 2020 sukzessive ausbauen."

Ab 2015 werden Patienten behandelt werden

Mit MedAustron entsteht in Wiener Neustadt eines der modernsten Zentren für Ionentherapie und Forschung in Europa. Unter Verwendung von Protonen und Kohlenstoffionen werden nach der Fertigstellung des Zentrums ab 2015 jährlich bis zu 1.400 Patientinnen und Patienten im Vollbetrieb mit dieser schonenden Behandlung therapiert. Weltweit existieren erst drei derartige Zentren, die diese beiden Strahlentherapien an einem Ort gemeinsam anbieten. Dabei versteht sich MedAustron als ein interdisziplinäres und überregionales österreichisches Zentrum und wird sich auf die Krebsbehandlung mit Ionen, die Erforschung und Weiterentwicklung dieser neuen Therapieform sowie die nicht-klinische Forschung mit Ionen- bzw. Protonenstrahlen spezialisieren. Dabei werden rund 200 Millionen Euro in Spitzenforschung investiert.

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